NAK von A bis Z

Die Neuapostolische Kirche von A bis Z

Dieses kleine Glossar erklärt wichtige Begriffe rund um Glauben, Gottesdienst und Gemeindeleben der Neuapostolischen Kirche Linz. Es bietet einen schnellen Überblick und lädt dazu ein, einzelne Themen vertiefend kennenzulernen.

Abendmahl | Heiliges Abendmahl

Das Heilige Abendmahl ist Gedächtnismahl: Bei ihm wird des Todes Jesu Christi als eines einzigartigen und für alle Zeiten gültigen Geschehens gedacht. Wer am Heiligen Abendmahl teilnimmt, bekennt damit seinen Glauben an Tod, Auferstehung und Wiederkunft Jesu Christi. Wer auf Dauer am Heiligen Abendmahl in der Neuapostolischen Kirche teilnimmt, bekennt sich damit auch zum Glauben an die heute tätigen Apostel Jesu. Insofern ist das Heilige Abendmahl auch Bekenntnismahl. Im Heiligen Abendmahl hat Jesus Christus zunächst mit den Aposteln und dann mit den Gläubigen Gemeinschaft. In der Abendmahlsfeier haben die Gläubigen zudem Gemeinschaft untereinander.

Bei der Aussonderung (Konsekration) werden Leib und Blut Jesu Christi gegenwärtig. Brot und Wein werden durch die Aussonderung in ihrer Substanz nicht verändert, das heißt, Brot und Wein werden nicht verwandelt. Vielmehr tritt zu Brot und Wein die Substanz von Leib und Blut Jesu hinzu. Dieses Geschehen bezeichnet man als „Konsubstantiation“. Beim Heiligen Abendmahl sind Brot und Wein nicht Bilder oder Symbole für Leib und Blut Jesu, sondern Leib und Blut Jesu Christi sind nach der Aussonderung wirklich anwesend.

Abtreibung

Die Neuapostolische Kirche versteht sich als Fürsprecherin des Lebens. Bereits die befruchtete Eizelle ist individuelles Leben, das ein Recht auf Schutz genießt. Die Neuapostolische Kirche lehnt Schwangerschaftsabbrüche ab, weil diese eine Übertretung des fünften Gebots darstellen. Die damit verbundene Schuld Gott gegenüber kann je nach Lebensverhältnissen sehr unterschiedlich sein. Auch wenn es menschlich verständliche Gründe gibt, eine Schwangerschaft abzubrechen, soll wegen der Tragweite der Entscheidung der kirchliche Standpunkt ein besonderes Gewicht haben.

Mütter beziehungsweise Paare, die sich mit den medizinischen, persönlichen und theologischen Gesichtspunkten auseinandergesetzt haben, dürfen sich darauf verlassen, dass die Kirche ihre eigenverantwortliche Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch respektiert und sie unvoreingenommen betreut.

Auferstehung

Jesus Christus ist auferstanden. Dadurch hat der Gläubige eine berechtigte Hoffnung auf die eigene Auferstehung und ewiges Leben: „Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden“ (1. Korinther 15,20–22).

Der Glaube an die Auferstehung Jesu Christi ist notwendig, weil durch seine Auferstehung gezeigt wird, dass Jesus Christus der Heiland der Welt ist (vgl. 1. Korinther 15,14).

Bekenntnis | Glaubensbekenntnis

Das neuapostolische Glaubensbekenntnis bringt in zehn Artikeln die Glaubenslehre der Neuapostolischen Kirche verbindlich zum Ausdruck. Es hat auch die Aufgabe, die Glaubenshaltung neuapostolischer Christen zu prägen.

Es lautet:

