Gedanken

Saras Not und Gebet

10. September 2026

„Jeder der dir dient, wird nach der Anfechtung gekrönt und aus der Trübsal erlöst, und nach der Züchtigung findet er Gnade.“ (aus Tobias 3,22)


Dieser Gedanke* ist ein sehr schönes Bild von Gottes Handeln in Leid und Anfechtung.

In der Lutherübersetzung sagt Sara sinngemäß, dass der Mensch, der Gott dient, nach der Anfechtung getröstet, aus der Bedrängnis erlöst und nach der Züchtigung Gnade findet. Unmittelbar danach folgt das Bild: Nach dem Unwetter lässt Gott wieder die Sonne scheinen und nach Weinen und Klagen schenkt er Freude.


Christlich verstanden

Der zentrale Gedanke ist: Leid ist nicht das letzte Wort Gottes über einen Menschen.

Sara befindet sich in einer extremen Situation. Sie fühlt sich verzweifelt und bittet Gott sogar darum, ihr Leben zu nehmen. Trotzdem hält sie an Gott fest. Ihr Glaube bedeutet hier nicht, dass sie keine Schmerzen hätte. Im Gegenteil: Sie bringt ihren Schmerz direkt vor Gott.

Das macht den Vers auch für einen christlichen Glauben sehr tief:

  • Anfechtung gehört zum Glaubensweg. Glaube bedeutet nicht, dass einem Leid erspart bleibt.
  • Gott bleibt auch in der Dunkelheit gegenwärtig. Dass Sara Gottes Handeln gerade nicht versteht, bedeutet nicht, dass Gott abwesend ist.
  • Die Prüfung hat nicht das letzte Wort. Das Bild vom Unwetter und der Sonne macht deutlich: Auf eine Zeit der Dunkelheit kann wieder Licht folgen.
  • Gnade steht am Ende. Der Mensch muss sich Gottes Liebe nicht durch Leiden „verdienen“. Vielmehr führt die Erfahrung der Bedrängnis Sara tiefer in das Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit.

Besonders christlich wird das, wenn man den Gedanken mit Jesus Christus verbindet: Auch Jesus geht durch Leiden, Verlassenheit und Tod – aber Auferstehung und Leben haben das letzte Wort. Tobias 3,22 ist natürlich noch kein direkter Hinweis auf die Auferstehung Christi, aber das Grundmotiv – Leid ist nicht das Ende, Gott kann aus der Dunkelheit neues Leben und Freude hervorbringen – findet darin seine christliche Vollendung.

Man könnte den Vers deshalb heute ganz persönlich so formulieren:
„Auch wenn ich gerade nicht verstehe, warum ich durch diese Zeit gehen muss, darf ich darauf vertrauen, dass Gott mich in meinem Leid nicht verlassen hat. Der Sturm ist nicht das Ende. Gottes Gnade kann nach der Dunkelheit wieder Licht und Freude schenken.“

Und genau das finde ich an Tobias 3,22 so tröstlich: Der Glaube verlangt nicht, dass man im Leid sofort stark oder fröhlich ist. Man darf weinen, klagen und trotzdem Gott vertrauen.


* Tobias 3,22 und der schöne Folgevers „Nach dem Gewitter lässt du wieder die Sonne scheinen …“ findet sich nur in der Lutherübersetzung von 1984.
Die Lutherbibel 1984 verwendete bei Tobias die ältere Luther-Tradition, die letztlich stark auf der lateinischen Vulgata beruhte.
Für die Lutherbibel 2017 wurde Tobias dagegen neu aus der griechischen Septuaginta übersetzt. Die Deutsche Bibelgesellschaft erklärt ausdrücklich, dass die Apokryphen 2017 konsequent auf Grundlage der Septuaginta bearbeitet wurden.

Ein fröhliches Herz

9. September 2026

„Ein fröhliches Herz tut dem Leibe wohl; aber ein betrübtes Gemüt lässt das Gebein verdorren.“ (Sprüche 17,22)

Rut

8. September 2026

Rut gehört zu den stillen, aber zugleich außergewöhnlich starken Frauenfiguren der Bibel. Ihre Geschichte ist kurz – nur vier Kapitel im Alten Testament, aber theologisch sehr reich.


Wer ist Rut?

Rut ist eine Moabiterin, also eine Frau aus einem Volk, das außerhalb Israels steht. Sie heiratet einen Israeliten, der mit seiner Familie nach Moab gezogen war. Nach dem Tod ihres Mannes entscheidet sie sich, ihre Schwiegermutter Noomi nicht zu verlassen, sondern mit ihr nach Bethlehem zurückzukehren.

Ihr berühmtester Satz, den wir auch aus einem Lied kennen, lautet:
„Wo du hingehst, da will auch ich hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch.“ (Rut 1,16)

Damit wird Rut zu einem Bild für Treue, Loyalität und freiwillige Hingabe.


Die Geschichte in vier Schritten

1. Rut entscheidet sich für Noomi

Noomi hat ihren Mann und ihre beiden Söhne verloren. Sie möchte nach Israel zurückkehren und fordert ihre Schwiegertöchter auf, in Moab zu bleiben. Eine von ihnen geht tatsächlich zurück. Rut aber bleibt.
Ihre Entscheidung ist bemerkenswert, weil sie nicht nur bedeutet: „Ich bleibe bei dir.“
Sie sagt vielmehr: „Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott.“
Rut entscheidet sich damit zugleich für Noomis Gott und für das Volk Israel.

2. Rut wird zur Ernährerin

In Bethlehem sind die beiden Frauen mittellos. Ruth geht auf die Felder, um Ähren aufzulesen, die nach der Ernte übrig geblieben sind. Dabei kommt sie auf das Feld von Boas, einem wohlhabenden Verwandten Noomis. Boas bemerkt Rut und behandelt sie mit großer Achtung und Fürsorge.
Hier zeigt sich eine weitere wichtige Seite der Rut-Geschichte: Gottes Fürsorge geschieht nicht spektakulär, sondern durch Menschen, die Barmherzigkeit üben.

3. Rut und Boas

Noomi erkennt schließlich, dass Boas ein sogenannter Löser (Go’el) der Familie ist – ein Verwandter, der Verantwortung für die Familie übernehmen kann. Boas heiratet Rut. Aus dieser Verbindung entsteht eine neue Familie und damit eine neue Zukunft für Noomi. Besonders schön ist das Ende: Rut bekommt einen Sohn namens Obed.

4. Rut wird zur Urgroßmutter Davids

Und hier bekommt die kleine Geschichte ihre große Bedeutung. Obed wird der Vater von Isai, und Isai wird der Vater von David. Damit gehört Rut, die Moabiterin und Ausländerin, zur Familiengeschichte von König David. Und im Matthäusevangelium geht die Linie noch weiter: Rut → Obed → Isai → David → … → Jesus.
Rut wird in Matthäus 1,5 ausdrücklich in den Stammbaum Jesu aufgenommen.


Was macht Rut geistlich so besonders?

Ich würde ihre Geschichte vor allem unter fünf Begriffen zusammenfassen:

  • Treue: Rut bleibt, obwohl sie allen Grund hätte zu gehen.
  • Mut: Sie verlässt ihre Heimat und ihre bisherige Lebenswelt.
  • Glaube: Sie entscheidet sich für Noomis Gott.
  • Barmherzigkeit: Sie sorgt für eine alte, mittellose Frau.
  • Hoffnung: Aus einer scheinbar völlig aussichtslosen Situation entsteht eine neue Zukunft.

Dabei ist interessant, dass Rut keine Prophetin, Königin oder große religiöse Führerin ist. Sie ist zunächst einfach eine verwitwete, mittellose Ausländerin. Und gerade sie wird Teil der Heilsgeschichte.


Ein besonders christlicher Gedanke

Aus christlicher Sicht ist Rut deshalb eine bemerkenswerte Figur:
Gott wirkt seine Geschichte nicht nur durch die „Großen“ und Mächtigen, sondern gerade durch Menschen, die am Rand stehen. Gottes Heil überschreitet menschliche Grenzen.

Paulus formuliert diesen Gedanken später etwa so:
„Hier ist nicht Jude noch Grieche … denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ (Galater 3,28)

Keep on climbing

7. September 2026

3 Gedanken, um vorwärts zu kommen

Umgib dich mit Menschen, deren Augen leuchten, wenn sie dich kommen sehen.
Langsam ist oft der schnellste Weg, dorthin zu gelangen, wo du sein möchtest.
Der Gipfel eines Berges ist zugleich der Fuß des nächsten – also: klettere weiter.

Surround yourself with people, whose eyes light up when they see you coming.
Slowly is the fastest way to get you where you want to be.
The top of one mountain is the bottom of the next – so keep climbing.

150 PS

6. September 2026

Zumindest in meiner Jugendzeit war das so: kaum hatte man die Führerschein-Prüfung bestanden, träumte man vom eigenen fahrbaren Untersatz. Und klammheimlich – unabhängig von budgetären Möglichkeiten – von möglichst vielen PS. Pferdestärken mussten her, um das Fahrvergnügen zu optimieren.

Es mussten nicht gleich 300 PS sein, wie das seinerzeit (1995) die Musikgruppe EAV ausdrückte, aber 150 PS waren schon mehr als der ultimative Traum.

Heute, am Sonntagmorgen, kann es sein, dass sich der eine oder die andere an Ähnliches erinnert. Unsere spirituelle Reife lädt uns aber ein, die Überschrift umzudrehen: machen wir mal aus „150 PS“ „PS 150„.

Die „Gottlober sind die Gesegneten unserer Zeit“, sagte Stammapostel Leber gelegentlich. Kommt, lasst uns das in seinem Heiligtum gemeinsam tun! Das geht auch mit „122 PS“ oder weniger ;-).

Jemand Anders

5. September 2026

„Jemand Anders“ ist gestorben,
man begräbt ihn bereits morgen.
Wir schau’n zurück mit traurigem Blicke,
er hinterlässt eine große Lücke.

Bruder Anders war sehr tüchtig,
denn er machte vieles richtig.
Für die Gemeinde war er Goldes wert,
d’rum wird er heute so geehrt.

Für die Gemeinde hat er viel getan
und zwar von allem Anfang an.
Wenn Hilfe irgendwo nötig war,
half Bruder Anders das ist klar.

Wenn was erledigt werden musste,
da rannte er – ganz außer Puste.
Suchte man jemand für manche Sachen –
hieß es: Jemand Anders soll es machen.

Er setzte sich ein mit „Haut und Haaren“,
nun starb er bereits in jungen Jahren.
Ein neuer „Jemand Anders“ muss nun her,
dann ist’s in der Gemeinde nicht so schwer.

Autor: Hermann Wohlgenannt

Die Gemeinschaft der Heiligen

4. September 2026

Das Thema „Gemeinschaft der Heiligen“ ist biblisch sehr reich und geht weit über den Gedanken hinaus, dass Christen einfach „eine Gemeinschaft“ bilden. Es verbindet Glauben, Zugehörigkeit zu Christus, gegenseitige Verantwortung, Einheit und letztlich die Gemeinschaft mit Gott.

Schon im Glaubensbekenntnis lautet es: „Ich glaube an den Heiligen Geist, die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.“

Biblisch lässt sich darunter zunächst die Gemeinschaft aller Menschen verstehen, die zu Christus gehören. „Heilige“ bedeutet dabei nicht in erster Linie besonders vollkommene Menschen, sondern Menschen, die Gott geheiligt und für sich ausgesondert hat.
So bezeichnet z.B. Apostel Paulus die Gemeinde zu Korinth als die „Geheiligten in Christus Jesus“ und Johannes beschreibt in seinem ersten Brief die Bedeutung der Grundlage christlicher Geschmeinschaft: „… damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.“

Jesus betont den Wert der Gemeinschaft im Hohepriesterlichen Gebet: „Ich bitte […], dass sie alle eins seien.“ Aus diesem Einssein erwächst eine Gemeinschaft, die uns auch verpflichtet, aufeinander acht zu haben und zu Liebe und guten Werken anzuspornen, wie es der Schreiber des Hebräerbriefes zum Ausdruck bringt. Diese „Gemeinschaft der Heiligen“ beinhaltet aber auch die Erkenntnis, dass niemand überflüssig ist und geht über die sichtbare Gemeinde hinaus (Hebräer 12,1 & Offenbarung 7,9).


Abseits dieser biblischen Grundlagen beschreibt eine Geschichte des berühmten Arztes Albert Schweitzer aus seinem Werk „Aus meiner Kindheit und Jugendzeit“ diese Gemeinschaft viel plastischer. Schweitzers Vater war Pastor und einer seiner betagten Kirchbesucher sei so taub gewesen, dass er von der Predigt nichts verstehen konnte. Als er sich wiedermal zum Kirchgang einfand, bedauerte Schweitzers Vater diesen Mann doch der Taube lächelte bloß den Kopf schüttelnd: „Gemeinschaft der Heiligen, Herr Pfarrer, Gemeinschaft der Heiligen!


Und genau in dieser Gemeinschaft erwächst uns Gottes Gnade: durch seinen Trost, seine Wegweisung im Wort, seine Vergebung, die Gemeinschaft mit seinem Sohn im Heiligen Abendmahl, im Schlusssegen. Man muss nicht immer alles erklären und beschreiben können, was man fühlen und erleben darf!

Gebet für den „zerstörten Weinstock Gottes“*

3. September 2026

Das „Gebet für den zerstörten Weinstock Gottes“ in Psalm 80 ist ein Klage- und Bittgebet Israels. Das Bild vom Weinstock ist dabei der Schlüssel zum Verständnis.

Israel wird mit einem Weinstock verglichen (Vs 9-12). Gott selbst hat Israel aus Ägypten herausgeführt, ihm das Land gegeben und dort „eingepflanzt“. Der Weinstock steht also für das von Gott erwählte Volk und ist dabei schutzlos geworden (Vs 13). Feinde können ihn verwüsten und seine Früchte vernichten. Das Volk wendet sich mit einem Gebet „wende dich uns wieder zu! (Vs 15) an Gott.


Der Weinstock in der Christologie

Der Weinstock wird in Christus „konzentriert“. „Ich bin der wahre Weinstock.“ (Johannes 15,1). Jesus bezeichnet nicht nur sich als einen Teil Israels – er identifiziert sich gewissermaßen mit dem wahren Israel. Aus christlicher Sicht kann man darin eine Vorabbildung der Passion Christi erkennen.

Jesus, der „wahre Weinstock“, wird selbst getötet, von seinem Volk zurückgewiesen, ausgeliefert, verspottet, geschlagen. Das Kreuz sieht zunächst aus wie die völlige Zerstörung dessen, was Gott gepflanzt hat.

Und genau darin liegt das christliche Paradox: Der scheinbar zerstörte Weinstock ist nicht endgültig zerstört. Aus dem Tod kommt neues Leben. Das Kreuz ist also nicht das Ende des Weinstocks, sondern der Beginn seiner endgültigen Fruchtbarkeit.

Aus Jesu Leiden, Sterben, Auferstehung erwächst uns Gnade, Vergebung der Sünden und Gemeinschaft mit ihm im Sakrament des Heiligen Abendmahls. Aus der Verbindung mit ihm schöpfen wir neuen Mut und bringen wieder Frucht:

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.

Vielleicht fühlen wir uns zerstört, doch ist Gott nur ein Gebet weit entfernt. Bleiben wir bei und „in“ ihm und ringen wir um seinen Segen: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“ (aus 1. Mose 32,27)

* Gleichlautende Bezeichnung aus der Lutherübersetzung 1984, aktuell (2017): „Gebet für Israel, den Weinstock Gottes“

Simson

2. September 2026

1. Die Berufung Simsons – Richter 13

Israel steht unter der Herrschaft der Philister. In diese Situation hinein kündigt ein Engel des HERRN der kinderlosen Frau Manoachs die Geburt eines Sohnes an: Simson.
Er soll von Geburt an Gott geweiht sein (als Nasiräer) und eine besondere Aufgabe haben: Israel aus der Hand der Philister zu retten.
Bemerkenswert ist bereits hier: Simson wird nicht erst durch seine eigene Entscheidung von Gott berufenen – Gott bestimmt ihn schon vor seiner Geburt für diese Aufgabe.


2. Simsons außergewöhnliche Kraft – Richter 14

Simson besitzt eine übernatürliche Kraft. Immer wieder heißt es, dass der Geist des HERRN über ihn kommt.
Doch gleichzeitig zeigt sich eine große Schwäche: Simson lässt sich stark von seinen persönlichen Wünschen und Begierden bestimmen. Er will eine Philisterin heiraten, obwohl seine Eltern Bedenken haben.
Auf dem Weg begegnet ihm ein Löwe, den er durch die Kraft Gottes mit bloßen Händen zerreißt. Später nimmt er Honig aus dem Kadaver des Löwen und macht daraus ein Rätsel für die Philister.
Damit beginnt ein Muster, das sich durch die ganze Geschichte zieht: Gott gebraucht Simson, obwohl Simson selbst keineswegs vorbildlich lebt.


3. Simson und die Philister – Richter 14–15

Die Spannungen eskalieren. Simson wird betrogen und rächt sich. Es kommt zu mehreren gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Philistern.

Berühmt ist die Szene, in der Simson mit dem Eselskinnbacken tausend Philister erschlägt (Richter 15,14–17).

Interessant ist anschließend Simsons Gebet: Nachdem er seine außergewöhnliche Kraft erlebt hat, erkennt er seine völlige Abhängigkeit von Gott:

„Du hast durch die Hand deines Knechtes diese große Rettung gegeben; nun aber muss ich vor Durst sterben …“

Gott schenkt ihm daraufhin Wasser.

Das zeigt: Selbst der körperlich stärkste Mensch ist letztlich von Gott abhängig.


4. Simson und Delila – Richter 16

Der Höhepunkt und zugleich die Tragödie der Geschichte ist Simsons Beziehung zu Delila.

Die Philister versprechen ihr Geld, wenn sie herausfindet, worin Simsons Kraft liegt. Mehrfach versucht sie, ihn dazu zu bringen, sein Geheimnis zu verraten.

Schließlich gibt Simson nach und offenbart ihr, dass sein Haar – genauer: seine Weihe als Nasiräer – mit seiner besonderen Beziehung zu Gott verbunden ist.

Delila lässt Simson während des Schlafes die Haare abschneiden. Daraufhin heißt es:

Der HERR aber war von ihm gewichen.“

Die Philister nehmen ihn gefangen, blenden ihn und führen ihn als Gefangenen ab.

Das Bild ist ausgesprochen eindrücklich: Der Mann, der körperlich so stark war, wird durch seine geistliche und persönliche Unbeherrschtheit zu Fall gebracht.


5. Simsons letzter Akt – Richter 16,23–31

Die Philister veranstalten ein großes Fest zu Ehren ihres Gottes Dagon und führen den blinden Simson vor.

In diesem Moment betet Simson:

„Herr HERR, denke an mich und stärke mich doch nur diesmal, o Gott …“

Seine Haare sind inzwischen wieder gewachsen. Simson stemmt sich gegen die Säulen des Tempels und bringt das Gebäude zum Einsturz. Dabei sterben Simson und zahlreiche Philister.

Am Ende heißt es:

„So erschlug er mehr bei seinem Tod, als er in seinem Leben erschlagen hatte.“

Damit endet die Geschichte – nicht mit einem klassischen „Happy End“, sondern mit einer tragischen Rettungstat, in der Gott trotz Simsons Versagen seinen Plan weiterführt.


Was ist die zentrale Botschaft?

Die Geschichte Simsons lässt sich nicht einfach als Heldengeschichte lesen. Eigentlich ist sie eher eine Geschichte über Gottes Treue und menschliche Untreue.

Simson besitzt große Gaben, aber wenig Selbstbeherrschung. Er wird von Gott gebraucht, aber sein Leben ist von Zorn, Rache, Sexualität und impulsiven Entscheidungen geprägt.

Gerade darin liegt eine wichtige Warnung:

Gottes Gaben und Gottes Auftrag sind nicht dasselbe wie geistliche Reife.

Ein Mensch kann von Gott reich beschenkt und sogar für eine besondere Aufgabe gebraucht werden – und gleichzeitig charakterlich große Schwächen haben.


Was bedeutet das für Christen heute?

Für Christen ist Simson deshalb vor allem eine Warnung und zugleich eine Ermutigung:

  • Begabung ersetzt keinen Charakter. Fähigkeiten, Erfolg oder geistliche Gaben machen einen Menschen nicht automatisch geistlich reif.
  • Sünde hat Konsequenzen. Simsons Entscheidungen bleiben nicht folgenlos. Besonders seine fehlende Selbstbeherrschung führt schließlich in Gefangenschaft und Zerstörung.
  • Unsere Stärke liegt nicht in uns selbst. Simsons Kraft ist letztlich eine Gabe Gottes. Auch Christen sollen nicht auf ihre eigene Stärke vertrauen, sondern auf Gott.
  • Gott kann trotz menschlichen Versagens handeln. Das bedeutet allerdings nicht, dass Versagen belanglos wäre. Es zeigt vielmehr die erstaunliche Geduld und Souveränität Gottes.
  • Umkehr ist möglich. Simsons letztes Gebet ist bemerkenswert: In seiner äußersten Schwäche wendet er sich wieder an Gott. Seine körperliche Kraft kehrt nicht einfach als persönliche Superkraft zurück; vielmehr wird deutlich, dass er wieder von Gott abhängig ist.