  1. Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
  2. Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben, begraben, eingegangen in das Reich des Todes, am dritten Tag auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er wiederkommen.
  3. Ich glaube an den Heiligen Geist, die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
  4. Ich glaube, dass der Herr Jesus seine Kirche regiert und dazu seine Apostel gesandt hat und noch sendet bis zu seinem Wiederkommen mit dem Auftrag, zu lehren, in seinem Namen Sünden zu vergeben und mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen.
  5. Ich glaube, dass die von Gott für ein Amt Ausersehenen nur von Aposteln eingesetzt werden und dass aus dem Apostelamt Vollmacht, Segnung und Heiligung zu ihrem Dienst hervorgehen.
  6. Ich glaube, dass die Heilige Taufe mit Wasser der erste Schritt zur Erneuerung des Menschen im Heiligen Geist ist und dass dadurch der Täufling aufgenommen wird in die Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben und ihn als ihren Herrn bekennen.
  7. Ich glaube, dass das Heilige Abendmahl zum Gedächtnis an das einmal gebrachte, vollgültige Opfer, an das bittere Leiden und Sterben Christi, vom Herrn selbst eingesetzt ist. Der würdige Genuss des Heiligen Abendmahls verbürgt uns die Lebensgemeinschaft mit Christus Jesus, unserm Herrn. Es wird mit ungesäuertem Brot und Wein gefeiert; beides muss von einem vom Apostel bevollmächtigten Amtsträger ausgesondert und gespendet werden.
  8. Ich glaube, dass die mit Wasser Getauften durch einen Apostel die Gabe des Heiligen Geistes empfangen müssen, um die Gotteskindschaft und die Voraussetzungen zur Erstlingsschaft zu erlangen.
  9. Ich glaube, dass der Herr Jesus so gewiss wiederkommen wird, wie er gen Himmel gefahren ist, und die Erstlinge aus den Toten und Lebenden, die auf sein Kommen hofften und zubereitet wurden, zu sich nimmt; dass er nach der Hochzeit im Himmel mit diesen auf die Erde zurückkommt, sein Friedensreich aufrichtet und sie mit ihm als königliche Priesterschaft regieren. Nach Abschluss des Friedensreiches wird er das Endgericht halten. Dann wird Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen und bei seinem Volk wohnen.
  10. Ich glaube, dass ich der weltlichen Obrigkeit zum Gehorsam verpflichtet bin, soweit nicht göttliche Gesetze dem entgegenstehen.

Bibel | Heilige Schrift

Die Heilige Schrift – die Bibel – ist die Sammlung der Schriften von Gottes Handeln, Verheißungen und Geboten. Sie besteht aus dem Alten Testament und dem Neuen Testament. Die Heilige Schrift gibt Zeugnis von Gottes Offenbarungen, sie ist jedoch kein vollständiger und lückenloser Bericht aller Taten Gottes. Gott hat dafür gesorgt, dass erhalten blieb, was für das Heil der Menschen wichtig ist.

Urheber der Heiligen Schrift ist Gott. Menschen, die der Heilige Geist dazu anregte (inspirierte), haben aufgeschrieben, was Gott offenbarte. Hinsichtlich Form und Ausdrucksweise sind die biblischen Bücher geprägt von den jeweiligen Verfassern und deren Vorstellungswelt sowie den Erfahrungen in ihrer Zeit. „Inspiration“ heißt übersetzt: „Eingebung, Einhauchung“. Göttliche Inspiration bedeutet, dass der Heilige Geist einen Menschen zu etwas anregt beziehungsweise ihm etwas vermittelt.

In der Neuapostolischen Kirche werden die Apokryphen gleich gewertet wie die anderen alttestamentlichen Schriften.

Die Heilige Schrift ist die Grundlage für die Lehre der Neuapostolischen Kirche. Verse aus der Heiligen Schrift sind auch Ausgangspunkt für die Predigt in den Gottesdiensten.

Blutspende

Aus Sicht der neuapostolischen Glaubenslehre bestehen keine Vorbehalte gegen eine Transfusion von Blut oder Blutprodukten. Eine Transfusion hat keine Auswirkung auf die Seele. Durch eine Transfusion werden keine geistig-seelischen Eigenschaften des Spenders auf den Empfänger übertragen.

Emblem

Das Kirchenemblem ist das visuelle Erkennungszeichen der Neuapostolischen Kirche und somit Bestandteil ihrer Identität. Die Symbolik von Kreuz, Sonne und Wasser ist der Verweis auf die christliche Kirche, eine weitergehende Bedeutung ist ihr nicht zugedacht.

Als eingetragenes Markenzeichen ist das Kirchenemblem international rechtlich geschützt und verleiht kirchlichen Publikationen wie auch Formularen und Briefen offiziellen Charakter. In der Öffentlichkeitsarbeit übernimmt das Emblem, im Zusammenhang mit dem Quadrat und der Kirchenfarbe, die Funktion eines Logos, das als Zeichen mit der Kirche identifiziert wird und Wiedererkennbarkeit garantiert.

Empfängnisverhütung

Die Kirche sagt „Ja“ zum Leben. Familienplanung ist Angelegenheit der Eheleute, jedoch lehnt die Kirche Methoden und Mittel der Geburtenregelung ab, deren wesentliche Wirkung es ist, befruchtete Eizellen abzutöten. Entstandenes Leben darf nicht an seiner Weiterentwicklung gehindert werden.

Erbsünde | Ursünde

Erbsünde (Ursünde) meint den durch den Sündenfall entstandenen Zustand, in dem der Mensch von Gott getrennt ist (Gottferne). Seit dem Sündenfall lastet die Sünde auf allen Menschen (vgl. 1. Mose 3,20, Psalm 51,7 und Römer 5,12.18.19). Jeder Mensch ist also Sünder, noch bevor er handeln oder denken kann.

Evolutionstheorie

Die Neuapostolische Kirche sieht in der Evolutionstheorie keine geeignete Erklärung für die Schöpfung, weil diese Theorie Gott als Schöpfer in ihre Betrachtungen nicht einbezieht. Dagegen sieht sie in den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Evolution keinen Widerspruch zu den Aussagen der Bibel.

Bewusst unterscheidet die Kirche zwischen Evolutionstheorie und Evolution. Die Theorie als Wissenschaft beschreibt zwar die Gesetze, nach denen Evolution abläuft, gibt aber keine Erklärung zur Ursache der Schöpfung. Evolution dagegen – also die Fortentwicklung in der belebten und unbelebten Natur – geschieht nach den von Gott gegebenen Naturgesetzen, sie steht nicht im Widerspruch zu den Aussagen der Heiligen Schrift.

Ehe

Die Ehe ist die Lebensgemeinschaft von Mann und Frau, die Gott unter seinen Segen stellt. Sie bildet die Grundlage für die Familie. Ihr liegt ein öffentliches Treueversprechen zugrunde, das beide Ehepartner freiwillig gegeben haben. Gegenseitige Liebe und Treue sind für das Gelingen der Ehe unerlässlich.

Die Vielehe (polygame Ehe) steht nicht in Übereinstimmung mit der christlichen Lehre und Tradition.

Fasten

Die Neuapostolische Kirche kennt keine Regelungen zum Fasten zu bestimmten Tagen oder Anlässen und steht damit in der Tradition der Reformation. Ob der Einzelne fastet oder nicht, ist seinem persönliches Ermessen überlassen. Heil und Seligkeit erlangt man nur durch die Gnade aus dem Verdienst Jesu Christi.

Feiertage

In der Neuapostolischen Kirche werden folgende Feiertage begangen: Weihnachten, Palmsonntag, Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten und Erntedank.

Gebet

Das Gebet ist eine Möglichkeit, die Gott dem Menschen gegeben hat, um mit ihm in Verbindung zu treten. Im Gebet spürt der Glaubende: Gott ist gegenwärtig, Gott hört, Gott antwortet. So verneigt sich der gläubige Mensch in Demut vor Gottes Majestät und Liebe. Der Heilige Geist gibt Impulse zum rechten Gebet.

Gebote

Gott hat den Menschen Gebote gegeben. In ihnen verkündet er seinen Willen zum Wohl der Menschen. In den Geboten kommt zum Ausdruck, wie der Mensch seine Beziehung zu Gott gestalten soll. Zudem sind die Gebote Grundlage für ein gutes Miteinander der Menschen.

Auf die Frage nach dem „höchsten Gebot im Gesetz“ antwortete Jesus mit zwei Zitaten aus dem mosaischen Gesetz: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und erste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten“ (Matthäus 22,36–40). Das Gebot, Gott und den Nächsten zu lieben, wird auch „Doppelgebot der Liebe“ genannt.

Gentherapie

Die Neuapostolische Kirche befürwortet naturwissenschaftliche Forschung entsprechend dem göttlichen Auftrag: füllet die Erde und machet sie euch untertan. Der Rahmen dieses Auftrags wird in den 10 Geboten und im Evangelium Jesu festgelegt. Dazu gehört die uneingeschränkte Achtung menschlichen Lebens in seiner ganzen Vielfalt.

Bei rascher Entwicklung im biotechnischen Gebiet können lediglich Entscheidungsgrundlagen für die einzelnen Bereiche gegeben werden.

Glaube

Glaube umfasst Gott gegenüber Vertrauen, Gehorsam und Treue. Daraus gewinnt der Mensch Zuversicht auf Gottes Barmherzigkeit und Hilfe. In Hebräer 11,1 heißt es dazu: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ Am Anfang des Glaubens steht immer Gott, der sich durch Wort und Werk offenbart. Der Glaube ist ein Geschenk Gottes. Wahrer Glaube beruht auf Gottes erwählender Gnade.

Zugleich ist Glaube eine Aufgabe für den Menschen. Ob und inwieweit der Mensch zum Glauben gelangt, hängt nämlich auch von seiner eigenen Beteiligung ab: Der Mensch muss glauben wollen. Deshalb ist das Gebet um Glauben notwendig. „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (aus Markus 9,24).

Gott | Der dreieinige Gott

Gott ist ein geistiges, vollkommenes, völlig unabhängiges Wesen. Er ist ewig, er ist ohne Anfang und Ende. Der eine Gott ist der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Wenn von „dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist“ gesprochen wird, dann sind damit nicht drei Götter gemeint, sondern drei Personen, die der eine Gott sind.