Zusammenfassung

Simson zeigt, dass ein von Gott begabter Mensch nicht automatisch ein von Gott geprägter Mensch ist. Seine Geschichte ruft Christen dazu auf, nicht nur nach geistlichen Gaben und äußerer Stärke zu streben, sondern nach Treue, Selbstbeherrschung und einer lebendigen Abhängigkeit von Gott. Gleichzeitig macht sie Mut: Auch wenn ein Mensch schwer versagt, ist Gottes Gnade und sein Handeln nicht am menschlichen Versagen zu Ende.

Ein besonders schöner christlicher Bezug findet sich übrigens in Hebräer 11,32, wo Simson trotz seiner problematischen Lebensgeschichte unter den Glaubenszeugen genannt wird. Das macht die Geschichte noch spannender: Die Bibel verschweigt seine Schwächen nicht – und nennt ihn dennoch einen Menschen des Glaubens.

Einheit – ein Geschenk Jesu Christi

1. September 2026

Menschen unterschiedlichster Herkunft, mit verschiedenen Meinungen und Lebenswegen, fanden im Gottesdienst am 16. August 2026 in St. Gallen zu einem Moment echter Gemeinschaft zusammen. Der Gottesdienst berührte Herzen, schenkte Hoffnung und zeigte: Wahre Einheit ist kein Zufall, sondern ein Geschenk Jesu Christi.

Wie kann Einheit in einer Zeit unterschiedlicher Meinungen gelingen? In seiner Predigt stellte Apostel Matthias Pfützner die Bitte Jesu aus Johannes 17 ins Zentrum und machte deutlich: Einheit entsteht nicht durch Gleichförmigkeit, sondern durch die gemeinsame Ausrichtung auf Christus.

Bereits das Eröffnungsgebet machte deutlich, dass Gott jeden Einzelnen sieht, tröstet, heilt und neue Kraft schenkt. Das Bild der «betenden Hände» zog sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst: Jeder kann für den anderen da sein, tragen und getragen werden. Der Apostel ermutigte die Gläubigen, das eigene Verhalten zu hinterfragen und nach Versöhnung in Beziehungen, Familien und Gemeinschaften zu suchen.

Einheit ist kein menschliches Werk, sondern ein Geschenk Gottes. Sie wächst dort, wo Menschen einander zuhören, miteinander sprechen und auch bei unterschiedlichen Ansichten verbunden bleiben. Gerade die Vielfalt macht Gemeinschaft stark.

Er rief dazu auf, nicht übereinander, sondern miteinander zu reden und die geschenkte Einheit zu bewahren. Entscheidend sei nicht, dass alle dieselbe Meinung vertreten, sondern wie mit unterschiedlichen Sichtweisen umgegangen wird. Seine Botschaft war klar: Gib niemanden auf. Bleib verbunden. Lass dich von Gottes Liebe tragen und gib diese Liebe weiter. 

Mit dem Bild des Reissverschlusses verdeutlichte der Bezirksvorsteher in seinem Predigtbeitrag, dass Verschiedenheit keine Trennung bedeuten muss. Wie zwei unterschiedliche Seiten erst durch die Verbindung ihre Aufgabe erfüllen, so werden auch Menschen nicht durch gleiche Ansichten eins, sondern durch das, was sie gemeinsam trägt und verbindet: Jesus Christus.

Abschliessend ermutigte Apostel Pfützner die Glaubensgeschwister, Einheit im Alltag konkret zu leben. Der Blick auf Christus, gegenseitige Wertschätzung und die Bereitschaft zum Gespräch seien entscheidende Voraussetzungen für eine lebendige Gemeinschaft. Die Sakramente seien dabei Ausdruck der bedingungslosen Liebe Gottes und Zeichen seiner Gnade.

Quelle: nak.ch

Die mit Tränen säen

31. August 2026

Am 20. August diente Stammapostel Helge Mutschler in Reutlingen mit dem Wort aus Psalm 126,5.6:

„Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und tragen guten Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.“

Dabei sendete der Stammapostel einen besonderen Appell aus:

„Bruder, Schwester: Bitte säe weiter aus!“

Dabei äußerte den Wunsch „Gott schenke dir Wege, die dein Fuß gehen kann in deinen Tränen.“ Denn auch in der Kindererziehung wird oft mit Tränen ausgesät und manches Mal scheint es, dass es keine gute Ernte geben würde. „Bitte säe weiter und lege die Entwicklung und das Wachstum in Gottes Hand!“ Diese Bitte richtete er auch an die Geistlichen, die Lehrkräfte, an alle Aktiven in den Gemeinden: „Streut weiter den Samen aus mit der Gabe, die ihr erhalten habt“, der Gabe des Heiligen Geistes. „Streu weiter aus, in der Gemeinde, in deiner Umgebung“, und weiter: „Tränensaat – sich in einer Gott feindlichen Umgebung zu Gott und seinen Geboten bekennen und danach handeln. Unsere Gesellschaft braucht die Kunde des Friedens.“ Denn im Psalmwort steht auch, dass sie, die Aussäenden mit Freuden ernten und ihre Gaben bringen werden.

Quelle: nak-reutlingen.de

Mahnung zu christlichem Leben

30. August 2026

2. Petrus 1,3-11

3 Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft. 

4 Durch sie sind uns die kostbaren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr durch sie Anteil bekommt an der göttlichen Natur, wenn ihr der Vergänglichkeit entflieht, die durch Begierde in der Welt ist. 

5 So wendet allen Fleiß daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis 

6 und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit 

7 und in der Frömmigkeit Brüderlichkeit und in der Brüderlichkeit die Liebe. 

8 Denn wenn dies alles reichlich bei euch ist, wird’s euch nicht faul und unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus. 

9 Wer dies aber nicht hat, der ist blind und tappt im Dunkeln und hat vergessen, dass er rein geworden ist von seinen früheren Sünden. 

10 Darum, Brüder und Schwestern, bemüht euch umso eifriger, eure Berufung und Erwählung festzumachen. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr niemals straucheln, 

11 und so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilands Jesus Christus. 

Worauf blickst Du?

29. August 2026

Satan hat Adam und Eva dazu gebracht, sich auf eine Frucht zu konzentrieren, obwohl Gott ihnen den ganzen Garten gegeben hatte.

So arbeitet er: Er bringt dich dazu, dich auf die eine Sache zu konzentrieren, die du nicht hast, anstelle auf all die Segnungen, die du hast.

Vertraue auf Gott in Allem und er wird für dich sorgen, so wie du es benötigst.

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ (Matthäus 6,33)

Die kananäische Frau

28. August 2026

Das Bild der Kananäischen Frau in Matthäus 15,21–28 ist für mich eines der eindrücklichsten Bilder dafür, wie Glaube gerade dann sichtbar wird, wenn Gott scheinbar schweigt.

Eine Frau kommt mit einer großen Not zu Jesus

Die Frau hat ein schwer leidendes Kind und ruft: „Herr, hilf mir!“
Bemerkenswert ist: Sie kommt nicht mit einer theologischen Erklärung, sondern mit ihrer Not. Ihr Glaube beginnt nicht mit Antworten, sondern mit einem Hilferuf. Und Jesus antwortet zunächst überhaupt nicht.
Das Schweigen Jesu ist vielleicht die größte Prüfung dieser Geschichte.
Sie erlebt scheinbar genau das Gegenteil dessen, was sie erwartet: Sie sucht Jesus – und Jesus schweigt.


Sie lässt sich vom Schweigen nicht abweisen

Die Jünger möchten sie loswerden: „Schick sie weg, denn sie schreit hinter uns her.“
Aber sie geht nicht. Das ist für mich ein zentraler Punkt: Ihr Glaube besteht zunächst nicht darin, dass sie versteht, was Jesus tut, sondern darin, dass sie trotz allem bei Jesus bleibt.
Man könnte sagen: Glaube bedeutet manchmal, an Jesus festzuhalten, obwohl man Jesus gerade nicht versteht.


Dann kommt das scheinbar harte Wort Jesu

Jesus sagt: „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“
Und später: „Es ist nicht recht, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden vorzuwerfen.“
Das klingt für unsere Ohren sehr hart.
Doch die Frau diskutiert nicht mit Jesus. Sie antwortet:
„Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.“

Hier geschieht etwas ganz Besonderes. Sie sagt gewissermaßen:
„Ich habe keinen Anspruch auf das Brot – aber ich vertraue darauf, dass bei dir selbst ein kleiner Rest deiner Gnade für mich genügt.“ Und genau darin erkennt Jesus ihren Glauben: „Frau, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst.“


Das eigentliche Bild: Ein „Brosamen-Glaube“

Ich finde, man könnte die Geschichte als ein Bild für einen Brosamen-Glauben verstehen. Die Frau verlangt nicht: „Jesus, du musst mir helfen!“ Sie sagt sinngemäß: „Herr, selbst wenn ich nur einen einzigen Brosamen deiner Gnade bekomme – der genügt mir.“

Das ist ein erstaunlich tiefer Glaube. Nicht die Größe dessen, was sie von Jesus bekommt, macht ihren Glauben groß, sondern die Größe ihres Vertrauens darauf, wer Jesus ist.


Die Frau lässt sich nicht durch Hindernisse von Jesus trennen

In der Geschichte stehen gleich mehrere Hindernisse zwischen ihr und der Hilfe:

  • Sie ist eine Kananäerin – also keine Angehörige Israels.
  • Die Jünger weisen sie zurück.
  • Jesus schweigt zunächst.
  • Jesu erste Antwort scheint ihre Bitte sogar abzuweisen.
  • Trotzdem bleibt sie.

Damit wird die Frau zu einem starken Bild für Menschen, die beten und vielleicht denken: „Gott hört mich nicht.“
Oder: „Warum antwortet Gott nicht?“
Oder: „Vielleicht bin ich es gar nicht wert, dass Gott mir hilft.“

Die Geschichte sagt: Gib Jesus nicht auf, nur weil du seine Antwort noch nicht verstehst.


Interessant ist auch die Entwicklung des Gesprächs

Man kann die Geschichte fast als einen Weg sehen:

„Herr, hilf mir!“

Jesus schweigt.

Sie bleibt.

Jesus spricht.

Sie demütigt sich.

Jesus offenbart ihren Glauben.

Das Kind wird geheilt.

Am Anfang steht ihre Not. Am Ende steht Jesu Anerkennung: „Dein Glaube ist groß.“
Vielleicht ist genau das die tiefere Botschaft: Jesus verändert nicht nur die Situation des Kindes – er offenbart zugleich die Qualität des Glaubens dieser Frau.


„Ich verstehe Gottes Schweigen nicht. Ich verstehe seinen Weg nicht. Ich verstehe seine Antwort nicht – aber ich weiß, dass ich bei ihm bleiben will.“

2 Minuten Bibelkunde – Gleichnisse Jesu (13)

27. August 2026

Vom treuen und bösen Knecht

Das Gleichnis vom treuen und bösen Knecht in Matthäus 24,45–51 steht unmittelbar im Zusammenhang mit Jesu Aufforderung, wachsam auf seine Wiederkunft zu warten.


Zusammenfassung

Jesus stellt zwei Knechte gegenüber, denen der Herr Verantwortung für sein Haus übertragen hat:

  • Der treue und kluge Knecht erfüllt seine Aufgabe zuverlässig und gibt den Hausgenossen zur rechten Zeit ihre Nahrung. Wenn der Herr unerwartet zurückkommt, wird er ihn selig preisen und über alles setzen.
  • Der böse Knecht hingegen denkt: „Mein Herr kommt noch lange nicht“ und beginnt, seine Stellung auszunutzen, die anderen Knechte zu misshandeln und selbst ausschweifend zu leben.
  • Als der Herr überraschend zurückkommt, wird der böse Knecht hart bestraft.

Das Entscheidende ist: Der Unterschied zwischen den beiden Knechten zeigt sich darin, wie sie mit der vermeintlichen Abwesenheit ihres Herrn umgehen. Der treue Knecht bleibt seinem Auftrag treu, obwohl er nicht weiß, wann der Herr zurückkommt.


Kernaussage

Wer auf die Wiederkunft Christi wartet, zeigt seine Bereitschaft nicht durch das Wissen um den Zeitpunkt, sondern durch treue und verantwortungsvolle Erfüllung seines Auftrags – gerade dann, wenn der Herr scheinbar lange ausbleibt.
„Die Frage ist nicht, wann der Herr kommt, sondern wie er uns findet, wenn er kommt.“


Querverweise

  • Lukas 12,35–48 –  Sehr nahe Parallele: die Knechte sollen auf die Rückkehr ihres Herrn warten und bereit sein.
  • Matthäus 24,42-44 – Unmittelbarer Zusammenhang: „Darum wachet!“ – niemand kennt die Stunde des Kommens.
  • Matthäus 25,1–13 – Gleichnis von den zehn Jungfrauen: Wachsamkeit und Vorbereitung auf das Kommen des Bräutigams.
  • Matthäus 25,14–30 – Gleichnis von den anvertrauten Talenten: Treue im Umgang mit anvertrauter Verantwortung.
  • Markus 13,33–37 – Jesus fordert seine Jünger auf, wachsam zu sein, weil sie die Zeit nicht kennen.
  • 1 Thessalonicher 5,2–6 – Der Tag des Herrn kommt „wie ein Dieb in der Nacht“ – deshalb sollen Christen wach und nüchternsein.
  • Offenbarung 2,10  -„Sei getreu bis an den Tod“ – Treue trotz unbekannter Zukunft.

Der Strom aus Gottes Tempel

26. August 2026

Heute habe ich zufällig die Bibel bei einem mir nicht wirklich geläufigen und doch eindrucksvollem Bild aus Hesekiel 47 1-12 aufgeschlagen. Es ist das Bild eines Stromes, der aus dem Tempel fließt. Dieses Bild ist Symbol für Gottes Gegenwart, die alles verändert, was sie berührt.

Der Strom kommt aus dem Tempel (Vs 1)

Hesekiel sieht Wasser, dasunter der Schwelle des Tempels hervorquillt. Der Ursprung des Wassers ist entscheidend: Es kommt aus dem Heiligtum, aus der Gegenwart Gottes. Das Wasser wird nicht von Menschen erzeugt. Es wird nicht gepumpt oder herbeigetragen. Es entspringt bei Gott – alles wahre Leben hat seinen Ursprung bei Gott.

Jesus greift dieses Motiv später auf: 
„Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“
 Und Johannes erklärt ausdrücklich, dass damit der Heilige Geist gemeint ist (Johannes 7,38f)

Der Strom wird immer tiefer

Hesekiel wird von dem Mann mitgenommen und misst den Strom:

  • 1.000 Ellen → Wasser bis zu den Knöcheln
  • weitere 1.000 Ellen → bis zu den Knien
  • weitere 1.000 Ellen → bis zu den Hüften
  • weitere 1.000 Ellen → ein Strom, den man nicht mehr durchwaten kann.

Das ist ein wunderschönes Bild für die zunehmende Wirkung Gottes. Am Anfang ist der Strom klein und überschaubar. Doch je weiter er fließt, desto größer wird er. Wo Gottes Leben Raum bekommt, bleibt es nicht klein. Es nimmt zu. Und besonders bemerkenswert: Hesekiel kann den Strom am Ende nicht mehr kontrollieren. Er muss sich ihm anvertrauen.

Das kann auch ein Bild für den Glauben sein: Wir beginnen vielleicht damit, Gott nur ein Stück weit zu vertrauen. Doch je weiter wir mit ihm gehen, desto mehr entdecken wir, dass wir nicht alles selbst bestimmen können und müssen.

Der Strom fließt in die Wüste (Vs 9)

Der Strom fließt Richtung Osten und schließlich in das Gebiet des Toten Meeres. Das ist besonders eindrucksvoll, denn das Tote Meer steht für einen Ort, an dem normalerweise kein Leben möglich ist. Plötzlich gibt es dort auch Fische.
Das Tote wird lebendig. Das Unfruchtbare wird fruchtbar. Das Unmögliche wird möglich. Damit wird der Strom zu einem Bild für Erneuerung und Heilung durch Gott.

An den Ufern wachsen Bäume (Vs 12)

Auf beiden Seiten des Stromes stehen Bäume. Und diese Bäume tragen ständig Frucht. Ihre Blätter verwelken nicht.
Gottes Gegenwart → lebendiges Wasser → Leben → Frucht → Heilung.

Gedanke für die Gemeinde

Gottes Leben ist nicht dazu bestimmt, innerhalb der Mauern zu bleiben. Es fließt nach außen – in die Wüste, in das Tote, in die Welt.
Eine lebendige Gemeinde ist nicht nur ein Ort, an dem Menschen Gottes Leben empfangen. Sie ist ein Ort, von dem Gottes Leben zu anderen Menschen weiterfließt, es verändert.

Der Hausbesuch

25. August 2026

Ein Priester besuchte ein junges Ehepaar zum Hausbesuch. Nach Gesprächen, Bibellesen, Gebet und einer kleinen Verköstigung verließ der Priester wieder diesen Haushalt. In den Tagen nach dem Besuch suchte die Frau des Hauses immer wieder verzweifelt eine fehlende Silbergabel. Auch der Gemahl konnte die Frage nach dem Verbleib nicht beantworten.

Im Jahr darauf – beim „turnusgemäßen“ Besuch – betrat der Priester wieder ebendiesen Haushalt. Die Frau blickte ihm tief in die Augen und fragte vorsichtig: „Seit Ihrem letzten Besuch fehlt uns eine Gabel; haben Sie eine Idee, wo die verblieben sein könnte?“

„Ja …“, antwortete der Priester ohne Zögern: „… sie ist in Ihrer Bibel bei dem Wort, das ich für Sie aufgeschlagen und Ihnen vorgelesen habe!“


Und: wann hattest Du Deine Bibel zuletzt in der Hand?

Gideon

24. August 2026

Gideon ist eine der faszinierendsten Gestalten des Alten Testaments, weil seine Geschichte sehr viel über Angst, Berufung, Zweifel, Glauben und Gottes Geduld mit einem Menschen erzählt.

Die Geschichte steht vor allem in Richter 6–8.

1. Die Ausgangssituation: Israel ist verzweifelt

Israel hat sich von Gott abgewandt. Daraufhin wird das Volk von den Midianitern bedrängt.

Die Situation ist dramatisch:
„Und Israel verarmte sehr durch die Midianiter. Da schrien die Israeliten zum HERRN.“
Richter 6,6

Die Midianiter kommen regelmäßig ins Land, verwüsten die Ernte und nehmen den Israeliten ihre Lebensgrundlage.
Israel versteckt sich in Höhlen und Bergfestungen. Und genau in diese Situation hinein beruft Gott Gideon.


2. Gideon – ein ungewöhnlicher Berufener

Als wir Gideon zum ersten Mal begegnen, ist er gerade dabei, Weizen zu dreschen. Aber er tut es nicht auf der normalen Tenne. Er ist: „in der Kelter“ (Richter 6,11)

Warum?
Weil er sich vor den Midianitern versteckt. Das ist ein schönes Detail für die Betrachtung:
Gideon beginnt seine Geschichte nicht als Held, sondern als verängstigter Mensch.
Und genau dort begegnet ihm der Engel des HERRN.

Er sagt: „Der HERR mit dir, du streitbarer Held!“ (Richter 6,12)

Das ist fast schon ironisch. Gideon versteckt sich in einer Kelter – und Gott nennt ihn: „streitbarer Held“. Gott sieht in Gideon offenbar bereits etwas, das Gideon selbst noch nicht sehen kann.


3. Gideons erste Reaktion: Zweifel

Gideon antwortet bemerkenswert offen: „Ach, mein Herr! Ist der HERR mit uns, warum ist uns denn dies alles widerfahren?“ (Richter 6,13)

Das ist keine fromme Standardantwort. Gideon hat Fragen. Er kennt die Geschichten der Väter. Er weiß, was Gott früher getan hat. Aber er fragt:
„Wo ist Gott jetzt?“ <

Das macht Gideon sehr menschlich. Vielleicht kennt auch der eine oder andere Gläubige diese Frage: „Wenn Gott wirklich mit uns ist – warum erleben wir dann diese Schwierigkeiten?“ Gideon verdrängt diese Frage nicht; er spricht sie aus. Und Gott weist ihn dafür nicht zurück.


4. Die Berufung

Dann kommt der entscheidende Satz:
„Geh hin in dieser deiner Kraft und errette Israel aus der Hand der Midianiter.“ (Richter 6,14)

Gideon kann das kaum glauben. Er fragt: „Womit soll ich Israel erlösen? Siehe, meine Sippe ist die geringste in Manasse, und ich bin der Kleinste im Hause meines Vaters.“ (Richter 6,15)

Gideon argumentiert:
Ich bin zu klein.
Meine Familie ist zu unbedeutend.
Ich bin der Unbedeutendste.

Aber Gottes Antwort lautet: „Ich will mit dir sein.“ (Richter 6,16)

Und darin liegt für mich der Schlüssel zur ganzen Gideon-Geschichte. Gott sagt nicht:
„Gideon, du bist stark genug.“

Er sagt:
„Ich bin mit dir.“


5. Gideon braucht Gewissheit

Gideon bittet Gott um ein Zeichen. Er bringt ein Opfer dar. Der Engel des HERRN berührt das Opfer mit seinem Stab, und Feuer fährt aus dem Felsen und verzehrt das Opfer.

Gideon erkennt: „Ach, Herr, HERR! Ich habe den Engel des HERRN von Angesicht zu Angesicht gesehen!“ (Richter 6,22)
Gott begegnet Gideons Angst mit Geduld.


6. Der erste Auftrag ist nicht der Kampf gegen Midian

Das finde ich besonders interessant. Bevor Gideon die Midianiter bekämpfen soll, muss er im eigenen Haus beginnen. Gott befiehlt ihm, den Baalsaltar seines Vaters niederzureißen und die Aschera zu entfernen. Gideon tut es. Aber: „weil er sich vor dem Hause seines Vaters und vor den Leuten der Stadt fürchtete, tat er es bei Nacht.“ (Richter 6,27)

Wieder sehen wir: Gideon hat Angst. Aber diesmal handelt er trotz seiner Angst. Und genau darin liegt vielleicht eine wichtige Definition von Mut:

Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben.
Mut bedeutet, trotz der Angst das Richtige zu tun.


7. Das berühmte Vlies

Danach bittet Gideon Gott um ein weiteres Zeichen. Er legt ein Wollvlies aus und sagt sinngemäß: Wenn am Morgen nur das Vlies nass und der Boden trocken ist, weiß ich, dass Gott Israel durch mich retten wird. Und genau das geschieht. Dann bittet Gideon sogar noch einmal um das Gegenteil: Nun soll das Vlies trocken und der Boden nass sein. Auch das geschieht. (Richter 6,36–40)

Hier wird Gideon oft als Beispiel für jemanden dargestellt, der „Gott auf die Probe stellt“. Das ist nicht ganz falsch, aber die Geschichte ist differenzierter. Gideon zweifelt. Und Gott hat bemerkenswerte Geduld mit ihm. Das bedeutet nicht, dass wir grundsätzlich für jede Entscheidung ein Wunderzeichen verlangen sollten.

Aber es zeigt: Gott kann auch mit einem zaghaften Glauben arbeiten.


8. Das Unglaubliche: Gott reduziert Gideons Armee

Jetzt kommt eine der spektakulärsten Stellen. Gideon sammelt ein Heer.
32.000 Männer stehen ihm zur Verfügung. Das klingt schon nicht besonders gewaltig gegenüber den Midianitern.

Aber Gott sagt: „Das Volk ist zu zahlreich.“ (Richter 7,2)

Gideon soll diejenigen nach Hause schicken, die Angst haben.
22.000 gehen. 10.000 bleiben.

Und Gott sagt: „Noch ist das Volk zu zahlreich.“ Schließlich bleiben nur 300 Männer gegen eine gewaltige Übermacht.

Warum?
Gott erklärt:
„Israel soll sich nicht wider mich rühmen können und sagen: Meine eigene Hand hat mich errettet.“
(Richter 7,2)

Das ist eine der zentralen Aussagen der Gideon-Geschichte:
Gott möchte zeigen, dass der Sieg nicht aus menschlicher Stärke kommt.


9. Die 300 Männer

Die 300 Männer bekommen keine besonders beeindruckenden Waffen.

Sie erhalten:

  • Trompeten
  • leere Krüge
  • Fackeln

(Richter 7,16)

Dann teilen sie sich in drei Gruppen auf. In der Nacht umringen sie das Lager der Midianiter.

Auf Gideons Zeichen:
Trompeten!
Krüge zerbrechen!
Fackeln werden sichtbar!

Und sie rufen:
„Hier Schwert des HERRN und Gideons!“
(Richter 7,20)

Das Lager der Midianiter gerät in Panik. Die Feinde bekämpfen sich gegenseitig. Israel gewinnt.


10. Der Sieg gehört Gott

Das Faszinierende ist:
Gideon gewinnt nicht durch militärische Überlegenheit. Nicht durch bessere Waffen. Nicht durch zahlenmäßige Stärke. Sondern durch Gottes Eingreifen.

Damit wird die Geschichte zu einer Illustration dessen, was Paulus später sagt:
„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“
(2. Korinther 12,9)

Gideon ist gerade deshalb geeignet, weil er erkennt:
Ich kann es nicht aus eigener Kraft.


11. Aber Gideons Geschichte endet nicht als Heldengeschichte

Und hier wird die Bibel erstaunlich realistisch.
Nach seinem Sieg wird Gideon angeboten:
„Herrsche über uns, du und dein Sohn und deines Sohnes Sohn.“
(Richter 8,22)

Gideon antwortet zunächst sehr schön:
„Ich will nicht über euch herrschen, und mein Sohn soll nicht über euch herrschen; der HERR soll über euch herrschen.“
(Richter 8,23)
Das klingt großartig.
Aber anschließend macht Gideon etwas Problematisches:
Er lässt aus dem erbeuteten Gold ein Efod herstellen.

Und:
„Ganz Israel trieb damit Abgötterei.“
(Richter 8,27)

Das ist eine ernüchternde Wendung.
Der Mann, der den Baalsaltar niedergerissen hat, wird selbst zum Ausgangspunkt einer neuen religiösen Verirrung.


12. Gideon ist deshalb kein „Superheld“

Das macht ihn für mich besonders interessant.

Gideon ist:

  • ängstlich,
  • zweifelnd,
  • unsicher,
  • gehorsam,
  • mutig,
  • erfolgreich,
  • aber später auch fehlbar.

Die Bibel verklärt ihn nicht.
Und genau deshalb ist seine Geschichte so wertvoll.
Gott wartet nicht darauf, bis Gideon vollkommen ist.
Gott arbeitet mit Gideon, wie er ist.

Aber zugleich zeigt die Geschichte:
Ein großer geistlicher Anfang garantiert noch kein gutes Ende.
Auch nach großen Glaubenserfahrungen müssen wir wachsam bleiben.


13. Was können wir von Gideon lernen?

Ich würde sechs Gedanken herausstellen.

1. Gott sieht mehr in uns, als wir selbst sehen

Gideon sieht:
„Ich bin der Kleinste.“

Gott sieht:
„Du streitbarer Held.“
Gottes Berufung orientiert sich nicht ausschließlich an unserer Selbsteinschätzung.


2. Zweifel disqualifiziert nicht automatisch

Gideon fragt.
Er zweifelt.
Er bittet um Zeichen.
Und trotzdem gebraucht Gott ihn.
Glaube bedeutet nicht, niemals Fragen zu haben.
Glaube bedeutet, mit seinen Fragen zu Gott zu gehen.


3. Gottes „Ich bin mit dir“ ist wichtiger als unsere eigene Stärke

Das ist vermutlich der wichtigste Satz der Geschichte:
„Ich will mit dir sein.“

Nicht:
„Du bist stark.“

Sondern:
„Ich bin mit dir.“


4. Der erste Kampf findet manchmal in unserem eigenen Herzen statt

Bevor Gideon Midian besiegt, muss er den Baalsaltar zerstören.

Das kann geistlich bedeuten:
Bevor Gott durch uns wirken kann, muss manches in unserem eigenen Leben seinen falschen Platz verlieren.


5. Gott kann mit Wenigen Großes tun

32.000 werden zu 300.
Das menschlich Unwahrscheinliche wird zum göttlichen Zeichen.

Die Botschaft lautet:
Nicht die Größe unserer Mittel entscheidet über die Größe dessen, was Gott tun kann.


6. Ein guter Anfang genügt nicht

Gideon beginnt als ängstlicher Mann, wächst im Glauben und wird zum Befreier Israels.
Aber später macht er einen folgenschweren Fehler.
Deshalb gehört zur Gideon-Geschichte auch die Mahnung:
Bleibe nach dem Sieg genauso abhängig von Gott wie vor dem Sieg.


14. Ein möglicher Bezug zu unserer heutigen Gemeinde

Gerade für eine Gemeinde finde ich Gideon sehr interessant.
Vielleicht schauen wir manchmal auf unsere Möglichkeiten und denken:

„Das ist zu wenig.“
Zu wenige Menschen.
Zu wenig Zeit.
Zu wenig Mitarbeiter.
Zu wenig finanzielle Mittel.
Zu wenig Kraft.
Zu wenig Möglichkeiten.
Gideon würde vermutlich sagen:
„Genau dort kann Gott anfangen.“

Denn Gottes Frage lautet nicht zuerst:
„Wie groß ist eure Kraft?“

Sondern:
„Vertraut ihr mir?“

Die 300 Männer waren nicht die Stärke Israels.
Gott war die Stärke Israels.


15. Und eine Verbindung zu Johannes 19

Interessanterweise lässt sich sogar eine Brücke zum Gedanken aus dem Sonntagsgottesdienst über Johannes 19,26–27 schlagen.

Bei Gideon sagt Gott:
„Ich will mit dir sein.“
Bei Jesus am Kreuz sehen wir die vollkommene Erfüllung dieser Haltung:
Jesus ist nicht nur jemand, der anderen sagt, dass Gott mit ihnen ist.
Er gibt sich selbst für sie hin.
Und unter dem Kreuz schafft er Gemeinschaft:
„Siehe, das ist dein Sohn.“
„Siehe, das ist deine Mutter.“

Bei Gideon sehen wir:
Gott gebraucht einen schwachen Menschen.

Bei Jesus sehen wir:
Gott gibt sich selbst für schwache Menschen hin.
Das ist ein gewaltiger Unterschied – und zugleich eine schöne Linie durch die Bibel.

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Weitergehen, weil Gott den Weg kennt

23. August 2026

„Fürchte dich nicht, glaube nur!“ – Das Jahresmotto 2026 ruft auf zum Gottvertrauen: Wie einfach das sein kann, zeigt Bezirksapostel Elie Mukinda (Demokratische Republik Kongo West).

Vertrauen ist eine Entscheidung, die wir jeden Tag aufs Neue treffen. Vertrauen bedeutet, sich dem Wohlwollen, den Fähigkeiten und der Glaubwürdigkeit eines anderen Menschen anzuvertrauen. Selbst bei einfachen Alltagsaktivitäten ist Vertrauen eine wichtige Grundlage. Andernfalls wäre das Leben äußerst stressig.

Niemand würde beispielsweise in ein Flugzeug steigen und den Piloten fragen, welche Universität er besucht hat, wie viele Flüge unter Aufsicht er absolviert hat oder gar, wie viele Flüge er ohne Aufsicht geflogen ist. Nein, wir steigen einfach in das Flugzeug ein, in der Gewissheit, dass wir ankommen werden. Das ist Vertrauen.

Instinktiv haben wir gelernt, dem Wetter, der Börse, den Banken, wissenschaftlichen Vorhersagen und Regierungen zu vertrauen. Und doch kommt es hier und da vor, dass die eine oder andere dieser Quellen nicht zu 100 % zuverlässig ist, weil sich ihre Prognosen nicht wie erwartet bewahrheitet haben. Unser Vertrauen in die Fachkompetenz dieser Quellen wird jedoch selten erschüttert, und im Allgemeinen sind wir Menschen sogar bereit zu akzeptieren, dass auch sie Fehler machen können. 

Im Gegensatz dazu ist Gott in seiner Liebe, seiner Güte, seinem Wissen und seiner Allmacht unfehlbar. Auf seine Verheißungen und sein Wort können wir uns jederzeit verlassen. „Gott ist vertrauenswürdig“ ist ein Grundsatz unseres Glaubens, der sich durch die Heilige Schrift und unser Leben zieht. 

Wenn wir Ihm vertrauen, gelangen wir an den Punkt, an dem wir erkennen, dass wir nicht auf alle unsere Fragen eine Antwort haben. Trotzdem gehen wir weiter, auch wenn wir nicht  unbedingt alles verstehen und wissen. Denn wir kennen den einen Gott, der alle Antworten hat, und wir vertrauen uns ihm an. Das ist Zuversicht – eine wichtige Dimension des Glaubens.

Ein schönes Beispiel dafür ist Abraham, der Glaubensvater. Angenommen, man hätte ihn irgendwann nach dem Verlassen seines Vaterlandes gefragt: „Wohin gehst du, Abraham?“, dann hätte er geantwortet: „Ich weiß es nicht, aber ich gehe weiter, weil ich den kenne, der es weiß. Ich weiß, dass ich ankommen werde.“ Als Abraham mit Isaak nach Morija unterwegs war, um dort das Opfer zu bringen, fragte Isaak seinen Vater: „Wo ist das Opfer?“ Abrahams Antwort lautete: „Gott wird dafür sorgen.“ Er meinte damit: „Ich weiß es nicht, aber ich kenne denjenigen, der es weiß: Gott. Er wird sich darum kümmern.“

Letztendlich erleben diejenigen, die auf Gott vertrauen, unabhängig von äußeren und natürlichen Umständen ein Leben in Frieden, Gelassenheit und Freude, was aus diesem Gefühl der Geborgenheit entspringt. Die Heilige Schrift verwendet mehrere Bilder, um so ein Leben zu veranschaulichen. Manchmal werden Menschen die Gott vertrauen mit einem Baum verglichen, der am Wasser gepflanzt ist (Jeremia 17,7–8), manchmal mit einem Berg, der ewig bleibt (Psalm 125,1). Ein weiteres eindrucksvolles Bild finden wir bei Jesaja: „… die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden“ (Jesaja 40,31). Das Vertrauen auf Gott macht ihre Kraft unerschöpflich – ganz gleich ob sie fliegen, laufen oder gehen. 

Quelle: nac.today, Author: Andreas Rother, 20.8.2026

Einladung zur Abendandacht

22. August 2026

Darf ich einmal mehr zu einer persönlichen Abendandacht in den eigenen vier Wänden einladen. Wir haben in unseren Breitengraden eben eine trockene Phase hinter uns. Der letzte, wesentliche Niederschlag (abgesehen von den letzten sieben Tagen) führt mich gedanklich in den Juli 2025 zurück.

Dieses Bild lässt sich jedoch auch vom Natürlichen ins Geistliche übertragen. Eine „Dürre“ kann auch in der Seele herrschen. Sorgen, Krankheit, Zweifel im Glauben, Hoffnungslosigkeit, vielleicht sogar Depression hindern uns an der Freude, die uns aus dem Evangelium erwachsen könnte.

Aus diesem Grund lade ich ein, Euch allein, oder wenn möglich, in der Familie, hinzuknien und ein Gebet um Gottes Nähe & Segen im Heute zu bitten. Bringt vor ihn all das, was Euch Kummer bereitet, nachdem Ihr Gott Dank, Lob, Ehr‘ & Preis gebracht habt. Denkt dabei an mindestens eine Person in Eurem Umfeld, die auch von dieser Gnade, Nähe und diesem Segen profitieren soll. Tragt auch das vor Gott.

Danach lade ich zum Aufschlagen der Bibel auf – für heute können die Gedanken aus Jesaja 44.3-5a Inhalt sein:

„Denn ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: Ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen, dass sie wachsen sollen wie Gras zwischen Wassern, wie die Weiden an den Wasserbächen. Dieser wird sagen: »Ich bin des HERRN«.“

Wenn Ihr nicht alleine seid, sprecht mit Euren Lieben über dieses Wort und versucht zu ergründen, was das für jeden einzelnen von Euch bedeutet. Ich poste damit nicht nur einen Gedanken. Ich verbinde damit mein persönliches Gebet für die gesamte Gemeinde und jeden einzelnen in den individuellen Umständen, dass nach dieser „Dürre“, die wir da und dort erleben müssen, der Segen Gottes auf uns UND auf unsere Nachkommen kommen möge und wir wachsen wie „gut bewässertes Gras“.

Die Folge aus diesem Segen möge unser Bekennen sein. „Ich bin des Herrn!“ – tragen wir das in unser Umfeld!

Mögen wir dann im Sonntagsgottesdienst alle erleben, dass uns unser himmlischer Vater mit den Gedanken, die der Prophet Jesaja ein Kapitel zuvor geteilt hat, antwortet (Jesaja 43,1b):

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen: du bist mein!

Gott füllt unsere Risse aus

21. August 2026

Evelin Underhill meinte einmal: „Wenn Gott klein genug wäre, um verstanden zu werden, wäre er nicht groß genug, um angebetet zu werden.“

In diesem Satz liegt ein großer Trost. Der Trost, nicht alles wissen zu müssen, nicht alles erklären zu müssen, nicht zu wissen, warum mein Leben so verlaufen ist, wie es verlaufen ist. Ich existiere zwischen Zerbrechlichkeit und Kämpferherz und erlebe dennoch, dass Gott trägt.

Lange habe ich geglaubt, Glaube müsse Gewissheit produzieren, Klarheit, Sicherheit. Heute halte ich aus, dass Fragen offen bleiben. Anbetung beginnt nicht dort, wo alles heil ist, sondern dort, wo ich Gott nicht auf das reduziere, was ich verstehe.

Ein Bild hilft mir dabei, es stammt aus Japan. Im 15. Jahrhundert zerbrach dort ein kostbares Keramikgefäß. Der Auftrag an die Kunsthandwerker war ungewöhnlich. Die Risse sollten sichtbar bleiben. Sie wurden mit Gold und Silber ausgefüllt. Nicht, um den Bruch zu kaschieren, sondern um seine Geschichte zu würdigen. Diese Kunstform heißt heute Kintsugi.

Das Bild beschreibt viel von dem, was Glaube für mich geworden ist. Unsere Narben müssen nicht erst verschwinden, damit Gott uns nahe kommen kann. Unsere Verletzungen müssen nicht ungeschehen gemacht werden, um Bedeutung zu haben. Gott wischt unsere Verluste nicht wie Kreide von der Lebenstafel. Er hilft uns, sie zu durchleiden. Das hat Konsequenzen für unsere Anbetung.

Wenn unsere Lieder nur Stärke besingen, Glaubensklarheit, den Sieg von Ostern, dann erzählen sie nur einen Teil der Wahrheit. Dann entsteht ein Bild, das viele in den Krisen ihres Lebens nicht mehr verstehen; nicht mehr als ehrlich empfinden. Anbetung lebt nicht von Kontrolle, sondern von Vertrauen. Und Vertrauen wächst dort, wo Zerbrechlichkeit nicht versteckt werden muss; wo Brüche sichtbar bleiben. Anbetung bedeutet nicht, Gott zu erklären. Sie bedeutet, ihm Raum zu geben. Sie darf nicht behaupten, mit Gott sei diese Welt heil; sondern mit Jesus finde ich Kraft, diese unheile Welt auszuhalten und ein Licht darin zu sein.

Gott wird durch diese Differenzierung nicht kleiner gemacht. Er wird größer, weil wir aufhören, ihn zu instrumentalisieren.

Quelle: Arne Kopfermann

Der Friseur Gottes

20. August 2026

Ein Christ sitzt beim Friseur. Während der Friseur ihm die Haare schneidet, kommen die beiden ins Gespräch. Plötzlich sagt der Friseur:

„Ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt. Wenn es Gott wirklich gäbe, würde er all das Leid und die vielen Probleme auf dieser Welt nicht zulassen.“

Der Christ sagt zunächst nichts. Als er nach dem Haarschnitt den Friseursalon verlässt, sieht er auf der Straße einen Mann mit völlig ungepflegten, langen Haaren und einem wilden Bart.

Der Christ geht zurück in den Salon und sagt zum Friseur:
„Wissen Sie was? Es gibt keine Friseure!“

„Wie bitte?“, antwortet der Friseur verwundert. „Natürlich gibt es Friseure. Ich bin doch einer!“
„Nein“, sagt der Christ. „Wenn es Friseure gäbe, würde es keine Menschen mit solchen ungepflegten Haaren und Bärten geben.“
„Natürlich gibt es solche Menschen“, erwidert der Friseur. „Sie kommen einfach nicht zu mir.“

Da lächelt der Christ und sagt:
„Genau. Und genauso ist es mit Gott. Gott gibt es – aber nicht jeder sucht ihn und nicht jeder lässt ihn in sein Leben.“

Ein Blick in den Kleiderschrank Gottes

19. August 2026

Welche Kleider tragen Christen? Wo sind sie zu erwerben? Was kosten sie? – Die Antwort des Stammapostels überrascht: „Sie sind bereits da, zieh sie an.“ 

Für den Jugendgottesdienst am Samstag, 6. Juni 2026 in Luanda (Angola) wählte Stammapostel Helge Mutschler das Bibelwort aus Kolosser 3,12: „So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.“ 

Alte versus neue Kleider 

Der Hintergrund des Wortes sei interessant, denn Apostel Paulus habe einen Brief an die Gemeinde in Kolossä geschrieben. Dies sei notwendig gewesen, da die Geschwister sich dort nicht so verhielten wie sie sollten – Lüge, Betrug, Streit bestimmten den Alltag. Doch was sollte er schreiben? 