Gottesdienst

Gottesdienst ist Wirken Gottes am Menschen. Zugleich ist er Werk des Menschen für Gott. Zum Gottesdienst kommen Menschen zusammen, um miteinander Gott anzubeten, ihn zu loben und ihm zu danken. Ebenso versammeln sie sich, um Gottes Wort zu hören und um die Sakramente zu empfangen. So ist ein Gottesdienst eine Begegnung von Gott und Mensch. Im Gottesdienst nimmt die Gemeinde die Gegenwart des dreieinigen Gottes wahr und erlebt, dass Gott ihr in Liebe dient.

Von den ersten Christen in Jerusalem wird bezeugt: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet“ (Apostelgeschichte 2,42). Davon leiten sich die Grundelemente des Gottesdienstes ab: die Lehre der Apostel, die Gemeinschaft, das Brotbrechen und das Gebet.

Heiliger Geist

Der Heilige Geist ist wahrer Gott. Er ist die dritte Person Gottes, die mit dem Vater und dem Sohn als Herr und Gott angebetet wird. Der Heilige Geist geht aus von Gott, dem Vater und dem Sohn. Der Heilige Geist lebt ewig in der Gemeinschaft mit ihnen und wirkt wie sie universell.

Es muss unterschieden werden zwischen dem Heiligen Geist als Person der Gottheit und dem Heiligen Geist als Gabe Gottes. Der Heilige Geist als Gabe Gottes ist ein Geschenk Gottes und eine Kraft, die aus dem dreieinigen Gott hervorgeht. Der Gläubige, der diese Gabe empfängt, wird zugleich mit der Liebe Gottes erfüllt. Getaufte, die den Heiligen Geist als Gabe Gottes empfangen, erhalten damit die Gotteskindschaft.

Heilmethoden

Bei der Wahl einer medizinischen oder psychotherapeutischen Behandlung sollen sich die Glaubensgeschwister eigenverantwortlich entscheiden. Nicht gut heißen kann die Neuapostolische Kirche Behandlungsmethoden, die für sich Kräfte und Möglichkeiten beanspruchen, die nur Gott zustehen und dadurch den Glauben an Gott und Jesus Christus abschwächen.

Eine seelische Beeinflussung kann weitgehend vermieden werden, wenn man sich nicht auf die mit der Heilmethode verknüpften Lehren und Rituale einlässt. Alternative Therapeuten und insbesondere traditionelle Heiler wollen heilen und in der Regel nicht seelisch beeinflussen.

Hirntod

Das menschliche Leben beginnt mit der Befruchtung und endet mit dem Hirntod. Es ist zu schützen und darf nicht aktiv beendet werden. Der Zeitpunkt der Beseelung und der Augenblick, an dem sich Seele und Leib trennen, kann nicht eindeutig festgelegt werden. Zum Schutz menschlichen Lebens geht die Kirche davon aus, dass die Beseelung zum Zeitpunkt der Befruchtung stattfindet und dass mit dem Hirntod sich Seele und Leib trennen.

In-vitro-Fertilisation

Die Kirche hat keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Durchführung einer künstlichen Befruchtung, sofern sichergestellt wird, dass keine befruchteten Eizellen vorsätzlich abgetötet werden.

Eine künstliche Befruchtung sollte nur bei Ehepaaren und mit deren Ei- und Samenzellen erfolgen.

Jesus Christus

Jesus Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott: Er hat zwei Naturen, eine menschliche und eine göttliche Natur.

Erlösung gibt es nur durch Jesus Christus. Nur in ihm ist den Menschen das Heil zugänglich. „Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden“ (Apostelgeschichte 4,12).

Kirche

Die Kirche Christi – sowohl in ihrer sichtbaren Seite als auch in ihrer unsichtbaren Seite – hat diese vier Kennzeichen: Einheit, Heiligkeit, Allgemeinheit und Apostolizität. Diese Kennzeichen der Kirche nennt man „notae ecclesiae“. Sie sind in den verschiedenen christlichen Kirchengemeinschaften auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Umfang verwirklicht.

Am deutlichsten treten diese Kennzeichen der Kirche Jesu Christi dort in Erscheinung, wo die Apostel wirken: Sie spenden Lebenden und Toten die drei Sakramente und verkündigen Gottes Wort mit dem Schwerpunkt des baldigen Wiederkommens Christi. Hier ist das Erlösungswerk des Herrn aufgerichtet. Damit ist der Teil der Kirche gemeint, in dem die Apostel wirken und jene Heilsgaben vermitteln, die der Bereitung der Erstlinge, der Braut Christi, dienen.

Zur Kirche Jesu Christi gehören die Menschen, die an Jesus Christus glauben und den Gottessohn als ihren Herrn bekennen. Sie sind getauft im Namen des dreieinigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Klonen

Die Neuapostolische Kirche befürwortet naturwissenschaftliche Forschung entsprechend dem göttlichen Auftrag: füllet die Erde und machet sie euch untertan. Der Rahmen dieses Auftrags wird in den Zehn Geboten und im Evangelium Jesu festgelegt. Dazu gehört die uneingeschränkte Achtung menschlichen Lebens in seiner ganzen Vielfalt.

Bei rascher Entwicklung im biotechnischen Gebiet können lediglich Entscheidungsgrundlagen für die einzelnen Bereiche gegeben werden.

Konfirmation

Die Konfirmation (lateinisch „confirmatio“: „Bestärkung, Bestätigung“) ist jene Segenshandlung, bei der junge Christen die Verpflichtungen übernehmen, die ihre Erziehungsberechtigten stellvertretend für sie bei der Heiligen Wassertaufe und der Heiligen Versiegelung übernommen haben. Die Konfirmanden verpflichten sich zur Treue gegenüber Gott und bekennen sich öffentlich, vor der Gemeinde, zum neuapostolischen Glauben. Von der Konfirmation an tragen sie als nun mündige Christen vor Gott die Verantwortung für ihr Glaubensleben.

Kreuz

Das Kreuz Christi ist Zeichen dafür, dass Gott sich mit den sündigen Menschen versöhnt. Der Tod am Kreuz war in der Antike Ausdruck einer Niederlage: schmachvolles Ende eines Verachteten und aus der menschlichen Gesellschaft Ausgeschlossenen. Bei Jesus jedoch ist die vermeintliche Niederlage ein Sieg: Durch den Tod am Kreuz hat er ein unvergleichliches Werk der Erlösung getan.

„Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft“ (1. Korinther 1,18).

Künstliche Befruchtung

Die Kirche hat keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Durchführung einer künstlichen Befruchtung, sofern sichergestellt wird, dass keine befruchteten Eizellen vorsätzlich abgetötet werden.

Eine künstliche Befruchtung sollte nur bei Ehepaaren und mit deren Ei- und Samenzellen erfolgen.

Leben nach dem Tod

Der Leib des Menschen ist sterblich, die Seele und der Geist sind unsterblich. Nach dem Tod des Leibes lebt der Mensch weiter als eine Einheit aus Seele und Geist. Das, was seine Person ausmacht, ist mit dem Tod nicht aufgehoben. Seine Personalität drückt sich dann aus durch Seele und Geist.

Bei der Auferstehung der Toten werden Seele und Geist mit einem Auferstehungsleib vereint.

Leben, Anfang und Ende

Das menschliche Leben beginnt mit der Befruchtung und endet mit dem Hirntod. Es ist zu schützen und darf nicht aktiv beendet werden. Der Zeitpunkt der Beseelung und der Augenblick, an dem sich Seele und Leib trennen, kann nicht eindeutig festgelegt werden. Zum Schutz menschlichen Lebens geht die Kirche davon aus, dass die Beseelung zum Zeitpunkt der Befruchtung stattfindet und dass mit dem Hirntod sich Seele und Leib trennen.

Lebensverlängernde Maßnahmen

Jeder Mensch hat das Recht auf ein Sterben in Würde. Die Sterbehilfe und Palliativmedizin betrifft den im Sterben Liegenden, für den keine Aussicht auf Heilung oder Besserung seines Leidens besteht. Dies kann aus christlicher Sicht nur Hilfe beim Sterben und nie Hilfe zum Sterben sein. Tötung auf Verlangen und Beihilfe zum Suizid werden abgelehnt.

Zulassen des Sterbens durch Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen und Schmerzlinderung oder Beruhigung im Sterbeprozess zur Symptomkontrolle mit dem geringen Risiko der Lebensverkürzung stehen nicht im Widerspruch zu den Grundsätzen christlichen Glaubens. Vor dem Hintergrund des christlichen Menschenbildes hat die palliativmedizinische Betreuung eine hohe Bedeutung. Der Beistand von nahestehenden Menschen und die seelsorgerische Begleitung im Sinne des Evangeliums können Ängste mindern und geistig-seelische Kräfte mobilisieren.

Patientenverfügungen können helfen, Sterbende in einer von ihnen gewünschten Weise zu betreuen.

Ordination

Unter „Ordination“ verstehen wir die Einsetzung in ein geistliches Amt. Sie ist kein Sakrament, sondern eine Segenshandlung. Bei der Ordination wird der Segen Gottes vermittelt. Der ins Amt Berufene empfängt die Heiligung für sein Amt. Aus dem Apostelamt wird das jeweilige Amtsvermögen übertragen und die im Amt liegende Vollmacht erteilt, sei es zum diakonischen oder priesterlichen Dienst oder zu dem Dienst eines Apostels. Der Amtsträger erhält den Auftrag, das Amt im festgelegten Rahmen auszuüben.