Kolossä sei zur damaligen Zeit ein „Modezentrum“ gewesen. Dort seien Stoffe gefärbt und Kleidung hergestellt sowie verkauft worden. Also habe der Apostel ihnen folgendes Bild in seinem Brief nahegelegt: „Sie sollen ihre unguten Verhaltensweisen wie ein altes Kleid ausziehen und ablegen, wegwerfen am besten.“ Außerdem: „Die neuen Verhaltensweisen – so wie Christen sich benehmen – wie neue Kleider, wie schöne Kleider anziehen.“ Manchmal sei es schwierig, ein altes Kleidungsstück auszuziehen und beiseitezulegen. Mancher habe gar nichts anderes zum Anziehen, mancher hänge an seinem Lieblingsstück. 

„Schwierig ist es mit neuen Kleidern.“ Manche hätten die Qual der Wahl, es gäbe so viele unterschiedliche Überzeugungen, Geistesströmungen und Ratgeber. „Es ist ganz einfach, Christen: Wir kleiden uns wie Christus.“ Manche könnten sich neue Kleider nicht leisten, sie seien zu teuer. „Die Kleider Gottes, die Kleider unseres Herrn Jesus Christus kosten kein Geld.“ Und das Beste: „Sie sind schon seit der Taufe und Versiegelung in deinem ‚Kleiderschrank‘.“ Denn „mit der Gabe des Heiligen Geistes hat Gott diesen Kleiderschrank mit diesen Kleidern vollgemacht.“ Man müsse dem Heiligen Geist nur Raum zur Entfaltung geben. „Den Kleiderschrank aufmachen, die Kleider rausnehmen und anziehen.“ 

Die Kleider Christi 

„Jetzt gucken wir mal in unseren Kleiderschrank“, forderte Stammapostel Helge Mutschler auf. Was finde sich dort? 

Herzliches Erbarmen: Manchmal sei es modern, „cool“ zu sein, am anderen vorbeizugehen, da er einen nicht interessiere. Es habe Jesus gejammert und den Magen umgedreht, als er sah, wie die Witwe zu Nain ihren einzigen Sohn zu Grabe trug. „Zieh das einfach an und schaue mal in deiner Umgebung, zu deinen Nachbarn, deinen Freunden, wo Not ist und habe Mitgefühl.“ 

Freundlichkeit: „Liebe in Aktion.“ Dies bedeute zuzuhören, gut zu reden statt zu lästern, zu integrieren statt auszuschließen, zu begleiten, zu teilen, zu beten, zu erbauen und Dank zu sagen. „Wenn du dieses Kleidungsstück anziehst, dann wirst du loslegen und anderen Leuten Gutes tun.“ 

Demut: Der Herr Jesus sei demütig. Er habe im Himmel gelebt und sei freiwillig auf diese Erde gekommen, wo es Schmerz, Tod, Verrat und Hass gebe und sei bis zum Kreuz gegangen. „Zieh doch bitte dieses Kleidungsstück an und beuge dich vor jedem anderen Menschen.“ Man solle darauf bedacht sein, den anderen höher zu achten als sich selbst und ihn groß zu machen. 

Sanftmut: Jesus sei von den Leuten angespuckt, geschlagen und gegeißelt worden. Dennoch habe er bei seinem Vater um Vergebung für diese Menschen gebeten. „Zieh dieses Kleidungsstück an, dann wirst du nicht mehr zurückschlagen, wenn man dich angreift.“ 

Geduld: Petrus habe Jesus nicht mehr vertraut, als er übers Wasser ging, und habe ihn später verraten. In beiden Fällen habe Jesus fehlerfreundlich gehandelt, Petrus die Hand gereicht und ihn gefragt, ob er ihn liebhabe. „Lasst uns doch alle freundlich mit den Fehlern umgehen und vergeben“. 

„Die Kleider sind alle da, wir müssen sie nur anziehen“, appellierte der Stammapostel. Auch wenn die Kleider noch ‚viel zu groß‘ sein sollten, das „macht nichts, zieht sie trotzdem an“, denn „ihr werdet reinwachsen.“ Und wenn der Herr Jesu komme, „wird er uns anschauen und sagen: ‚Meine liebe Braut, wie schön du aussiehst.‘ Dann wird das wie ein perfekter, maßgeschneiderter Anzug oder Kleid aussehen.“ 

Artikel von Sophie Berg für nac.today, 5.8.2026

Einheit im Geist und Fürbitte des Apostels

18. August 2026

In Anknüpfung an das Thema des letzten Sonntagsgottesdienstes bin ich nochmals über das Wort aus Epheser 4,3-6 gestossen:

„Und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.“

Apostel Paulus konnte nicht ständig in allen Gemeinden vor Ort sein, die Kommunikationsmittel und -wege waren zeitgemäß eingeschränkt. Briefe, die wohl oft wochenlang bis zu ihrem Ziel benötigten, waren ein Weg, die Gemeinden zu fördern und zu stützen. So schreibt er Themenverwandtes auch an die Philipper:

„So macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.“

Apostel Paulus zeigt seinen Gemeinden, wie sehr sie ihm am Herzen liegen und, dass er diese Fürbitte auch vor Gott trägt. In Epheser 3,14-19 hält er seine Fürbitte für die Gemeinde fest:

„Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat, dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne. Und ihr seid in der Liebe eingewurzelt und gegründet, damit ihr mit allen Heiligen begreifen könnt, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen könnt, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet, bis ihr die ganze Fülle Gottes erlangt habt.“

Auch heute beten die Apostel für die Gemeinden, deren Einheit und Entwicklung. Erkennen wir darin die Liebe unseres himmlischen Vaters und fördern wir durch unseren Beitrag zur Einheit und Nächstenliebe die Entwicklung bis zum Tag der Wiederkunft Christi.

Die schwerste Bitte

17. August 2026

Die schwerste Bitte“: „Herr, Dein Wille geschehe!“

„Dein Wille geschehe!“ So sprach ich auch gern,
als Not und Trübsal und Sorge fern.
Dann kamen Stunden, so bang und so schwer,
da wollt‘ es kaum über die Lippen, o Herr.
Wenn das Herze blutet, die Seele weint,
wenn der helle Tag uns wie Nacht erscheint,
dann, dann ist es so unsagbar schwer,
zu sprechen: „Dein Wille geschehe, o Herr!“
Dann möchte ich rufen: „Herr, muß es denn sein?
Nur das nicht, nur das nicht, o Vater mein!“
Und das Herze sträubt sich, den Weg zu gehn,
es kann den Allmächtigen nicht verstehen,
und es ruft wohl in all dem Schmerz und der Pein:
„Mein Gott! Mein Gott! Soll das Liebe sein?“
Und wieder und wieder: „O Vater, vergib,
vergib meine Zweifel, Du hast mich doch lieb;“
verzehrt sich mein Herz auch in Weh und Pein,
muß dennoch Dein Weg der rechte sein.
Dein Wille geschieht zwar, wenn ich’s auch nicht will,
doch macht dieses Wissen das Herz mir nicht still.
Herr, lehr Du mich rufen von Herzensgrund,
Daß ich sprech‘ mit dem Herzen, nicht nur mit dem Mund:
„Dein Wille geschehe! Nicht wie ich will!“
Nur so wird es in mir allmählich still.
Herr, wende mein Herz ganz ab von der Welt,
und führe Du mich, wie Dir es gefällt.
Sind rauh auch die Wege und dornenvoll,
ich weiß, Du führest mich dennoch wohl.
Dies soll meine tägliche Bitte sein:
„Daß ich nichts mehr begehre, als Dich, Herr, allein.“
Dein Wille gescheh‘, wenn die Sonne lacht,
Dein Wille gescheh‘, in Trübsalnacht,
Dein Wille gescheh‘ jetzt und ewiglich,
so nimm Herz und Hände und führe mich!
Wenn ich auch das Ziel Deiner Wege nicht seh‘,
Du führst mich doch wohl, Herr, Dein Wille gescheh‘!

Hermann Enke, 1956
ww.schaefer-verlag.de

Lösungen zum Bibelquiz (2)

16. August 2026

10 einfache Fragen

  1. Welches Buch steht vor und welches nach dem Lukasevangelium?
    (Markus-, Johannesevangelium)
  2. Wie hieß der jüngste Sohn Jakobs?
    (Benjamin)
  3. Wo lesen wir zuerst etwas von einem Schäfer?
    (Abel, 1. Mose 4,2)
  4. Wer sagt: „Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten?”?
    (Elia auf dem Berg Karmel)
  5. Welche beiden Vögel sandte Noah als Kundschafter aus der Arche?
    (Rabe, Taube)
  6. Wer sagt: „Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen!”?
    (Josua)
  7. Welcher Feldherr hatte Aussatz?
    (Naemann)
  8. Welche Städte wurden durch Feuer und Schwefel zerstört?
    (Sodom und Gomorra)
  9. Nenne drei Jünger Jesu mit „J”.
    (Jakobus, Johannes, Judas)
  10. Wie viel Personen wurden durch die Arche gerettet?
    (8)

10 mittlere Fragen

  1. Nenne drei Gefangene, die in der Bibel vorkommen.
    (Joseph, Simson, Paulus)
  2. Wer verkündete das nahe bevorstehende Kommen Jesu?
    (Johannes der Täufer)
  3. Wie hieß die Mutter und die Großmutter Jakobs?
    (Rebekka, Sara)
  4. Nenne drei Propheten?
    (Elia, Jeremia, Jona)
  5. Was geschah früher? Die Taufe Jesu oder die Speisung der 5000?
    (Taufe Jesu)
  6. Nenne drei Missionare, die in der Bibel vorkommen.
    (Paulus, Silas, Barnabas)
  7. Wie hieß Ruths Mann?
    (Boas)
  8. Welche Krankheit hatte Mephiboseth?
    (Er war lahm)
  9. Was geschah früher? Elias Himmelfahrt oder Henochs Entrückung?
    (Henochs Entrückung)
  10. Wer machte das goldene Kalb bzw. die eherne Schlange?
    (Aaron, Mose)

10 schwierige Fragen

  1. Zähle drei Söhne Davids auf.
    (Salomo, Absalom, Nathan)
  2. Wer war Bernice?
    (Die Frau des Königs Agrippa)
  3. Was geschah früher? Die Enthauptung Johannes oder die Speisung der 5000?
    (Enthauptung Johannes)
  4. Wer war Ahasveros?
    (Perserkönig, Xerxes 1.)
  5. Wo wird in der Bibel zum ersten Mal etwas von Äpfeln berichtet?
    (Sprüche 25,11)
  6. Wer sagte: „Siehe, es ist mir nicht dir Hälfte gesagt. Du hast wohl mehr Weisheit und Gut, denn das Gerücht ist, das ich gehört habe”.
    (Die Königin von Saba zu Salomo)
  7. Wie hieß der Urenkel Boas?
    (David)
  8. Wer sagte: „Es fehlt nicht viel, du überredest mich, dass ich ein Christ würde”?
    (Agrippa zu Paulus)
  9. Wer war Zippora?
    (Die Frau Moses)
  10. Wie als wurde Hennoch?
    (365 Jahre)

10 Experten-Fragen

  1. Wo ist der „Thron Satans”?
    (In Pergamus/Offenbarung 2,12.13)
  2. Es gibt Dinge, die mehr Streitfragen hervorbringen, als die Verwaltung Gottes fördern, die im Glauben ist (1Tim 1,4).
    (Fabeln, endlose Geschlechtsregister)
  3. Was geschah mit den Tieren, die für das Sündopfer geschlachtet wurden?
    (Sie wurden außerhalb des Lagers verbrannt/3Mo 4,1-12)
  4. Was stand auf dem Stirnband des Hohenpriesters?
    (Heiligkeit dem Jahwe/2.Mo 39,30)
  5. Wie heiß die Mutter Joabs?
    (Zeruja/2Sam 2,13)
  6. Wie viel Wunder tut Gott?
    (Unzählige/Hiob 5,8.9)
  7. Welchen Beruf/Stellung hatte Esra im Volk Israel?
    (Landpfleger/Esr 7,1; Priester, Schriftgelehrter/Esr 7,11)
  8. Wie heißen die beiden Säulen vor dem Tempel, den Salomo gebaut hat?
    (Jakin, Boas/lKö 7,21)
  9. Welche Bücher kommen vor und nach Daniel?
    (Hesekiel, Hosea)
  10. Wer sagte: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder”?
    (Das Volk Israel bei der Freigabe des Barrabas)

Jesu Sehnsucht nach Dir & Deinem Glück

16. August 2026

Auszüge aus dem Johannesevangelium

Wir sahen seine Herrlichkeit {…} voller Gnade und Wahrheit (Joh 1.14)
Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! (Joh 1.29)
Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Joh 3.16)
Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben (Joh 3.36)
Dieser ist wahrlich der Welt Heiland (Joh 4.42)
Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen (Joh 5.24)

Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten (Joh 6.35)
Wahrlich ich sage euch, wer glaubt, der hat das ewige Leben (Joh 6.47)
Wir haben geglaubt und erkannt: du bist der Heilige Gottes (Joh 6.69)
Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden {…} Ströme lebendigen Wassers fließen (Joh 7.38)
Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden (Joh 10.9)

Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen (Joh 12.32)
Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin (Joh 14.3)
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich (Joh 14.6)
Wer mich sieht, sieht den Vater (Joh 14.9)
Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe (Joh 14.26)

Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe (Joh 15.12)
In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden (Joh 16.33)
Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen (Joh 17,3)
Ich bitte aber nicht allein für Sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins sind (Joh 17.20)
Frau, siehe, das ist dein Sohn! – Siehe das ist deine Mutter!  (Joh 19,26.27)
Es ist vollbracht. (Joh 19.30)

Bibelquiz (2)

15. August 2026

10 einfache Fragen

  1. Welches Buch steht vor und welches nach dem Lukasevangelium?
  2. Wie hieß der jüngste Sohn Jakobs?
  3. Wo lesen wir zuerst etwas von einem Schäfer?
  4. Wer sagt: „Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten?
  5. Welche beiden Vögel sandte Noah als Kundschafter aus der Arche?
  6. Wer sagt: „Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen!”?
  7. Welcher Feldherr hatte Aussatz?
  8. Welche Städte wurden durch Feuer und Schwefel zerstört?
  9. Nenne drei Jünger Jesu mit „J”.
  10. Wie viel Personen wurden durch die Arche gerettet?

10 mittlere Fragen

  1. Nenne drei Gefangene, die in der Bibel vorkommen.
  2. Wer verkündete das nahe bevorstehende Kommen Jesu?
  3. Wie hieß die Mutter und die Großmutter Jakobs?
  4. Nenne drei Propheten?
  5. Was geschah früher? Die Taufe Jesu oder die Speisung der 5000?
  6. Nenne drei Missionare, die in der Bibel vorkommen.
  7. Wie hieß Ruths Mann?
  8. Welche Krankheit hatte Mephiboseth?
  9. Was geschah früher? Elias Himmelfahrt oder Henochs Entrückung?
  10. Wer machte das goldene Kalb bzw. die eherne Schlange?

10 schwierige Fragen

  1. Zähle drei Söhne Davids auf.
  2. Wer war Bernice?
  3. Was geschah früher? Die Enthauptung Johannes oder die Speisung der 5000?
  4. Wer war Ahasveros?
  5. Wo wird in der Bibel zum ersten Mal etwas von Äpfeln berichtet?
  6. Wer sagte: „Siehe, es ist mir nicht dir Hälfte gesagt. Du hast wohl mehr Weisheit und Gut, denn das Gerücht ist, das ich gehört habe”.
  7. Wie hieß der Urenkel Boas?
  8. Wer sagte: „Es fehlt nicht viel, du überredest mich, dass ich ein Christ würde”?
  9. Wer war Zippora?
  10. Wie als wurde Hennoch?

10 Experten-Fragen

  1. Wo ist der „Thron Satans”?
  2. Es gibt Dinge, die mehr Streitfragen hervorbringen, als die Verwaltung Gottes fördern, die im Glauben ist (1Tim 1,4).
  3. Was geschah mit den Tieren, die für das Sündopfer geschlachtet wurden?
  4. Was stand auf dem Stirnband des Hohenpriesters?
  5. Wie heiß die Mutter Joabs?
  6. Wie viel Wunder tut Gott?
  7. Welchen Beruf/Stellung hatte Esra im Volk Israel?
  8. Wie heißen die beiden Säulen vor dem Tempel, den Salomo gebaut hat?
  9. Welche Bücher kommen vor und nach Daniel?
  10. Wer sagte: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder”?

Mail – Die ersten drei Mails mit den meisten richtigen Antworten gewinnen einen kleinen Preis.

Grundsatzfragen

14. August 2026

  • Glaubst Du an Gott?
  • Glaubst Du, dass Gott allmächtig ist?
  • Glaubst Du, dass Gott in Deinem Leben ist?
  • Glaubst Du, dass Gott Dich liebt?
  • Glaubst Du an Jesus Christus?
  • Glaubst Du, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist?
  • Glaubst Du an Jesu Auferstehung?
  • Glaubst Du an Jesu Himmelfahrt?
  • Glaubst Du an eine Zukunft bei Gott?
  • Glaubst Du, dass Jesus Dich liebt?
  • Glaubst Du an Jesu Wiederkunft?
  • Bist Du in Jesus verliebt? – Oder ist Dir diese Frage (noch) zu abstrakt?

Über die Liebe

13. August 2026

Liebe ist der einzige Schatz der sich durch Teilung vervielfacht. Sie ist die einzige Gabe, die um das zunimmt, was man davon weggibt. Sie ist das einzige Geschäft, bei dem es sich lohnt, ein absoluter Verschwender zu sein.

Gib sie hin, wirf sie weg, leere Deine Taschen, verstreue sie aus Deinem Korb, stürze das Glas um – und Du hast morgen mehr denn je zuvor.

Wohin gehst Du?

12. August 2026

Heute bin ich einem freundlichen und unbeschwerten Menschen begegnet.

„Wohin gehst du?“, fragte er mich. Ich nannte ein Nachbardorf.
„Wohin gehst du?“, fragte er nochmals. Ich nannte nochmals das Dorf.
„Wohin gehst du?“, fragte er mich abermals.

Da ward ich unsicher, und während ich weiterging, fragte ich mich selber: » Wohin gehst du?«

(aus einem alten Kalender)

Der andere Stein der Weisen

11. August 2026

Axel Kühner schreibt: Wir haben zu Hause noch einen anderen Stein der Weisen. Es ist ein wunderschöner, großer Stein, den wir von einer Reise mit nach Hause nahmen. Nun liegt er bei uns in der Fensterbank. Ein ganz gewöhnlicher Stein und doch ein besonderer.

Immer wenn wir in der Familie mal wieder meinten, dass einer einen anderen beschuldigen und verurteilen sollte wegen offensichtlicher Fehler und Versagen, haben wir den Stein genommen, ihn umgedreht, uns besonnen und dann wieder hingelegt.

Auf der Unterseite stehen mit dickem Filzstift die Worte Jesu geschrieben: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.” (Johannes 8,7)

Der Stein der Weisen im Zusammenleben von Menschen ist der Stein, der nicht geworfen wird. Der andere Stein der Weisen ist die Besinnung auf die Liebe Jesu und seine Vergebung, von der wir alle leben. So werden wir aufeinander trotz unserer Fehler und Schwächen nicht mit Steinen werfen, wo wir doch selbst im Glashaus sitzen. Wir nehmen den Stein, lassen uns durch die Worte Jesu umstimmen, legen ihn wieder zurück und versöhnen uns. Das ist der andere Stein der Weisen; der Geist der Liebe.

Da richtete Jesus sich auf und sprach zu ihr: Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt? Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr.
(Johannes 8,10-11)

(Axel Kühner)

Die Träume der drei Bäume

10. August 2026

Drei Bäume wuchsen auf einem Hügel. Sie lebten fröhlich mit Sonne und Wind und wurden groß und stark. Sie hatten den Himmel über sich und reckten ihre Kronen empor. Sie hatten die Erde unter sich und gruben ihre Wurzeln tief hinein. Sie hatten manche Stürme hinter sich und waren dadurch fest geworden. Sie hatten das Leben vor sich und freuten sich darauf. Sie hatten Träume in sich und warteten auf ihre Erfüllung.

Der erste Baum träumte davon, einmal eine Schatztruhe zu werden. Der Baum malte sich aus, eine wunderbar geschnitzte Truhe zu sein, die einen kostbaren Schatz in sich bewahrt.

Der zweite Baum träumte davon, ein Schiff zu werden. Er sehnte sich danach „Könige über die Meere zu bringen“.