Organtransplantation

Bei der Transplantation werden krankes Gewebe oder Organe durch die Übertragung von gesundem Gewebe oder Organen eines Spenders ersetzt. Aus Sicht der neuapostolischen Glaubenslehre bestehen keine Vorbehalte gegen eine Transplantation von Gewebe oder Organe von verstorbenen oder lebenden Spendern. Eine Transplantation hat keine Auswirkung auf die Seele. Durch eine Transplantation werden keine geistig-seelischen Eigenschaften des Spenders auf den Empfänger übertragen.

Reinkarnation

Mit dem Begriff „Reinkarnation“ werden mit der christlichen Lehre nicht zu vereinbarende Vorstellungen von einem wiederholten Erdenleben des Menschen in unterschiedlicher Gestalt bezeichnet.

Sakramente

Sakramente sind grundlegende Gnadenmitteilungen Gottes. In diesen heiligen Handlungen – die durch Menschen am Menschen vollzogen werden – schenkt Gott dem Empfänger Heil. Jesus Christus hat drei Sakramente eingesetzt: Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung und Heiliges Abendmahl. „Denn drei sind, die das bezeugen: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein“ (1. Johannes 5,7.8).

Auch Kinder können alle drei Sakramente empfangen.

Sakramentsspendung für Verstorbene

Im Gottesdienst am Sonntag und an kirchlichen Feiertagen spenden der Stammapostel, die Bezirksapostel oder von ihnen beauftragte Apostel nach der Feier des Heiligen Abendmahls mit der Gemeinde das Heilige Abendmahl auch Entschlafenen. Zwei Amtsträger nehmen dabei stellvertretend für Verstorbene Leib und Blut Christi entgegen.

Dreimal im Jahr – jeweils am ersten Sonntag im März, Juli und November – werden Gottesdienste gefeiert, in denen der Stammapostel, die Bezirksapostel oder von ihnen beauftragte Apostel alle drei Sakramente Entschlafenen spenden. Auch diese Handlungen werden an zwei Amtsträgern stellvertretend vollzogen.

Dass die Sakramentsspendung für Verstorbene stellvertretend an Lebenden vollzogen wurde, geht aus 1. Korinther 15,29 hervor: „Was machen denn die, die sich für die Toten taufen lassen? Wenn die Toten gar nicht auferstehen, was lassen sie sich dann für sie taufen?“

Schwangerschaftsabbruch

Die Neuapostolische Kirche versteht sich als Fürsprecherin des Lebens. Bereits die befruchtete Eizelle ist individuelles Leben, das ein Recht auf Schutz genießt. Die Neuapostolische Kirche lehnt Schwangerschaftsabbrüche ab, weil diese eine Übertretung des fünften Gebots darstellen. Die damit verbundene Schuld Gott gegenüber kann je nach Lebensverhältnissen sehr unterschiedlich sein. Auch wenn es menschlich verständliche Gründe gibt, eine Schwangerschaft abzubrechen, soll wegen der Tragweite der Entscheidung der kirchliche Standpunkt ein besonderes Gewicht haben.

Mütter beziehungsweise Paare, die sich mit den medizinischen, persönlichen und theologischen Gesichtspunkten auseinandergesetzt haben, dürfen sich darauf verlassen, dass die Kirche ihre eigenverantwortliche Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch respektiert und sie unvoreingenommen betreut.

Schweigepflicht

Jeder Amtsträger unterliegt der Schweigepflicht. Sie umfasst alle Informationen und Vorgänge, die ihm im Rahmen seiner kirchlichen oder seelsorgerischen Tätigkeit anvertraut werden. Die Schweigepflicht ist zeitlich unbegrenzt und gilt auch nach Beendigung der Amtstätigkeit weiter.

Segenshandlungen

Im Gottesdienst finden folgende Segenshandlungen statt: Konfirmation, Aufnahme in die Neuapostolische Kirche, Spendung des Verlobungssegens, des Trausegens und des Segens zu Hochzeitsjubiläen. Ordinationen und sonstige, ein geistliches Amt betreffende Handlungen werden ebenfalls im Gottesdienst durchgeführt.

Sexuelle Gewalt

Das Problem der sexuellen Gewalt geht durch alle Bevölkerungsschichten und ist daher auch innerhalb der Neuapostolischen Kirche zu finden. Unter den Mitgliedern der Kirche könnten Täter und Opfer zu finden sein. Die Prävention sexueller Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich auch die Neuapostolische Kirche stellt. Dazu gibt es präventive Angebote.