Der dritte Baum gar wollte der wichtigste Baum auf Erden sein. Er wollte auf dem Hügel bleiben und alle Menschen an die Geheimnisse des Lebens erinnern.

Eines Tages kamen 3 Holzfäller und hieben die drei Bäume um. Der erste Baum wurde zu einer Futterkrippe verarbeitet und kam in einen armseligen Stall nach Bethlehem. Ochse und Esel fraßen aus der Futterkrippe und rieben sich am Holz ihr Fell. Dann wurde in einer wundersamen Nacht in diesem Stall das Jesuskind geboren und in die Futterkrippe gelegt. So wurde der Traum von der Schatztruhe doch noch erfüllt, aber so ganz anders und noch viel tiefer als es sich der Baum erträumt hatte.

Aus dem zweiten Baum wurde ein Fischerboot gemacht. Am See Genezareth fuhren die Fische mit dem Boot hinaus. Es war ein mühsamer Alltag in Wind und Wetter, Härte und Not. Da kam eines Tages Jesus an den See und stieg in das Boot, um von dort aus vielen Menschen zu predigen. So wurde das Boot zu einem Gefährt, das den König aller Könige mit seinem wunderbaren Evangelium zu den Menschen brachte.

Der dritte Baum wurde zum Fluchholz und Todesbaum und dachte wehmütig an seinen Lebenstraum. Da wurde Jesus an ihm festgenagelt und erlöste durch seinen Tod am Kreuz alle Menschen. So wurde der Baum auf dem Hügel Golgatha der wichtigste auf Erden, ein Baum des Lebens und Zeichen des Sieges.

(Angela Haend)


Du bist aus erwähltem Holz „geschnitzt“! Was sind Deine Träume? Was ist Dein Ziel? Erkennst Du Deinen Auftrag?

Warum?

9. August 2026

Warum musste Jesus am Kreuz sein Leben lassen?

Diese Frage haben sich unzählige Menschen gestellt. Vermutlich wird niemand auf dieser Erde sie jemals vollständig verstehen. Wenn Jesus Gott ist – warum konnte Gott dann nicht einfach vergeben? Warum war das Kreuz überhaupt notwendig? Schließlich vergab Jesus selbst dem reumütigen Schächer am Kreuz.

Ein möglicher Erklärungsversuch könnte durch folgende Geschichte veranschaulicht werden:

Es war einmal ein König in einem weit entfernten Königreich. Er war im ganzen Land als der gerechteste und zugleich liebevollste König bekannt, den das Königreich je gehabt hatte.

Eines Tages stellte man fest, dass jemand begann, aus der königlichen Schatzkammer zu stehlen.

Da der König für seine Gerechtigkeit bekannt war, ließ er ein Edikt verkünden: Der Dieb solle gesucht und mit zehn Stockschlägen bestraft werden.

Doch weder fand man den Dieb noch hörten die Diebstähle auf. Deshalb erließ der König ein weiteres Edikt und erhöhte die Strafe auf zwanzig Stockschläge. Als auch das nichts änderte und die Schatzkammer sich immer weiter leerte, wurde die Strafe zunächst auf dreißig und schließlich, mit einem letzten unwiderruflichen Edikt, auf vierzig Stockschläge erhöht. Vierzig Schläge kamen einem Todesurteil gleich.

Trotzdem gingen die Diebstähle weiter, bis der Dieb schließlich gefunden wurde.

Es war die Tochter des Königs.

Sofort begannen im ganzen Königreich die Spekulationen. Was würde der König nun tun? Würde er seiner Tochter vergeben? Dann wäre er nicht mehr der gerechte König, für den ihn alle hielten. Würde er jedoch das Urteil vollstrecken lassen, wie könnte er dann noch als liebevoll gelten?

Der König zog sich zurück, dachte lange nach und kam schließlich zu einer Entscheidung: Das Urteil war gerecht. Die Strafe musste vollzogen werden.

Am Tag der Vollstreckung versammelten sich der gesamte Hofstaat und unzählige Bürger auf dem Paradeplatz. Die Tochter des Königs wurde auf ein Podium geführt. Vor den Augen aller wurde sie über den Richtblock gebeugt, ihr Obergewand zerrissen und ihr Rücken freigelegt.

Der Scharfrichter hob bereits die Peitsche zum ersten Schlag.

Da rief der König mit lauter Stimme: „Halt!“

Augenblicklich wurde es still auf dem ganzen Platz.

Der König trat nach vorne, zog sein eigenes Gewand aus und legte sich schützend über den Körper seiner Tochter. Dann wandte er sich zum Scharfrichter und sagte:

„Nun, schlag zu!“

Der Scharfrichter erwiderte erschrocken:

„Mein König, die Schläge werden Euch treffen!“

Der König antwortete:

„Das Urteil ist gesprochen. Die Strafe muss vollzogen werden. Schlag zu.“

Vierzig Schläge trafen den Rücken des Königs. Mit seinem eigenen Körper schützte er seine Tochter. Er nahm die Strafe auf sich und starb an ihrer Stelle.

So blieb der König vollkommen gerecht, denn das begangene Unrecht blieb nicht ohne Konsequenz. Zugleich erwies er die größtmögliche Liebe, indem er die Strafe selbst trug. Die Tochter durfte frei ausgehen, weil ihr Vater ihre Schuld auf sich genommen hatte.

So ähnlich lässt sich auch verstehen, warum Jesus am Kreuz sterben musste.

Gott ist gerecht. Schuld kann nicht einfach übergangen werden; sie verlangt nach Gerechtigkeit. Doch Gott ist zugleich Liebe. Deshalb ließ er die Strafe nicht auf den Menschen fallen, sondern nahm sie in Jesus Christus selbst auf sich. Am Kreuz begegnen sich Gottes vollkommene Gerechtigkeit und seine vollkommene Liebe.


Was hat diese Geschichte mit Jesus zu tun?
Natürlich hinkt jedes Gleichnis an irgendeiner Stelle. Doch sie kann helfen zu verstehen, warum das Kreuz notwendig war. Gott ist vollkommen gerecht – deshalb kann Schuld nicht einfach übergangen werden. Zugleich ist Gott vollkommene Liebe – deshalb trug er die Strafe nicht dem Menschen auf, sondern nahm sie in Jesus Christus selbst auf sich. Am Kreuz begegnen sich Gottes Gerechtigkeit und seine Liebe.

Weiterführender Link aus „Fragen und Antworten“:
Wozu musste Jesus leiden und sterben?

Weiterführende Links aus dem Katechismus:
Jesus Christus – Heiland und Mittler des Heils
Jesu Kreuzigung und Opfertod
Das Opfer Christi — Grundlage der Sündenvergebung
Karfreitag
Das Kreuz

Happy Birthday!

8. August 2026

Heute, am 8.8.2026, feiert unser Stammapostel Helge Mutschler Geburtstag.

Wir nützen diesen Tag, um ihm in Wertschätzung zu gedenken. Sein neues Lebensjahr möge mit Segen, Gesundheit, Engeldienst und Liebe begleitet sein. Der Wille des Herrn erfülle ihn durch den Heiligen Geist und leite unsere Kirche zu unserem Glaubensziel.

Bitte nehmt Euch einige Minuten, um diesen Wunsch vor Gott zu tragen. Aus der Distanz gibt es viel „Selbstverständlichkeit“ und „Erwartungshaltung“. Aber auch unser Stammapostel ist ein Mensch und benötigt unsere Einheit, Mitarbeit und Wertschätzung. Bitte tragt dazu bei!

Wir sind berufen, Teil der Braut Christi zu sein. Einheit, Nächstenliebe und Gottvertrauen sind Teil unseres Auftrages – Maranatha!

2 Minuten Bibelkunde – Gleichnisse Jesu (12)

7. August 2026

Das Gleichnis vom Hausherrn

Bibelstelle
Matthäus 13, 51-52

Zusammenfassung
Nachdem Jesus seine Gleichnisse über das Himmelreich beendet hat, fragt er die Jünger, ob sie alles verstanden haben. Als sie zustimmen, erklärt er: Jeder Schriftgelehrte, der für das Himmelreich unterrichtet wurde, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem Vorrat Neues und Altes hervorholt. Das Bild beschreibt Menschen, die Gottes Wort verstanden haben und sowohl die alttestamentlichen Verheißungen als auch deren Erfüllung in Christus weitergeben.

Kernaussage
Wer Jesus und sein Reich verstanden hat, kann die Wahrheiten des Alten und des Neuen Bundes erkennen, miteinander verbinden und zum Nutzen anderer weitergeben.

Zentrale Gedanken
Ein Jünger Jesu ist zugleich Lernender und Lehrender.
Das Alte Testament wird durch Christus nicht aufgehoben, sondern erfüllt und richtig verstanden.
Der „Hausherr“ verwaltet seinen Schatz verantwortungsvoll und teilt ihn mit anderen.
„Neues und Altes“ zeigt, dass Gottes Offenbarung Kontinuität und Erfüllung besitzt:
Das Neue Testament ergänzt und entfaltet, was im Alten Testament angekündigt wurde.
Geistliche Reife zeigt sich darin, Gottes Wort verständig anzuwenden und anderen weiterzugeben.

2 Minuten Bibelkunde – Gleichnisses Jesu (11)

6. August 2026

Vom Fischnetz

Bibelstelle
Matthäus 13, 47-50

Zusammenfassung
Jesus vergleicht das Himmelreich mit einem großen Netz, das ins Meer ausgeworfen wird und Fische aller Art einfängt. Sobald das Netz voll ist, werden die guten Fische gesammelt und in Gefäße gelegt, die schlechten jedoch weggeworfen. Jesus erklärt, dass es am Ende der Welt ähnlich sein wird: Die Engel werden die Bösen von den Gerechten trennen. Die Bösen werden in den Feuerofen geworfen; dort wird „Heulen und Zähneknirschen“ sein.

Kernaussage
Gottes Reich steht allen offen, doch am Ende wird Gott gerecht zwischen denen unterscheiden, die ihm gehören, und denen, die ihn ablehnen.

Zentrale Gedanken
Das Netz umfasst alle Menschen – niemand ist von Gottes Einladung ausgeschlossen.
Die endgültige Trennung erfolgt erst am Ende der Zeit, nicht durch Menschen im Voraus.
Gott allein ist der gerechte Richter.
Das Gleichnis verbindet Einladung zur Umkehr mit der Ernsthaftigkeit des göttlichen Gerichts.

Mit gewöhnlichen Worten Einzigartiges beschreiben

5. August 2026


Er hatte wahrlich einen eigenen Predigtstil: Jesus Christus. Mit einfachsten, kurzen Alltagsgeschichten sprach er die tiefsten Wahrheiten aus. Um das Geheimnis und die Botschaft hinter den Gleichnissen zu verstehen, fehlte den meisten jedoch eine Zutat.

Christus spricht immer wieder in Gleichnissen, welche zu eminenten Elementen seiner Predigt gehören. Deren Bildlichkeit ist aus dem Alltag der Menschen entnommen und entspricht dem Erfahrungshorizont der Zuhörer. Wer hat denn nicht schonmal verzweifelt den letzten Groschen oder etwas von Wert verloren und den ganzen Haushalt danach abgesucht? Auch das Gleichnis des verlorenen Sohnes ist keine Ausnahme. Zur damaligen Zeit ließen sich viele junge Männer finanziell abfinden und zogen in die großen Handelsstädte, um dort eine selbstständige Existenz aufzubauen. Meist teilten die Menschen also die Alltagserfahrung der Gleichnisse. 

Wieso Gleichnisse?

Doch diese Gleichnisse sind viel mehr als Alltagsgeschichten: Sie transportieren stets einen Grundgedanken. Jesus nutzte diese Bilder, um den Menschen vom Reich Gottes zu predigen. Die Zuhörer sollten verstehen, was es bedeutet „Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen“ (Markus 1,15). Doch nicht jeder konnte und wollte tiefer graben und nach der eigentlichen Botschaft suchen.

Die Jünger selbst fragten bei Jesus nach, weshalb er sein Evangelium mit Gleichnissen in verschlüsselter Form verkündigt. Darauf angesprochen verweist Jesus (Matthäus 13,10–17) auf die Weissagung des Jesajas. Dieser sprach von verfetteten Herzen, davon dass die Menschen schlecht hören und ihre Augen verschließen (Jesaja 6,9–10). So wird die Trägheit und Starrheit der Menschen beschrieben. 

Die Ablehnung der göttlichen Botschaft

Ähnlich ging es Mose und Aaron, als sie zu Beginn der Exodus-Erzählung immer wieder vor dem Pharao standen, und versuchten, die Freilassung des Volkes Israels zu erwirken. Immer wieder ist die Rede davon, dass das Herz des Pharaos verhärtete oder verstockte und dieser nicht offen war für die Botschaft Moses.

Und so beschreibt der Begriff Verstockung viel mehr als nur einen Unglauben. Es ist die bewusste Ablehnung der göttlichen Botschaft und des Willen Gottes. Es ist ein Verharren in als angenehm angesehenen Verhaltensweisen, die eigenen Bequemlichkeit und Selbstgefälligkeit. Es ist ein Nicht-zuhören-wollen hinsichtlich notwendiger Veränderung. 

Der Glaube als Schlüssel

Vielleicht spricht gerade deshalb Jesus in das Leben der Zuhörer hinein. Versucht aufzurütteln, zu verblüffen und für Erstaunen und Aha-Momente zu sorgen. Sie sollen das Reich Gottes nicht als abstrakte Wahrheit verstehen, sondern mit ihrem eigenen Leben in Verbindung bringen. Und so standen die Zuhörer immer wieder selbst vor der Entscheidung, wie sie mit diesen Gleichnissen umgehen möchten. Dieses Spannungsfeld wird hinsichtlich des Wortes vom Kreuz im Korintherbrief passend beschrieben: „Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die da glauben“ (1. Korinther 1,21).

Für den Glaubenden wird die Wirklichkeit Gottes greifbar.

Jesus deutet selbst

Passend hierzu deutete Jesus ein Gleichnis selbst: Das des Sämanns. 

In diesem Gleichnis fällt die Saat auf unterschiedlichen Grund. Der Samen steht für das Wort Gottes, welches sich je nach Untergrund unterschiedlich entwickelt.

Auf den Weg

Dieses Bild entspricht den Menschen, die Gottes Wort hören, es jedoch nicht erfassen können. 

Auf felsigem Grund

Menschen können das Wort Gottes aufnehmen, der Samen schlägt jedoch keine tiefen Wurzeln. Sobald die persönliche Lebenssituation sich verschlechtert, wird das Wort abgelehnt, der Samen kann keine Frucht entwickeln.

In die Dornen

Zwar können Menschen das Wort Gottes annehmen und es kann Wurzeln schlagen. Aber die Sorgen um das Weltgeschehen oder auch trügerischer Reichtum können wie Dornen sein, welche das Wort Gottes zerstören.

Auf gutes Land

Bei Menschen, welche das Wort annehmen und sich daran ausrichten, kann dies für vielfaches Wachstum sorgen.

Kleiner Same, große Wirkung

Jesus ermutigt seine Jünger immer wieder mit Gleichnissen, die verdeutlichen, dass Gott Großes wirken kann. Der Sämann kann nur begrenzt beeinflussen auf welchen Boden der Samen fällt. Auch in den Gleichnissen vom Senfkorn oder Sauerteig wird klar: Der Mensch kann nur einen kleinen Teil beitragen und dennoch entsteht auf wundersame Art und Weise Großes. 

Eine Ermutigung für alle, für welche das Verkündigen des Evangeliums auch einmal frustrierend wird, weil der Samen nicht auf entsprechenden Boden fällt. Im Markusevangelium verweist Jesus auf die Kraft der selbstwachsenden Saat: „Der Same geht auf und wächst – er (der Mensch) weiß nicht wie“ (Markus 4,27).

Quelle: nac.today – Simon Heiniger

Trust in the Lord

4. August 2026

Es fällt mir – zugegeben – etwas schwer, für heute einen Gedanken zu verfassen. Zu tief berührt mich das Ableben unseres Bezirksevangelisten in Ruhe.

Jeder, der ihn länger kannte, schätzte und liebte, weiß, dass er – so wie wir selbst auch – ein Mensch mit Ecken & Kanten war. Wenn man das Interview mit ihm liest, so wird in Summe bewusst, was mich bewegt: hier hinterlässt ein beständiges Gotteskind eine Botschaft für uns: betet, habt Frieden untereinander, bleibt treu & in meinen Worten zusammengefasst: „Trust in the Lord – Vertraue dem Herrn.“

Dieses Motto war auch jenes, welches wir beim „Kiellinzer“ Jugendwochenende als Botschaft hatten, die wir unter anderem als Kautschuk-Band mit ebendieser Botschaft an die Teilnehmer verteilt haben. Für jemanden wie mich war es durchaus ungewöhnlich, dieses Band auch in den Wochen nach dem Treffen zu tragen. Zunächst, weil es nicht mein klassischer „Kleidungsstil“ war und ist, aber auch, weil man an vielen Orten auf diese „Botschaft“ angesprochen wurde. So wurde aus diesem kleinen „Zusammenhaltsband“ ein „Missionsband“. Das Thema hat mittlerweile „Fahrt“ aufgenommen, die Teilnehmer posten in der „Kiellinzer“-Whatsapp-Gruppe Fotos von ihren Handgelenken samt Band & ihrem Alltag oder ihren Sommerferien.

Den Jugendlichen habe ich damals erklärt, dass sie es auf verschiedene Art tragen können – das Band umdrehen & die Botschaft verstecken; das Band so tragen, dass man selbst daran erinnert wird oder eben so, dass dieser Text vom gegenüberstehenden Betrachter gelesen werden kann.

Heute hat sich für mich ein weiterer Nutzen ergeben. Wir waren Wandern, zunächst löste sich die eine Sohle des Wanderschuhes, die dank des selbstlosen Einsatzes des Hüttenwirtes durch Bindfaden und Tape für den Tag gerettet werden konnte; doch dann nach einer weiteren Gehstunde, rund 30 Minuten vor der Mittagsrast und 90 Minuten vor dem geparkten Auto löste sich die andere Sohle nahezu vollständig. Mit einem Haargummi und zwei von diesen „Missions-Bändern“ (die wir „zum Glück“ am Handgelenk trugen) schafften wir es doch noch zur Hütte, wo zusätzlich zu diesen „Trust-in-the-Lord“-Bändern ein breites Klebeband den Abstieg bis ins Tal gewährleistete.

Ein „amüsantes“ Bild aus einem nahezu verunglückten Ausflug? Mitnichten! Bei allem eigenen Zutun: was hält uns denn wirklich auf der Straße, auf dem Weg, auf den wir gestellt sind? Unsere eigene Kraft, unsere Intelligenz, unser Vermögen? Diese von Gott geschenkten Gaben unterstützen oft genug, aber tatsächlich ist es letztlich das, was Gott uns bereitet hat. Jesus ging den Weg bereits für uns, er hat den Sieg für uns bereits erstritten – mein Jesus lebt, mit ihm auch ich: TRUST IN THE LORD! Lass Dein „Vertrauen in den Herrn“ nicht (in einer Schublade zu Hause) zurück, nimm es mit in den Alltag. Es kommt der Moment, wo Du dankbar bist, dass dieses Vertrauen Dich begleitet.

(anbei noch ein paar – nun – unterhaltsame Bilder).

Biblische Weisheit und Lebenskunde

3. August 2026

Lese-Empfehlung Sprüche 16:
(Express-Lesen mit den fett gedruckten Bibelstellen)

1 Der Mensch setzt sich’s wohl vor im Herzen; aber vom HERRN kommt, was die Zunge reden wird. 
2 Einen jeglichen dünken seine Wege rein; aber der HERR prüft die Geister. 
Befiehl dem HERRN deine Werke, so wird dein Vorhaben gelingen. 
4 Der HERR macht alles zu seinem Zweck, auch den Frevler für den bösen Tag. 
5 Ein stolzes Herz ist dem HERRN ein Gräuel und wird gewiss nicht ungestraft bleiben.


6 Durch Güte und Treue wird Missetat gesühnt, und durch die Furcht des HERRN meidet man das Böse.
Wenn eines Menschen Wege dem HERRN wohlgefallen, so lässt er auch seine Feinde mit ihm Frieden machen. 
8 Besser wenig mit Gerechtigkeit als viel Einkommen mit Unrecht. 
Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt. 

10 Weissagung ist in dem Munde des Königs; sein Mund spricht nicht fehl im Gericht. 
11 Waage und rechte Waagschalen sind vom HERRN; und alle Gewichte im Beutel sind sein Werk. 
12 Den Königen ist Unrecht tun ein Gräuel; denn durch Gerechtigkeit wird der Thron befestigt. 
13 Rechte Worte gefallen den Königen; und wer aufrichtig redet, wird geliebt. 
14 Des Königs Grimm ist ein Bote des Todes; aber ein weiser Mann wird ihn versöhnen. 
15 Wenn des Königs Angesicht freundlich ist, das ist Leben, und seine Gnade ist wie ein Spätregen. 


16 Weisheit erwerben ist besser als Gold und Einsicht erwerben edler als Silber. 
17 Der Frommen Weg meidet das Arge; und wer auf seinen Weg achtet, bewahrt sein Leben. 
18 Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.
19 Besser niedrig sein mit den Demütigen als Beute austeilen mit den Hoffärtigen. 
20 Wer auf das Wort merkt, der findet Glück; und wohl dem, der sich auf den HERRN verlässt!


21 Ein Verständiger wird gerühmt als ein weiser Mann, und liebliche Rede mehrt die Einsicht. 
22 Klugheit ist ein Brunnen des Lebens dem, der sie hat; aber die Strafe der Toren ist ihre Torheit. 
23 Des Weisen Herz redet klug und mehrt auf seinen Lippen die Lehre. 
24 Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder. 
25 Manchem scheint ein Weg recht; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode. 


26 Der Hunger des Arbeiters arbeitet für ihn; denn sein Mund treibt ihn an. 
27 Ein heilloser Mensch gräbt nach Unheil, und auf seinen Lippen ist’s wie brennendes Feuer. 
28 Ein falscher Mensch richtet Zank an, und ein Verleumder macht Freunde uneins. 
29 Ein Frevler verlockt seinen Nächsten und führt ihn auf keinen guten Weg. 
30 Wer mit den Augen winkt, denkt nichts Gutes; und wer mit den Lippen andeutet, vollbringt Böses. 


31 Graue Haare sind eine Krone der Ehre; auf dem Weg der Gerechtigkeit wird sie gefunden. 
32 Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte einnimmt. 
33 Der Mensch wirft das Los; aber es fällt, wie der HERR will. 

Die Wunder, die Gott heute tut

2. August 2026

Für den letzten Sonntagsgottesdienst (26.7.2026) habe ich im Gebet um ein Wort als Trost für die Gemeinde zu Beginn des Gottesdienstes gesucht. Das Wort aus Matthäus 11,28-30 kam mir plötzlich in den Sinn:

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“

Nun sitze ich hier und bekomme von einem Glaubensbruder aus Deutschland einen Gottesdienstbericht, ebenfalls von 26.7.2026. Da hat der neue süddeutsche Bezirksapostel Martin Rheinberger (Nachfolger des langjährigen Bezirksapostel Erich) einen Gottesdienst mit dem Wort aus Markus 12,34 gehalten.

Nach einem kurzen Abriss zum Thema Beständigkeit als gemeinsamen Nenner für die Arbeit in rund 30 unterschiedlichen Ländern, stellte er genau das Trostwort „Kommt her zu mir alle, …“ in die Mitte der Gemeinde. Ich zeige diese Gedanken aus dem Gottesbericht erstaunt meiner Frau, sie öffnet neben mir mit einem Aufschlagen die Bibel: Matthäus 11,28-30.

Ich wünsche allseits einen gesegneten Sonntag! Gott ist Euch näher als Ihr denkt!

CP

Ein Tag der Fürbitte

1. August 2026

Vorletzten Samstag habe ich zur Abendandacht inspiriert, letzten Samstag gab es ein Bibelquiz, lasst mich heute anregen Zeit zu nehmen, ein stilles und tiefgründiges Gebet zu sprechen. Dies kann und soll in vollkommen freier Art und Weise erfolgen, schließt jemanden in Euer Gebet ein, um den Ihr Euch sorgt, oder betet einfach für Euren Glauben. Nachfolgend ein kleiner Gebetsimpuls, nicht zum Nachahmen, nur zum Anregen.


Gebetsimpuls

Herr und Gott, wir danken Dir für Deine Liebe.
Wir danken Dir für Deine Erwählung und Gnade.
Wir danken Dir für die Zukunft, die Du für uns bereithältst.
Wir loben und preisen Dich, wir beten Dich an und freuen uns auf die Wiederkunft unseres Heilandes.

Nun treten wir heute mit besonderen Bitten an Dich:
Blicke in unsere Familie(n)/Gemeinde(n).
Du siehst die Sorgen, Nöte, Krankenheiten.
Du siehst manche Angst der Gedanken, der Hoffnungslosigkeit.
Du siehst Schwester X/Bruder Y;
Du siehst das Leid/die Mühen/die Sorgen, die sie/er trägt.
Schenk Du Deine Gnade
und möge Dein Schluss-Segen morgen besonders für sie/ihn Wirksamkeit entfalten.

Herr hol uns heim!

Um Jesu willen,
Amen


CP

Der Koffer ohne Ballast

31. Juli 2026

Ein Mensch packte seinen Koffer für den Sommerurlaub. Er war schwer und vollgepackt mit all den Dingen des Alltags: dem Laptop der Pflichten, den Sorgen des Berufs, den Plänen für die Zukunft und dem unstillbaren Wunsch, immer alles richtig zu machen.

Am Strand angekommen, setzte er sich erschöpft auf den Sand. Da trat ein Wanderer zu ihm, der nur ein leichtes Tuch und einen Stab bei sich trug. Der Wanderer sprach: „Warum schleppst du dein ganzes Haus mit dir an diesen weiten Ort?“

Der Urlauber antwortete: „Ich muss bereit sein. Wenn ich aufhöre zu arbeiten und zu sorgen, verliere ich meinen Wert.“

Der Wanderer lächelte, setzte sich neben ihn in den warmen Sand und wies auf das Meer, das in der Sonne glänzte. Er sagte: „Schau auf das Wasser und den Himmel. Sie tun nichts. Sie glänzen einfach, weil sie sind. Gott hat dir den Sonntag und die Ruhe nicht als Belohnung für fertige Arbeit gegeben, sondern als den Grund, aus dem das Leben atmet. Wer Urlaub macht, unterbricht den Wahn, dass die Welt ohne ihn untergeht. Im Schweigen der Natur spricht der Schöpfer: Du bist genug, auch wenn du ruhst.

Der Urlauber begriff. Er öffnete den Koffer, nahm die schweren Lasten heraus und legte sie an den Rand des Wassers. Da merkte er, dass der Urlaub keine Flucht vor Gott ist, sondern der Ort, an dem Gott wartet, um ihm die Seele zu erfrischen

(Autor unbekannt)

Früchte der Gemeinde

30. Juli 2026

Ich erinnere mich an einen Gottesdienst, den unser Bischof i.R. Peter Jeram vor geraumer Zeit hielt. Dabei stellte er das Bild von einem Gemeindemitglied in den Mittelpunkt, das Früchte bringen wollte. Dieses Gemeindemitglied sinnierte: „Ich wäre so gern ein Apfelbaum, doch: ich bin ein Birnbaum!“.

Unser Bischof drückte damit sinngemäß aus, dass man gelegentlich auf die Früchte, die jemand anderer erbringt, schielt und ebensolche Frucht bringen möchte & betonte dabei, dass jeder in seiner Art wertvoll für die Gemeinde ist und eine individuelle Frucht bringen kann. Auch Birnen sind eine hervorragende Frucht, das Holz besonders wertvoll.

Lasst mich die Frage ergänzen: aus welchem Holz bist Du geschnitzt? Bist Du enttäuscht, wenn Du nicht die Frucht bringst, die Du gerne möchtest oder achtest Du die Vielfalt der Talente, die in Summe in einer Gemeinde vorhanden sind? Wie handelst Du, wenn die Dinge nicht so „rund“ laufen, wie Du es selbst gerne hättest? Gestattet mir, an das in den Gedanken vom 29.7.2026 zum Ausdruck gekommene Bibelwort zu erinnern: acht haben aufeinander, zur Liebe anspornen, die Versammlung nicht verlassen. Der Treue erntet Freuden, die ihm kein Zeitgeist raubt. Entwickeln wir die Frucht des Geistes zur Freude unseres Heilandes Jesus Christus und zu unserer Reife.

CP

Der innere Dreiklang der Liebe

29. Juli 2026

Am 8.7.2026 hielt Apostel Pfützner einen Gottesdienst in Wien-Landstrasse. Nachfolgend ein paar Auszüge:

Wort als Grundlage Hebräer 10,24-25:
„Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlung, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.“

Der innere Dreiklang der Liebe

1. Aufeinander achthaben
Achtsamkeit bedeute nicht Überwachung oder neugieriges Nachfragen („Wo warst du denn?“), sondern echte Anteilnahme: „Du fehlst mir, ich habe dich vermisst.“ Die entscheidende Frage laute nicht „Was ist mit ihm passiert?“, sondern „Was kann ich tun, damit es dir gut geht?“ Achtsamkeit sei damit die erste Etappe der Liebe – ob gegenüber Ehepartnern, Kindern, Eltern, Geschwistern oder der Gemeinde.

2. Einander anspornen
Das griechische Wort für „anspornen“ bedeute eigentlich „aufstacheln“ oder „provozieren“ – derselbe Begriff, der den Streit zwischen Paulus und Barnabas beschreibt. Im Hebräerbrief sei jedoch ein positives Provozieren gemeint: einander liebevoll herausfordern, mehr Liebe zu zeigen und Gutes zu tun. Gemeinde sei kein „Wohlfühlverein“ oder „Kuschelklub“, sondern ein Ort gegenseitigen Wachstums. Die Frage „Was bringt mir der Gottesdienst?“ sei dabei falsch gestellt; richtiger wäre: „Wem bin ich etwas in der Gemeinde? Wer vermisst meine Liebe, wenn ich nicht komme?“

3. Einander ermutigen
Das Wort „ermahnen“ (griechisch parakalein) ist verwandt mit „Paraklet“, der Bezeichnung für den Heiligen Geist im Johannesevangelium. Es meint weit mehr als Ermahnung: Trösten, Ermutigen, Begleiten, Rat geben. Diese Ermutigung richtet den Blick nach vorne – auf den Tag, an dem der Herr wiederkommt.

Quelle: nak.at (vollständiger Bericht)

2 Minuten Bibelkunde – Die Gleichnisse Jesu (10)

28. Juli 2026

Das Gleichnis von der kostbaren Perle

Bibelstelle
Matthäus 13,45.46

Zusammenfassung
Jesus vergleicht das Himmelreich mit einer außergewöhnlich wertvollen Perle. Ein Kaufmann, der nach kostbaren Perlen sucht, erkennt ihren unvergleichlichen Wert. Um sie zu besitzen, verkauft er seinen gesamten Besitz. Das Gleichnis zeigt, dass das Reich Gottes einen Wert besitzt, der alles andere übertrifft. Wer diesen Wert erkennt, ist bereit, alles andere diesem einen Ziel unterzuordnen.


Bedeutung für Christen heute
– Das Reich Gottes und die Gemeinschaft mit Christus sind der größte Schatz des Lebens.
– Echter Glaube verändert die Prioritäten. Materielle Sicherheit, Ansehen oder persönliche Ziele verlieren ihren absoluten
Stellenwert gegenüber der Nachfolge Jesu.
– Die Entscheidung für Jesus ist nicht ein Verlust, sondern ein Gewinn von unermesslichem Wert.
– Nachfolge kann Opfer verlangen, geschieht jedoch aus Freude über das, was Gott schenkt.
– Christen sind eingeladen, täglich neu zu prüfen, worauf sie ihr Herz und ihre Hoffnung setzen.

Das Gleichnis fordert nicht dazu auf, Erlösung zu „erkaufen“. Vielmehr beschreibt es die entschlossene Antwort eines Menschen, der den unvergleichlichen Wert des Reiches Gottes erkannt hat. Erlösung bleibt ein Geschenk Gottes durch seine Gnade (vgl. Epheser 2,8–9).


Kernaussage
Wer den unermesslichen Wert des Reiches Gottes erkennt, ist bereit, alles andere diesem einen höchsten Gut unterzuordnen.


Querverweise

Der größte Schatz
Matthäus 6,19–21 – „Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“
Matthäus 13,44 – Gleichnis vom verborgenen Schatz (inhaltlich eng verwandt).

Alles für Christus
Philipper 3,7–8 – Paulus hält alles für Verlust gegenüber der Erkenntnis Christi.
Lukas 14,33 – Wer Jesu Jünger sein will, muss bereit sein, alles ihm unterzuordnen.

Nachfolge und Hingabe
Matthäus 16,24–26 – Das Leben gewinnen durch die Nachfolge Jesu.
Markus 10,28–30 – Verheißung für diejenigen, die um Jesu willen alles verlassen.

Christus als höchster Wert
Kolosser 2,2–3 – In Christus liegen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.
Hebräer 11,24–26 – Mose achtete die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens.

Erlösung ist Gottes Geschenk
Epheser 2,8–9 – Rettung aus Gnade durch den Glauben, nicht aus Werken.
Jesaja 55,1–3 – Gottes Heil wird ohne Geld und ohne Kauf angeboten.

2 Minuten Bibelkunde – Die Gleichnisse Jesu (9)

27. Juli 2026

Das Gleichnis vom verborgenen Schatz

Das Gleichnis vom verborgenen Schatz gehört zu den sogenannten Reich-Gottes-Gleichnissen. Es ist eines der kürzesten Gleichnisse Jesu, enthält aber eine zentrale Aussage über den unermesslichen Wert des Reiches Gottes.

Bibelstelle
Matthäus 13,44

Zusammenfassung
Ein Mann entdeckt zufällig einen verborgenen Schatz in einem Acker. Weil er erkennt, wie wertvoll dieser Schatz ist, verkauft er voller Freude seinen gesamten Besitz, um den Acker zu erwerben und damit den Schatz zu gewinnen. Jesus vergleicht dieses Handeln mit dem Reich Gottes.

Interpretation
Das Gleichnis macht deutlich, dass das Reich Gottes einen Wert besitzt, der alles andere übertrifft.
Der Mann erkennt den außergewöhnlichen Wert des Schatzes. Seine Reaktion ist weder widerwillig noch von Zwang geprägt, sondern von Freude. Deshalb verkauft er bereitwillig alles, was er besitzt. Der Verlust seines bisherigen Eigentums erscheint angesichts des neu entdeckten Reichtums unbedeutend.
Der Schatz steht sinnbildlich für das Reich Gottes – die Gemeinschaft mit Gott, das ewige Leben und die Erlösung. Wer dessen wahren Wert erkennt, ist bereit, persönliche Prioritäten neu zu ordnen und alles andere diesem Ziel unterzuordnen.
Bemerkenswert ist, dass der Schatz gefunden wird. Im Gegensatz zum anschließenden Gleichnis von der kostbaren Perle (Mt 13,45–46), in dem ein Händler bewusst sucht, stößt der Mann hier scheinbar zufällig auf den Schatz. Das verdeutlicht, dass Menschen Gott sowohl unerwartet begegnen als auch bewusst nach ihm suchen können.
Außerdem unterstreicht das Gleichnis, dass die Nachfolge Jesu zwar Hingabe und Opferbereitschaft verlangt, diese jedoch nicht aus Pflicht geschieht, sondern aus der Freude über den unermesslichen Gewinn.

Kernaussage
Wer den unermesslichen Wert des Reiches Gottes erkennt, ist bereit, alles andere voller Freude hintanzustellen, weil nichts kostbarer ist als die Gemeinschaft mit Gott.

Lösungen zum Bibelquiz

26. Juli 2026

Wir gratulieren den Siegern – die Preisverleihung erfolgte nach dem Gottesdienst

  1. Nenn drei israelitische Könige.
    (Saul, David, Salomo)
  2. Wer baute die Arche?
    (Noah)
  3. Wo ist Jesus aufgewachsen?
    (Nazareth)
  4. Wer wohnte in Ur und ist in ein für ihn unbekanntes Land gezogen?
    (Abram)
  5. Was geschah früher? Mord an Abel oder die Sintflut?
    (Mord an Abel)
  6. Wie hieß der blinde Bettler vor den Toren Jerichos?
    (Bartimäus)
  7. War Goliath ein Philister oder Ägypter?
    (Philister)
  8. Wie hieß der Bruder Jakobs?
    (Esau)
  9. Was geschah früher? Auszug aus Ägypten oder der „Fall Jerichos”?
    (Auszug aus Ägypten)
  10. Wie viele magere Jahre hatte Joseph dem Pharao vorausgesagt?
    (sieben)
  1. Wer befahl Sonne und Mond, stillzustehen?
    (Josua)
  2. Für welche Art von Bäumen war der Libanon bekannt?
    (Zedern)
  3. Wodurch starb Stephanus?
    (Durch Steinigung)
  4. Wo wurde Jesus gefangen genommen?
    (Gethsemane)
  5. Welches biblische Buch berichtet über David und Goliath?
    (1. Samuel)
  6. Ist Horeb der Name einer Stadt oder eines Berges?
    (Berg)
  7. Wo kam ein Kerkermeister zum Glauben?
    (Philippi)
  8. Wie hießen die beiden Söhne des Zebedäus (Jünger Jesu)?
    (Johannes, Jakobus)
  9. Welches Buch der Bibel berichtet von den Missionsreisen des Paulus?
    (Apostelgeschichte)
  10. Wie hieß der älteste Sohn Jakobs?
    (Ruben)
  1. Nenne drei Soldaten, die in der Bibel vorkommen.
    (Joab, Naemann, Kornelius)
  2. In welchem Buch der Bibel lesen wir von Haman?
    (Esther)
  3. Welche drei alttestamentlichen Bücher beginnen mit „M”?
    (Mose, Micha, Maleachi)
  4. Wie hieß der römische Landpfleger in Syrien zur Zeit der Geburt Jesu?
    (Cyrenius)
  5. Was geschah früher? Predigt Paulus auf dem Areopag oder die Hinrichtung Jakobus?
    (Hinrichtung Jakobus)
  6. Wie hießen die Brüder Abrahams?
    (Nahor, Haran)
  7. Wie heißt eine Richterin und ihr Begleiter?
    (Debora, Barak)
  8. Was geschah früher? Einsetzung des Matthias als Apostel oder die Ausgießung des Heiligen Geistes?
    (Einsetzung Matthias als Apostel)
  9. Wie hieß die Göttin, die in Ephesus am meisten verehrt wurde?
    (Diana)
  10. Wie hieß der Gatte von Prisca; welchen Beruf hatte er?
    (Aquila, Zeltmacher)
  1. Was heißt Jahwe-Schammah?
    (Jahwe daselbst/Hesekiel 48,35)
  2. Wie viele Brote und Fische hatte man bei der Speisung der 4000? Wie viele Körbe blieben übrig?
    (7 Brote und mehrere kleine Fische, 7 Körbe/Matthäus 15,3)
  3. Wie heißt der Sturmwind, der nahe bei Kreta aufkommen kann?
    (Euroklydon/Apg. 27,14)
  4. Wie viele Wunder hat Elia bzw. Elisa getan?
    (Elisa tat genau doppelt soviel wie Elia. Erfüllung von 2. Könige 2,9)
  5. Wann wurde das Passah gefeiert? Tag, Monat.
    (14. Tag des 1. Monats)
  6. Wie hieß der erste Werkzeugmacher der Bibel?
    (Tubalkain/1. Mose 4,22)
  7. Wie nannte Jakob den Ort, an dem er mit Gott kämpfte?
    (Pniel/1. Mose 32,30)
  8. Wie viel Kapitel hat Jeremia? Wie viel Verse hat der Judasbrief?
    (52, 25)
  9. Was steht in Römer 1,20+21a?
    (Denn Gottes unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit wird von Erschaffung der Welt an in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien, die Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten.)
  10. Wer ist der Adressat des 1. Petrus-Briefes?
    (Die Fremdlinge in der Zerstreuung)

Die frohe Botschaft von der kommenden Herrlichkeit

26. Juli 2026

Der bekannte Prophet Jesaja schreibt zu Beginn des 61. Kapitels:

„Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen; zu verkündigen ein gnädiges Jahr des HERRN“.

Jeder Sonntag, jeder Gottesdienst ist ein besonderer Augenblick – vielleicht kein „Jahr des Herrn“, aber definitiv ein „Tag des Herrn“. Auch heute haben wir wieder Möglichkeit, Gnade zu empfangen. ER lädt uns zu kommen, er hat für uns alles bereitet, was wir für unsere Seele bedürfen – nicht nur einmal in der Ewigkeit, sondern auch im Heute. WIR entscheiden, ob wir kommen, WIR entscheiden, ob wir seinen Trost und seine Gnade annehmen. WIR entscheiden, was wir daraus machen. Aber ER ist es, der alles vorbereitet hat. Im 10. Vers in diesem Kapitel beschreibt Jesaja, wie wir uns nach dem Gottesdienst fühlen dürfen.

„Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt.“

Dieses Angebot lasse ich mir nicht entgehen, was machst Du?

CP

Bibelquiz

25. Juli 2026

10 einfache Fragen

  1. Nenn drei israelitische Könige.
  2. Wer baute die Arche?
  3. Wo ist Jesus aufgewachsen?
  4. Wer wohnte in Ur und ist in ein für ihn unbekanntes Land gezogen?
  5. Was geschah früher? Mord an Abel oder die Sintflut?
  6. Wie hieß der blinde Bettler vor den Toren Jerichos?
  7. War Goliath ein Philister oder Ägypter?
  8. Wie hieß der Bruder Jakobs?
  9. Was geschah früher? Auszug aus Ägypten oder der „Fall Jerichos”?
  10. Wie viele magere Jahre hatte Joseph dem Pharao vorausgesagt?