Opferschutz und Opferhilfe haben in der Neuapostolischen Kirche hohe Priorität. Im Rahmen der Opferbetreuung hat die Neuapostolische Kirche einerseits Fachgremien eingerichtet, die bei Bekanntwerden von entsprechenden Vorfällen in der Kirche aktiv werden und Hilfe anbieten und weist andererseits auf Hilfsangebote von Behörden und Fachinstitutionen hin.

Sexuelle Übergriffe in der Seelsorge

Sexuelle Übergriffe in der Seelsorge – darunter fallen sexuelle Belästigung und sexueller Missbrauch durch Seelsorger und kirchliche Funktionsträgerinnen und Funktionsträger – sind Vergehen und werden scharf verurteilt und bei erhärtetem Verdacht kirchenrechtlich geahndet. Solche Vergehen können bei weiblichen und männlichen Mitgliedern aller Altersklassen vorkommen. Sie verletzen die Persönlichkeit und die Würde des Menschen.

In den einzelnen Gebietskirchen sind so genannte Prüf- und Beratergremien eingerichtet, die etwaige Verdachtsfälle untersuchen. Gemäß ihrem Auftrag bietet die Kirche den Opfern und Tätern Seelsorge an und verweist an qualifizierte Personen und Institutionen.

Soziales Engagement

Die Neuapostolische Kirche ist dem Evangelium verpflichtet. Sie sieht ihre Aufgabe unter anderem in „praktizierter Nächstenliebe“, die den Menschen ohne Ansehen der Person zugutekommt. Getragen wird das soziale Engagement durch viele ehrenamtliche Helfer aus den Gemeinden, aber auch durch materielle Hilfeleistung.

Die Kirche plant, fördert und unterstützt im Rahmen ihrer Möglichkeiten gemeinnützige und wohltätige Projekte, Einrichtungen sowie Hilfsaktionen in aller Welt, auch in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen.

Stammapostel

Grundlage des Stammapostelamts ist der Auftrag, den Jesus bei der Einsetzung des Petrusdienstes gegeben hat. Jesus sagte zu Simon Petrus: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein“ (aus Matthäus 16,18.19).

Der „Petrusdienst“ ist der grundlegende Dienst, den Jesus Christus dem Apostel Petrus aufgetragen hat. Zum Petrusdienst zählt die Fürsorge für diejenigen, die zur Kirche Christi zählen, so wie es der auferstandene Jesus dem Petrus geboten hat: „Weide meine Lämmer! Weide meine Schafe!“

Stammzellenforschung

Die Neuapostolische Kirche befürwortet naturwissenschaftliche Forschung entsprechend dem göttlichen Auftrag: füllet die Erde und machet sie euch untertan. Der Rahmen dieses Auftrags wird in den 10 Geboten und im Evangelium Jesu festgelegt. Dazu gehört die uneingeschränkte Achtung menschlichen Lebens in seiner ganzen Vielfalt.

Bei rascher Entwicklung im biotechnischen Gebiet können lediglich Entscheidungsgrundlagen für die einzelnen Bereiche gegeben werden.

Stellung zum Staat

Die Neuapostolische Kirche legt Wert auf offene und konstruktive Beziehungen zu Regierungen und Behörden. Sie ist parteipolitisch neutral. In ihrem Handeln richtet sie sich nach den Gesetzen des jeweiligen Landes unter Berücksichtigung von Römer 13,1: „Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, ist sie von Gott angeordnet.“ Dies setzt voraus, dass sich auch die Staatsgewalt an göttlichen Geboten messen lässt. Die Kirche erfüllt ihre aus den Gesetzen und Verordnungen des jeweiligen Landes bestehenden Verpflichtungen. Sie erwartet auch, dass sie in ihrer Position respektiert und anerkannt wird.

Sterbehilfe

Wer aktive Sterbehilfe leistet – das heißt, wer Handlungen vornimmt, die zum Tod eines Sterbenden führen –, übertritt das fünfte Gebot. Passive Sterbehilfe – also die Unterlassung von Maßnahmen, die das Leben verlängern – wird unter strengen Voraussetzungen nicht als Übertretung des fünften Gebots gesehen. Die Entscheidung über den Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen obliegt zunächst dem Patienten selbst. Bei fehlender Willensbekundung soll diese Entscheidung in Absprache zwischen den Ärzten und den Angehörigen einzig unter verantwortungsbewusster Würdigung der Interessen des Sterbenden getroffen werden.

Sünde

Sünde ist alles, was dem Willen Gottes entgegensteht und Gottes Wesen zuwiderläuft, also alle Worte, Taten und Gedanken, die gegen Gottes Willen und Wesen stehen. Sünde ist auch, wenn man absichtlich unterlässt, Gutes zu tun (vgl. Jakobus 4,17). Mit jeder Sünde lädt der Mensch Schuld gegenüber Gott auf sich. Sünde ist absolut, sie kann also nicht relativiert werden. Sie trennt von Gott.