10 mittlere Fragen

  1. Wer befahl Sonne und Mond, stillzustehen?
  2. Für welche Art von Bäumen war der Libanon bekannt?
  3. Wodurch starb Stephanus?
  4. Wo wurde Jesus gefangen genommen?
  5. Welches biblische Buch berichtet über David und Goliath?
  6. Ist Horeb der Name einer Stadt oder eines Berges?
  7. Wo kam ein Kerkermeister zum Glauben?
  8. Wie hießen die beiden Söhne des Zebedäus (Jünger Jesu)?
  9. Welches Buch der Bibel berichtet von den Missionsreisen des Paulus?
  10. Wie hieß der älteste Sohn Jakobs?

10 schwierige Fragen

  1. Nenne drei Soldaten, die in der Bibel vorkommen.
  2. In welchem Buch der Bibel lesen wir von Haman?
  3. Welche drei alttestamentlichen Bücher beginnen mit „M”?
  4. Wie hieß der römische Landpfleger in Syrien zur Zeit der Geburt Jesu?
  5. Was geschah früher? Predigt Paulus auf dem Areopag oder die Hinrichtung Jakobus?
  6. Wie hießen die Brüder Abrahams?
  7. Wie heißt eine Richterin und ihr Begleiter?
  8. Was geschah früher? Einsetzung des Matthias als Apostel oder die Ausgießung des Heiligen Geistes?
  9. Wie hieß die Göttin, die in Ephesus am meisten verehrt wurde?
  10. Wie hieß der Gatte von Prisca; welchen Beruf hatte er?

Mail – Das Mail mit den meisten richtigen Antworten erhält morgen im Gottesdienst einen kleinen Preis.

Bonusfragen (doppelte Punkte):

  1. Was heißt Jahwe-Schammah?
  2. Wie viele Brote und Fische hatte man bei der Speisung der 4000? Wie viele Körbe blieben übrig?
  3. Wie heißt der Sturmwind, der nahe bei Kreta aufkommen kann?
  4. Wie viele Wunder hat Elia bzw. Elisa getan?
  5. Wann wurde das Passah gefeiert? Tag, Monat.
  6. Wie hieß der erste Werkzeugmacher der Bibel?
  7. Wie nannte Jakob den Ort, an dem er mit Gott kämpfte?
  8. Wie viel Kapitel hat Jeremia? Wie viel Verse hat der Judasbrief?
  9. Was steht in Römer 1,20+21a?
  10. Wer ist der Adressat des 1. Petrus-Briefes?

Internationaler Tag der Freude

24. Juli 2026

Herzlich willkommen am internationalen Tag der Freude!

Niemand kann Freude befehlen. Die kann man nicht erzwingen, sie muss von innen kommen. Und doch: Paulus fordert nicht nur die Philipper, sondern uns alle auf:

„Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.“

Interessant dabei ist, dass er zuvor schon, genau in diesem Brief, die Bedeutung der Freude betont hat:

„So macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.“

Und genau diese Verse sind es, die die wahre, christliche Grundlage zu göttlicher Freude offenbaren. Diese Einheit, die auch Jesus Christus im Hohepriesterlichen Gebet betont, verschafft dauerhafte Freude und kommt u.a. im Lied „Bewahr dem Herrn die Treue“ zum Ausdruck:

„Der Treue erntet Freuden,
die ihm kein Zeitgeist raubt,
und der Verheißung Erbe
wird schauen, was er glaubt.
Sei treu, bis du vom Wüstenrand
ziehst ein in das verheiß’ne Land!“

In diesem Sinn wünsche ich Euch einen schönen Tag: Freuet Euch, der Herr ist nahe!

CP

Fallen ist nicht das Problem, liegen bleiben schon

23. Juli 2026

Das Lebensprinzip Jesu: Menschen aufrichten! Damals wie heute reicht Christus die Hand, hilft auf und ermuntert im Alltag selbst das Licht zu sein. 

„Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!“, mit diesem Bibelwort aus Jesaja 60,1 eröffnete Stammapostel Helge Mutschler den Gottesdienst am Sonntag, 7. Juni 2026 in Luanda (Angola). 

Vor etwa 2500 Jahren habe das Volk Israel in babylonischer Gefangenschaft gelebt und sei voller Freude gewesen, als es wieder nach Jerusalem zurückkehren durfte. Doch als es ankam, habe sich eine bittere Enttäuschung ihrer bemächtigt, denn es sei alles zerstört gewesen. Der Prophet Jesaja habe diese Situation schon vor langer Zeit vorausgesehen und Gottes Stimme habe zu ihm auf Hebräisch gesagt: „Kumi! Ori!“ 

Steh auf! Leuchte! 

„Kumi – Steh auf! Ori –Leuchte!“ Mit Blick auf das zerstörte Jerusalem sei dies auch so gekommen. Die Stadt, der Tempel seien wieder aufgebaut worden und das Licht habe wieder angefangen zu leuchten. „Wir sind keine perfekten Menschen. Wir sind alle Sünder“, erläuterte der Stammapostel und führte weiter aus: „Wir scheitern und fallen hin.“ Doch: „Fallen ist nicht das Problem, sondern das Problem ist das Liegenbleiben.“ 

„Kumi – Steh auf!“: Aus eigener Kraft sei das schwierig, doch mit Gottes Kraft gelinge dies. Man denke nur an Elia, er sei fix und fertig gewesen, wollte sterben und der Engel des Herrn sei gekommen: „Steh auf und iss!“ Man denke an Jesu Kreuzigung. „Sein Fall war der größte Fall hinunter, den man sich vorstellt.“ Er habe im Himmel gewohnt und sei auf diese Erde gekommen. Man denke an die Jünger, die sich voller Furcht versteckten und die Türen schlossen: „Jetzt ist alles vorbei, jetzt sind wir total gescheitert.“ 

Aber: „Jesus Christus ist die Kraft der Auferstehung.“ Andere Menschen aufrichten und sie ermuntern aufzustehen sei das Prinzip seines Lebens gewesen. „Er richte auch dich auf.“ 

„Ori –Leuchte!“: „‚Es werde Licht‘, sagte Gott am Anfang aller Dinge“, erinnerte Stammapostel Mutschler. Im Paradies sei Licht gewesen, mit der Sünde sei das Dunkle auf die Erde gekommen. Doch Jesus habe Sünde und Tod besiegt und nicht nur gesagt: „Ich bin das Licht der Welt“, sondern auch zu den Seinen: „Ihr seid das Licht der Welt.“ 

Im Alltag aufstehen und leuchten 

Und wie sehe es ganz praktisch in den verschiedenen Aspekten des eigenen Lebens aus? 

Glaube: Im Glauben falle man immer wieder hin. „Jesus Christus reicht uns allen die Hand“ und fordere auf: „Fang wieder neu an, bete wieder, lies wieder in der Bibel, geh wieder in den Gottesdienst. Nicht nur aufstehen, sondern auch leuchten.“ Dies bedeute: „Kämpfe für deinen Herrn Jesus Christus. Stehe zu seinem Evangelium und gehe keine Kompromisse ein.“ 

Sünde: Auch in der Welt von Sünde falle man. Jesus ermuntere aufzustehen und gegen die Sünde zu kämpfen: erkenne, bereue, bekenne, kehre um. „Fange wieder neu an. Empfange die Sündenvergebung.“ Der Aufruf laute: Leuchte und vergib deinem Nächsten. 

Leid: Manchmal sei man am Boden zerstört und bleibe im Leid liegen, da man in Wut, Opferhaltung oder in einem falschen Gottesbild verharre. Gott reiche die Hand, tröste und helfe beim Aufstehen. Der Appell hier: Leuchte und geh zum Nächten: hör zu, sei da, begleite, tröste. 

Konflikte: Streit und Konflikte könnten immer mal vorkommen. „Das Problem ist, wenn ich sage: ‚Dir werde ich niemals vergeben. Ich habe ein Bild von dir, dieses werde ich niemals ändern.‘“ Genauso sei es mit dem Schweigen und hinter dem Rücken schlecht reden. Christus helfe den ersten Schritt zu machen, zu leuchten und Frieden zu stiften. 

Hoffnung und Freude: Freude könne verloren gehen und dafür Müdigkeit einkehren. „Legen wir uns hin, wenn wir an die Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus denken und machen ein kleines Nickerchen?“ Man warte schon so lange. „Wache auf und steh auf und geh dem Herrn entgegen. Du sollst nicht nur aufstehen, sondern lasst uns leuchten.“ Hoffnung und Freude sei da, Jesus Christus werde wiederkommen. 

Quelle: nac.today – Autorin: Sophie Berg

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“*

22. Juli 2026

* Matthias Claudius in „Urians Reise um die Welt“, 1774
Und: was kannst Du über Deine Glaubensreise erzählen?


Bildquelle: nac.today (Zitat Leonard R. Kolb)

Leonard R. Kolb war von 2008 – 2023 Bezirksapostel mit Sitz in den USA und verantwortlich für die Länder Bahamas, Barbados, Belize, Bermuda, Dominica, Dominikanische Republik, Ecuador, Grenada, Guam, Guatemala, Haiti, Honduras, Kaimaninseln, Karolinen, Marschallinseln, Mexiko, Panama, Peru, Puerto Rico, Samoa, San Andreas, Sansibar, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent, Trinidad und Tobago, USA und Venezuela.
Ich darf ihn persönlich kennen & wertschätzen und hatte die Ehre, gelegentlich für ihn zu übersetzen, u.a. am Jugendtag in Innsbruck 2016. Er stammt aus der Gruppe jener nordamerikanischen Geistlichen, für die der Glaube und die Treue an der Herrn unverrückbar waren und sind. Dabei kamen Verständnis und Nächstenliebe nie zu kurz. Das Bekenntnis des Stammapostels Ernst Streckeisen wurde gelebt: „Ich habe mich für den Herrn entschieden und dabei bleibt es!“ (CP)

2 Minuten Bibelkunde – Die Gleichnisse Jesu (8)

21. Juli 2026

Das Gleichnis vom Sauerteig

Bibelstellen
Matthäus 13, 33
Lukas 13, 20–21


Querverweise

Zum Reich Gottes
Matthäus 13, 31–32 – Das Gleichnis vom Senfkorn (äußeres Wachstum des Reiches Gottes)
Markus 4, 26–29 – Die selbstwachsende Saat
Römer 14, 17 – Das Reich Gottes besteht in Gerechtigkeit, Frieden und Freude im Heiligen Geist.

Zum Wirken Gottes
Hesekiel 36, 26–27 – Gott schenkt ein neues Herz und seinen Geist.
Philipper 1, 6 – Gott vollendet das gute Werk, das er begonnen hat.
1. Korinther 3, 6–7 – Gott allein gibt das Wachstum.

Zum Bild des Sauerteigs
2. Mose 12, 15–20 – Sauerteig als Bild für das Entfernen der Sünde beim Passah.
Matthäus 16, 6–12 – Der Sauerteig der Pharisäer als Bild für falsche Lehre.
1. Korinther 5, 6–8 – Sauerteig als Bild für die durchdringende Wirkung der Sünde.
Galater 5, 9 – „Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig.“


Zusammenfassung
Jesus vergleicht das Himmelreich mit einem kleinen Stück Sauerteig, das eine Frau unter eine große Menge Mehl mischt. Obwohl der Sauerteig zunächst kaum sichtbar ist, durchdringt er nach und nach den gesamten Teig und verändert ihn vollständig.
Während Sauerteig in der Bibel häufig als Bild für Sünde oder falsche Lehre verwendet wird, steht er hier für seine Wirkungsweise: Etwas Kleines entfaltet eine große, umfassende Wirkung. So beginnt Gottes Reich oft unscheinbar – im Herzen eines Menschen, in einer kleinen Gemeinschaft oder durch das Wirken des Evangeliums – und verändert Menschen und schließlich ganze Lebensbereiche von innen heraus.
Jesus macht damit deutlich, dass Gottes Reich nicht durch äußere Macht oder spektakuläre Ereignisse wächst, sondern durch das stille und beständige Wirken Gottes.


Kernaussage
Das Reich Gottes beginnt oft unscheinbar, entfaltet aber durch Gottes Kraft eine tiefgreifende und umfassende Veränderung im Leben der Menschen.


Zentrale Lehren
– Gottes Wirken beginnt häufig klein und verborgen.
– Wahre Veränderung geschieht von innen nach außen.
– Gottes Reich wächst stetig, auch wenn sein Fortschritt zunächst kaum sichtbar ist.
– Der Heilige Geist verändert Menschen nachhaltig und Schritt für Schritt.
– Christen dürfen darauf vertrauen, dass Gott auch kleine Anfänge gebraucht, um Großes zu bewirken.


Besonderheiten des Gleichnisses
Dieses Gleichnis ergänzt das Gleichnis vom Senfkorn unmittelbar:
– Das Senfkorn zeigt das äußere Wachstum des Reiches Gottes – aus einem kleinen Anfang wird etwas Großes.
– Der Sauerteig zeigt die innere Wirkung des Reiches Gottes – es durchdringt und verändert alles von innen.
Beide Gleichnisse verdeutlichen zusammen, dass Gottes Reich sowohl sichtbar wächst als auch Menschen und Gemeinschaften innerlich verwandelt.

2 Minuten Bibelkunde – Die Gleichnisse Jesu (7)

20. Juli 2026

Vom Unkraut unter dem Weizen

Bibelstelle:  Matthäus 13, 24–30
Auslegung Jesu: Matthäus 13, 36–43

Querverweise

Zum Thema Geduld Gottes
2. Petrus 3, 9 – Gott hat Geduld und möchte, dass Menschen zur Umkehr kommen.
Römer 2,4 – Gottes Güte führt zur Buße.

Zum Endgericht
Matthäus 3, 12 – Der Weizen wird gesammelt, die Spreu verbrannt.
Matthäus 25, 31–46 – Das Endgericht.
Offenbarung 14, 14–20 – Die Ernte der Erde.
Offenbarung 20, 11–15 – Das große Endgericht.

Zum Reich Gottes
Matthäus 13, 37–38 – Die Kinder des Reiches und die Kinder des Bösen.
Johannes 17, 15–18 – Christen leben in der Welt, gehören aber Christus.
Philipper 2, 15 – Christen sollen als Lichter in einer verdorbenen Welt leuchten.


Zusammenfassung
Jesus vergleicht das Himmelreich mit einem Mann, der guten Weizen auf seinen Acker sät. Während alle schlafen, sät ein Feind heimlich Unkraut zwischen den Weizen. Als beides wächst, möchten die Knechte das Unkraut sofort ausreißen. Der Hausherr verbietet dies jedoch, damit nicht gleichzeitig der Weizen beschädigt wird. Erst zur Ernte sollen beide getrennt werden: Das Unkraut wird verbrannt, der Weizen in die Scheune gebracht.
Später erklärt Jesus seinen Jüngern die Bedeutung: Der Sämann ist der Menschensohn, der Acker ist die Welt, der gute Same sind die Kinder des Reiches Gottes und das Unkraut sind die Kinder des Bösen. Der Feind ist der Teufel, die Ernte steht für das Ende der Welt und die Schnitter sind die Engel. Dann wird Gott endgültig zwischen Gut und Böse unterscheiden.


Kernaussage
Gott lässt Gerechte und Ungerechte bis zum endgültigen Gericht gemeinsam leben, doch am Ende wird Christus vollkommen gerecht zwischen beiden unterscheiden.


Zentrale Lehren
– Die Gerechten dürfen auf Gottes endgültige Gerechtigkeit und sein ewiges Reich hoffen.
– Gott kennt den Unterschied zwischen echtem und falschem Glauben.
– Gottes Geduld ist Ausdruck seiner Gnade und gibt Menschen Zeit zur Umkehr.
– Christen sollen nicht vorschnell über das endgültige Schicksal anderer urteilen.
– Das Böse wird nicht für immer bestehen – Gottes Gericht kommt gewiss.

„Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat, der höre!“ (Matthäus 13,43)

Vaterunser

19. Juli 2026

Das Vaterunser (Matthäus 6,9–13; Lukas 11,2–4) ist weit mehr als ein Gebet, das Christen auswendig lernen. Jesus selbst gab es seinen Jüngern als Antwort auf die Bitte: „Herr, lehre uns beten.“ Deshalb kann es auf mindestens drei Ebenen verstanden werden: als Vorlage, als Lebenshaltung und als Zusammenfassung des Evangeliums.

1. Das Vaterunser beginnt mit einer Beziehung

„Unser Vater im Himmel …“
Jesus lädt seine Nachfolger ein, Gott als Vater anzusprechen. Das war für die damalige Zeit außergewöhnlich persönlich. Christen beten nicht zu einer unpersönlichen Macht, sondern zu einem liebenden Vater. Dabei steckt bereits viel Theologie in den ersten beiden Worten:
„Vater“ – Gott liebt, versorgt, erzieht und nimmt seine Kinder an.
„Unser“ – Christlicher Glaube ist Gemeinschaft. Niemand betet nur für sich selbst.


2. Gott steht zuerst

„Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“
Bevor Jesus über unsere Bedürfnisse spricht, richtet er den Blick auf Gott.

„Geheiligt werde dein Name“
Das bedeutet nicht, dass Gottes Name erst heilig werden müsste. Vielmehr bitten wir:
„Herr, lass dein Wesen sichtbar werden. Hilf mir, so zu leben, dass Menschen dich ehren.“

„Dein Reich komme“
Christen sehnen sich danach,
– dass Menschen Jesus kennenlernen,
– dass Gottes Gerechtigkeit wächst,
– und dass Jesus eines Tages wiederkommt und sein Reich vollkommen aufrichtet.

„Dein Wille geschehe“
Diese Bitte ist Ausdruck tiefen Vertrauens:
„Nicht mein Wille soll letztlich bestimmen, sondern deiner.“
Jesus selbst betete dies im Garten Gethsemane (Matthäus 26,39).


3. Gott sorgt für unsere Bedürfnisse

„Unser tägliches Brot gib uns heute.“
Mit „Brot“ ist mehr gemeint als Nahrung. Es umfasst alles, was wir zum Leben brauchen:
Nahrung, Gesundheit, Arbeit, Wohnung, Beziehungen, Kraft, Frieden.
Diese Bitte erinnert daran: Ich bin von Gott abhängig.


4. Vergebung empfangen und weitergeben

„Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“
Hier verbindet Jesus zwei Dinge: Gottes Vergebung empfangen & anderen vergeben. Das bedeutet nicht, dass wir uns Gottes Vergebung verdienen. Vielmehr zeigt unsere Bereitschaft zur Vergebung, dass wir selbst Gottes Gnade erfahren haben.

Vergebung bedeutet übrigens nicht:
– Unrecht gutzuheißen,
– Vertrauen sofort wiederherzustellen,
– auf Gerechtigkeit zu verzichten.

Sie bedeutet, den Wunsch, Gott möge die empfundene Ungerechtigkeit bewerten.


5. Schutz vor Versuchung

„Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“
Nach Jakobus 1,13 versucht Gott niemanden zum Bösen. Darum verstehen viele Christen diese Bitte so:
„Herr, bewahre mich davor, in Situationen zu geraten, in denen ich falle.“ Oder:
„Wenn Versuchungen kommen, gib mir Kraft, treu zu bleiben.

Mit „dem Bösen“ kann sowohl das Böse allgemein als auch der Böse (Satan) gemeint sein.


6. Der Lobpreis

Viele Bibelausgaben – und so auch die bei uns verwendete Lutherbibel (2017) – schließen mit:
„Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Diese Worte gehören wahrscheinlich nicht zum ursprünglichen Text des Matthäusevangeliums, wurden aber schon sehr früh in der christlichen Gemeinde als Lobpreis angefügt und sind deshalb bis heute Bestandteil vieler Gottesdienste. Sie erinnern daran: Alles beginnt bei Gott und endet bei Gott.


Das Vaterunser als Lebensprogramm

Man kann das Gebet auch als Reihenfolge verstehen:

  1. Gott ehren.
  2. Gottes Ziele suchen.
  3. Sich Gottes Willen unterordnen.
  4. Gott täglich vertrauen.
  5. Vergebung annehmen.
  6. Anderen vergeben.
  7. Um Bewahrung bitten.
  8. Gott die Ehre geben.

Diese Reihenfolge zeigt: Das Gebet beginnt nicht bei unseren Sorgen, sondern bei Gottes Größe.


Zusammenfassung

Das Vaterunser zeigt, dass christliches Beten vor allem Beziehung zu Gott ist. Es lehrt, Gott als liebenden Vater zu vertrauen, seine Herrschaft an die erste Stelle zu setzen, die eigenen Bedürfnisse ehrlich vor ihn zu bringen, von seiner Vergebung zu leben, anderen zu vergeben und täglich um seine Führung und seinen Schutz zu bitten. Es ist damit zugleich ein Gebet, eine Zusammenfassung der Nachfolge Jesu und eine Orientierung für das tägliche Leben.