Demgegenüber können wir aber davon ausgehen, dass Gott die Schuld, die man ihm gegenüber durch Sünde auf sich geladen hat, in seiner Gerechtigkeit und Barmherzigkeit unterschiedlich bewertet.

Taufanerkennung

Die in anderen christlichen Gemeinschaften gespendete Taufe wird von der Neuapostolischen Kirche als gültig anerkannt, sofern sie „de rite“ vollzogen wurde, das heißt im Namen des dreieinigen Gottes und mit Wasser.

Taufe | Heilige Wassertaufe

Durch die Heilige Wassertaufe wird das Verhältnis des Menschen zu Gott grundlegend verändert. Indem die Erbsünde abgewaschen wird, wird der Täufling aus der Gottferne herausgeführt: Er gelangt in die Nähe Gottes. Er wird Christ. Durch seinen Glauben und sein Bekenntnis zu Christus gehört der Getaufte der Kirche Christi an.

Die Spendung der Wassertaufe ist in allen Bereichen der einen Kirche Christi möglich und wirksam. Die Wassertaufe ist der erste Schritt auf dem Weg zur völligen Erlösung. Überall, wo in dem Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, mit Wasser getauft wird, hat die Taufe Gültigkeit. Somit ist die Wassertaufe der Kirche als ganzer anvertraut. Der Grund dafür liegt im allgemeinen Heilswillen Gottes.

Transplantation

Bei der Transplantation werden krankes Gewebe oder Organe durch die Übertragung von gesundem Gewebe oder Organen eines Spenders ersetzt. Aus Sicht der neuapostolischen Glaubenslehre bestehen keine Vorbehalte gegen eine Transplantation von Gewebe oder Organe von verstorbenen oder lebenden Spendern. Eine Transplantation hat keine Auswirkung auf die Seele. Durch eine Transplantation werden keine geistig-seelischen Eigenschaften des Spenders auf den Empfänger übertragen.

Vaterunser | Unser Vater

Im Gottesdienst wird das Vaterunser nach dem Wortlaut aus dem Matthäus-Evangelium gebetet:

„Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“

Verhältnis zu Kirchen und Religionen

Die Neuapostolische Kirche und ihre Mitglieder achten die Religionsausübung anderer Menschen und äußern sich nicht abwertend über Andersgläubige, über andere Religionen und Religionsgemeinschaften. Sie bemühen sich um ein gutes, friedliches Verhältnis auf der Basis gegenseitigen Respekts. Jede Art von religiösem Fanatismus lehnt die Kirche ab.

Im Dialog mit anderen christlichen Kirchen werden – ungeachtet der unterschiedlichen Lehrpositionen – die Gemeinsamkeiten des christlichen Glaubens betont.

Versiegelung | Heilige Versiegelung

Die Heilige Versiegelung ist das Sakrament, durch das der Gläubige unter Handauflegung und Gebet eines Apostels die Gabe des Heiligen Geistes empfängt. Er wird ein Gotteskind und ist zur Erstlingsschaft berufen. Heilige Wassertaufe und Heilige Versiegelung sind zwei unterschiedliche Sakramente. Sie stehen in einem engen Zusammenhang: Durch die Hinnahme beider Sakramente geschieht die Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Die Heilige Wassertaufe geht dabei der Heiligen Versiegelung voraus.

Vision und Mission

Die Vision: Eine Kirche, in der sich Menschen wohl fühlen und vom Heiligen Geist und der Liebe zu Gott erfüllt, ihr Leben nach dem Evangelium Jesu Christi ausrichten und sich so auf sein Wiederkommen und das ewige Leben vorbereiten.

Die Mission: Zu allen Menschen hingehen, um sie das Evangelium Jesu Christi zu lehren und mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen. Seelsorge leisten und eine herzliche Gemeinschaft pflegen, in der jeder die Liebe Gottes und die Freude erlebt, Ihm und anderen zu dienen.

Wiederkunft des Herrn

Jesus Christus kommt wieder – das ist eine Hauptaussage des Evangeliums. Seit seiner Himmelfahrt verkündigen die Apostel die Wiederkunft des Herrn. Bei diesem Ereignis von ihm angenommen zu werden, ist das Glaubensziel neuapostolischer Christen.

Weil kein Mensch den Zeitpunkt der Wiederkunft Christi kennt, ist der Gläubige dazu aufgerufen, sich für dieses Geschehen an jedem Tag bereit zu halten. Der Gottessohn fasst dies in die Aufforderung: „Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt“ (Matthäus 24,42). Dass man zu jeder Stunde im Glauben wach sein und ihn erwarten soll, verdeutlichte Jesus auch in Gleichnissen.