Buchempfehlung: „Dein Name werde geheiligt – Gedanken und Betrachtungen zum Vaterunser“, Mag. Rudolf Kainz, ISBN 978-3945410028

Abendandacht – oder: wie verbringst Du Deinen Samstag?

18. Juli 2026

Endlich Wochenende; ausschlafen, gemütlich Frühstücken, in Ruhe Zeitung lesen, vielleicht ein Ausflug mit der Familie. Wenn wir so unseren Tagesablauf betrachten, sind die Tage immer mit Programm, Aufgaben, Erlebnissen gefüllt. Ein Großteil davon ist einfach so und ist in den meisten Fällen auch nicht schlecht. Ein alter, uns höchstwahrscheinlich bekannter Türspruch lautet:

„Wir bauen hier so feste,
und sind doch hier nur Gäste,
doch wo wir sollen ewig sein,
bauen wir so wenig ein.“

Und, Hand aufs Herz: welche Ergebnisse wirft Dein wöchentlicher Bericht über Deine Bildschirmzeit am Smartphone aus? – einerlei, auch das muss nicht zwingend schlecht sein oder verurteilt werden. Aber wieviele Minuten verbringst Du im Vergleich im Gebet, beim Lesen der Heiligen Schrift? Wieviel baust Du für Deine Ewigkeit ein? Auch das ist ausschließlich Deine Sache, hat aber möglicherweise einen Einfluss auf Deine Beziehung zu Gott.

Gestatte mir deshalb, genau Dich heute einzuladen, den Samstag auch mit einer Vorbereitung auf den Sonntag zu verbringen. Darf ich empfehlen, dieses Kapitel in Ruhe und mit Gebet zu lesen – Du wirst erstaunt feststellen, wie sehr Jesus Dich liebt.

Fokus · Feuer · Farbe

17. Juli 2026

Ein weiser Mann stellte ein Treffen mit Jugendleitern unter diese 3 Schlagworte. Was können wir davon für unseren (christlichen) Alltag mitnehmen?

FOKUS
Möchte man einen Baum mit einer Axt fällen, schlägt man nicht wahllos überall hin, sondern fokussiert sich auf ein, max. zwei Stellen. Auch wir tun gut daran, wenn wir uns bei unserer Arbeit an uns selbst und in unserer Gemeinde auf Dinge fokussieren, wo wir tatsächlich etwas positiv bewegen können – ansonsten könnte man sich übernehmen und „Burn-Out“-gefährdet sein.
Fokus führt zur Frucht. Jesus kommt, wenn die Braut ihn wirklich liebt und nicht, weil sie sich selbst liebt.

FEUER
Ich liebe es, Christ zu sein, ich liebe es, einen Beitrag in der Gemeinde zu leisten. Und weil ich dies gern tue, ist es für mich keine Last, sondern Berufung. Dies ist möglich, weil ich für meine Aufgabe brenne.

FARBE
Unsere Kirche braucht Farbe, und gerade die Jugend trägt sie hinein. Mit „Kastel“- & Schwarz-Weiß-Denken vertreiben wir die Jugend. An der Himmelstüre werden wir nicht gefragt: „Bist du neuapostolisch?“; Du wirst gefragt werden: „Liebst du mich?“. Erfüllen wir untereinander das höchste Gebot, gehen wir aufeinander zu und schließen wir besonders auch Kinder und Jugendliche in unsere herzliche Wahrnehmung mit ein.

CP

Fußballweltmeisterschaft

16. Juli 2026

Tausende Menschen investieren Zeit und ersparte Mittel um ihre „Helden“ zu sehen. Sie kommen, sie singen, sie jubeln, begeistern sich für das Hin und Her; ein Verlust enttäuscht, ein Sieg macht euphorisch. Wenn man das als relativ neutraler (aber gewiß nicht negativ gestimmter) Betrachter analysiert, erkennt man, dass einer der Hauptantriebe die Gemeinschaft ist, die zusammenschweißt, Sicherheit gibt und über alle Unterschiede der Persönlichkeit, der individuellen Umstände und des faktischen Seins eine Einheit formt, die auf ein bestimmtes gemeinsames Ziel blickt: den Sieg, den Aufstieg in die nächste Runde, idealerweise das Erreichen des Gesamtsieges und das „In-die-Höhe-Haltens“ des Pokals.

Wie ist das mit unserem Glauben, unserer Gemeinschaft? Würden wir heute schon tatsächlich in aller Tiefe und Tragweite erkennen, was uns unser Heiland Jesus Christus Großartiges bereitet hat, würde die Bedeutung, die wir unserem Glaubensleben und unserer Suche nach Nähe zu Jesus geben, in Euphorie umschlagen.

Er hat bereits sein Leben als Opfer für uns gebracht, er ist bereits zum Vater vorausgegangen und hat uns eine Stätte bereitet, wie wir sie uns in dieser Größe nicht vorstellen können. Er hat uns je und je geliebt, er zieht uns mit seiner Liebe immer wieder zu sich, auch wenn wir mal in unserem Alltag nicht besonders gut abschneiden. Er ist der, der seinen Vater auf Dich und mich aufmerksam macht, wenn wir uns zu ihm bekennen, ihn anbeten, ihm nachfolgen, ihm zujubeln aus Dankbarkeit unseres Herzens. Er ist der, der uns einlädt, kostenlos zu kommen, kostenlos vom Angebot seiner Gnade und Liebe Gebrauch zu machen. (Johannes 7,37Offenbarung 22,17). Und er ist es, der wiederkommen wird und zu sich nimmt, auf dass wir ewig beim Vater sein dürfen. Auf uns wartet zwar kein Pokal, aber viel besser: die Krone des (ewigen) Lebens. Dafür ist nur unsere Treue und Beständigkeit gefordert! „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!“

CP

Gemeinschaft der Getauften

15. Juli 2026

Kirche ist die Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Sie lässt sich überall dort erleben, wo die Getauften ihren Glauben aktiv leben. Und das ist nicht auf eine bestimmte Konfession beschränkt.

Ein Teil der Kirche Christi
Die Neuapostolische Kirche versteht sich als Teil der Kirche Christi. Damit ist keine einzelne Denomination gemeint, sondern die Gemeinschaft aller Menschen, die Jesus Christus durch die Taufe, den Glauben und das Bekenntnis angehören. Wer der Kirche Christi angehört, das weiß nur Gott, denn nur er kann den Glauben jedes einzelnen Menschen in der Tiefe beurteilen.
Die Vielheit christlicher Kirchen hat sich ergeben aus kulturellen, sozialen und geschichtlichen Unterschieden sowie verschiedenen Interpretationen der Heiligen Schrift. Das Neue Testament spricht von der Kirche Christi als dem Leib Christi. Demnach haben die Glieder unterschiedliche Funktionen und wirken dennoch zusammen.

Mit Respekt im Dialog
Die Neuapostolische Kirche und ihre Mitglieder achten die Religionsausübung anderer Menschen und äußern sich nicht abwertend darüber. Sie bemühen sich um ein gutes, friedliches Verhältnis auf der Basis gegenseitigen Respekts. Jede Art von religiösem Fanatismus lehnt die Kirche ab. 
Das Apostolat wurde und ist von Jesus Christus für seine gesamte Kirche gestiftet. Dies ermutigt die Neuapostolische Kirche, verstärkt den Kontakt mit anderen christlichen Konfessionen zu pflegen. In einer pluralistischen Gesellschaft beteiligt sich die Neuapostolische Kirche am interkonfessionellen Dialog, um gemeinsam christliche Werte zu vertreten und das gegenseitige Verständnis zu vertiefen.

Vor Ort aktiv
Die Neuapostolische Kirche steht der ökumenischen Bewegung offen gegenüber. Das Leitmotiv lautet: Einheit in versöhnter Verschiedenheit unter Wahrung der Identität der jeweiligen Kirche. Alle ökumenischen Kontakte haben stets Jesus als Mittler und Zentrum vor Augen. Seit den 2000er Jahren ist die Kirche zunehmend in ökumenischen Gremien vertreten. 
Die Neuapostolische Kirche fördert aktiv die Belebung gut nachbarschaftlicher Beziehungen mit anderen Kirchen und Glaubensgemeinschaften auf örtlicher Ebene. Dies geschieht vorzugsweise durch Einladungen zu besonderen Anlässen und durch Benefizveranstaltungen zu karitativen Zwecken.

Quelle: nak.org

Anmerkungen des Vorstehers

Jesus Christus ist nicht auf die Erde gekommen, um rund 45.000* verschiedene christliche Gemeinschaften zu gründen. Jesus Mission war und ist es, den Menschen mit Gott zu versöhnen.

Aus diesem Grund tun wir gut daran, uns in Bescheidenheit, Demut und Nächstenliebe zu üben, wenn wir das Ausüben christlichen Glaubens in anderen Gemeinschaften beobachten oder vielleicht sogar meinen, bewerten zu müssen. Wem Gott Gnade schenkt, obliegt ausschließlich ihm und keinem Menschen, unabhängig von dessen theologischem Wissen. Am deutlichsten wird dies bei dem Ereignis mit den Schächern am Kreuz – einer von beiden fand unmittelbare Gnade, ohne erkennbaren heiligenden Vorhandlungen – Christus selbst offenbarte sich in seiner göttlichen Allmacht.

Und dennoch bin ich sehr gerne Christ in der Neuapostolischen Kirche. Jesus gab uns so viele Hinweise, die uns den Weg zurück zum Vater zeigen. All diese Wege, Aussagen und Verheissungen sind in unserer Gemeinschaft, in der wir uns – Urkirchen-nahe – zu Jesus hinwenden wollen, umgesetzt:

  • Johannes 3,16: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ – unser Glaube ist eine Voraussetzung, um das ewige Leben zu erhalten. Der regelmäßige Besuch des Gottesdienstes ist dabei unserem Glauben eine wichtige Stütze: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.“ (Römer 10,17)
  • Johannes 14:6: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ Jesus zeigt uns ganz klar auf, dass er der Mittler zum ewigen Heil ist.
  • Johannes erläutert in seinem ersten Brief, wie Gott selbst Zeugnis von seinem Sohn gibt: „Denn drei sind, die das bezeugen: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein.“ (1. Johannes 5,7-8). Diese drei Sakramente – Geistestaufe, Wassertaufe, Heiliges Abendmahl – sind zentraler Bestandteil unseres christlichen Glaubens.
  • Selbst in der bedrohlichen Situation vor dem Hohen Rat konnten Apostel Petrus und Apostel Johannes gar nicht anders, als Jesus zu bezeugen – warum? Weil sie das alles selbst gesehen und erlebt haben: „Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.“ (Apostelgeschichte 4,12). Und so führt uns auch heute das Apostelamt, geleitet durch den Heiligen Geist, in den Umständen unseres Glaubenslebens.
  • So bleibt uns nur mehr, jedem gemäß dem „höchsten Gebot“ in Liebe zu begegnen: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt,“ (Matthäus 22,37). Dieses Gebot können wir als Träger des Heiligen Geistes erfüllen, wenn wir Gottes Geist genug Raum geben; denn: „… denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ (ex Römer 5,5)

CP

* Quelle: Center for the Study of Global Christianity at Gordon-Conwell Theological Seminary

Spannende Momente in der Heiligen Schrift

14. Juli 2026

Es gibt viele faszinierende Ereignisse in der Heiligen Schrift Es ist kaum möglich, ein einziges Ereignis herauszuheben. Und dennoch sticht etwas ganz besonders hervor:

Die Auferstehung Christi

  • Sie ist der Wendepunkt der gesamten Bibel. Das Alte Testament bereitet auf den Messias vor, und das Neue Testament baut auf der Auferstehung auf.
  • Sie verändert die Jünger grundlegend. Aus verängstigten Menschen werden mutige Zeugen, die ihre Botschaft trotz Verfolgung verbreiten (z. B. Apostelgeschichte 2–5).
  • Sie ist der Kern des christlichen Glaubens. Paulus schreibt in 1. Korinther 15,14: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.“
  • Sie verbindet viele biblische Themen: Opfer, Erlösung, Bund, Hoffnung, Gericht und neues Leben.

Bibelstellen
Matthäus 28,1-20 – Das leere Grab; der Engel verkündet die Auferstehung; Jesus erscheint den Frauen; die Wächter werden bestochen; der Missionsbefehl
Markus 16,1–8 – Die Botschaft von Jesu Auferstehung.
Markus 16,9–20 – Erscheinungen des Auferstandenen und Himmelfahrt.
(der sogenannte längere Schluss des Markus-Evangeliums, dessen handschriftliche Überlieferung in den ältesten Manuskripten unterschiedlich ist)
Lukas 24 – Die Frauen am Grab; Petrus läuft zum Grab; die Emmausjünger; Jesus erscheint den Jüngern; er erklärt die Schrift; Johannes 20 – Maria Magdalena am Grab; Petrus und Johannes am leeren Grab; Jesus erscheint Maria Magdalena; Jesus erscheint den Jüngern; Thomas begegnet dem Auferstandenen
Darüberhinaus finden sich unzählige Hinweise in der Apostelgeschichte, in den Briefen und selbst in der Offenbarung.

2 Minuten Bibelkunde – Die „eherne“ Schlange

13. Juli 2026

Die „eherne“ (= bronzene) Schlange ist nicht nur ein Bericht aus dem 4. Buch Mose. Diese „Schlange“ begegnet uns beinahe täglich, immer dann, wenn wir an einer Apotheke vorbeifahren und im Apotheken-Symbol einen Hinweis auf dieses Ereignis sehen. Die Bedeutung reicht jedoch bis weit in unser christliches Leben hinein.

Bibelstelle
4. Mose 21,4–9

Querverweise
Johannes 3,14-15 – Hier wird die eherne Schlange unmittelbar auf Christus bezogen.
Johannes 3,16 – Der Blick auf die eherne Schlange weist prophetisch auf den Glauben an Jesus Christus hin.
Römer 8,3 – Jesus war ohne Sünde, nahm aber unsere menschliche Gestalt an.
2. Korinther 5,21 – Auch dies erinnert an das Bild der erhöhten Schlange.

Zusammenfassung
Während der Wüstenwanderung wurden die Israeliten ungeduldig und murrten gegen Gott und Mose:
„Warum habt ihr uns aus Ägypten geführt?“ Als Gericht sandte Gott feurige Schlangen, deren Bisse zum Tod führten.
Das Volk bekannte seine Schuld und bat Mose um Fürbitte. Gott befahl Mose: „Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben.“ (4. Mose 21,8)
Mose fertigte daraufhin eine Schlange aus Bronze (Erz) an und stellte sie auf eine Stange. Jeder, der im Glauben auf sie blickte, blieb am Leben.

Geistliche Bedeutung
Die eherne Schlange ist eines der deutlichsten Vorbilder (Typen) auf Jesus Christus im Alten Testament.

Warum eine Schlange?
Die Schlange ist in der Bibel normalerweise ein Symbol für Sünde, Gericht und Satan (vgl. 1. Mose 3).
Gerade deshalb ist das Bild bemerkenswert: Die bronzene Schlange war nicht lebendig; sie enthielt kein Gift; sie stellte das Gericht über die Sünde dar.
Ebenso war Christus ohne eigene Sünde und nahm aber unser Gericht auf sich. Darum konnte Jesus dieses Bild auf sich anwenden.

Bedeutung für Christen heute
Die Geschichte zeigt mehrere wichtige Wahrheiten:

  • Gott nimmt Sünde ernst.
  • Gott schafft selbst den Weg zur Rettung.
  • Rettung erfolgt durch Glauben.
  • Nicht Werke retten, sondern das Vertrauen auf Gottes Heil.
  • Jesus ist die Erfüllung des alttestamentlichen Vorbildes.

Christen sehen deshalb in der ehernen Schlange ein prophetisches Bild des Kreuzes Christi.

Das Ende der ehernen Schlange
Viele Jahrhunderte später war aus dem Rettungszeichen ein Kultgegenstand geworden. Die Schlange war ursprünglich ein von Gott gegebenes Rettungszeichen. Mit der Zeit wurde sie jedoch angebetet und verehrt. Sie war zu einem Götzen geworden. Hiskia beseitigte deshalb konsequent jeden Götzendienst. Der Name „Nehuschtan“ bedeutet vermutlich etwa: „ein Stück Bronze“ oder „bloßes Erz“. Damit machte Hiskia deutlich: Sie besitzt keinerlei göttliche Macht.
König Hiskia jedoch rückte alles wieder ins „göttliche Lot“:
„Er entfernte die Höhen und zerbrach die Steinmale und hieb die Aschera um und zerschlug die eherne Schlange, die Mose gemacht hatte. Denn bis zu dieser Zeit hatten ihr die Israeliten geräuchert, und man nannte sie Nehuschtan.“

Lehre für heute
Die Geschichte enthält zwei wichtige Botschaften:
– Gott schenkt Rettung allein durch den Glauben.
– Selbst gute oder von Gott gegebene Dinge dürfen niemals zum Gegenstand der Anbetung werden.
Nicht das Symbol rettet, sondern Gott. Ebenso verehren Christen nicht das Kreuz als Gegenstand, sondern den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus.

Sehnsucht, Ängste und Befreiung

12. Juli 2026

Sehnsucht, Ängste und Befreiung: Darum geht es in drei sehr bekannten Bitten. Und darum drehen sich die meisten Sonntagsgottesdienste in Juli.

Der Monat hat mit dem Gottesdienst für Entschlafene begonnen. Im Mittelpunkt stand dabei das Vorbild Jesu in der Zuwendung zu den Toten: Er selbst ist nach seinem Kreuzestod hinabgestiegen in das Reich des Todes, um den Entschlafenen das Evangelium zu predigen. 

Die drei kommenden Sonntagsgottesdienste sind Bitten aus dem Vaterunser gewidmet.

12. Juli: Sehnsucht nach der besseren Welt

„Dein Reich komme“ – diese Bitte richtet den Blick weit nach vorn. Und zugleich mitten ins Heute. Denn das Reich Gottes ist nicht nur eine Hoffnung für die Zukunft. Mit Jesus Christus hat es bereits begonnen: Wo Menschen ihm nachfolgen, das Evangelium verkündigen und Gottes Liebe weitergeben, wird seine Herrschaft schon jetzt sichtbar.
Wer um das Kommen des Reiches Gottes betet, bittet auch um Veränderung im eigenen Leben. Ziel ist es, das eigene Leben auf die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten auszurichten. Wie weit das gelingt, zeigt sich im Alltag in den Beziehungen zu den Mitmenschen sowie im Handeln in Beruf und Gesellschaft.

19. Juli: Den Zukunftsängsten trotzen

„Unser tägliches Brot gib uns heute“ – diese Bitte aus dem Vaterunser klingt schlicht. Doch sie reicht weit über die Frage nach Nahrung hinaus. Es geht um das tägliche Auskommen – für materielle ebenso wie für geistliche Bedürfnisse.
Die Bitte erinnert daran: Alles, was wir haben, ist ein Geschenk Gottes. Sie lädt dazu ein, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen, ohne sich von Zukunftsängsten beherrschen zu lassen.
Auffällig ist ein kleines Wort: Jesus lehrt nicht zu beten: „Gib mir mein tägliches Brot“, sondern: „Gib uns unser tägliches Brot.“ Wer diese Bitte spricht, übernimmt auch Verantwortung für andere. Gottes Fürsorge soll durch Menschen sichtbar werden, die teilen, helfen und füreinander da sind.

26. Juli: Freiheit durch Loslassen

„Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Diese Bitte verbindet zwei Dinge: Gottes Vergebung und unsere Bereitschaft, anderen zu vergeben. 
Jesus macht diesen Zusammenhang im Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht deutlich. Ein Mann, dem eine unermesslich große Schuld erlassen wurde, verweigert seinem Mitmenschen den Erlass einer vergleichsweise kleinen Forderung. 
Vergebung beginnt vor Gott. Wer darum bittet, erkennt die eigene Schuld, bereut sie und möchte sich neu an Jesus Christus orientieren. Das ist Ausdruck der Bereitschaft, selbst barmherzig zu handeln.
Vergeben fällt nicht immer leicht. Manches Unrecht sitzt tief und lässt sich nicht mit einem Entschluss aus der Welt schaffen. Das kann ein langer Weg sein. Dafür kann und darf man Gott um Kraft bitten.

Quelle: nac.today

2 Minuten Bibelkunde – Gleichnisse Jesu (6)

11. Juli 2026

Das Gleichnis ist das dritte von drei Gleichnissen über das Verlorene: das Gleichnis vom verlorenen Schaf (Lukas 15,3–7), das Gleichnis vom verlorenen Groschen (Lukas 15,8–10) und schließlich der verlorene Sohn.

Gleichnis vom verlorenen Sohn

Bibelstellen
Lukas 15,11-32

Querverweise
Psalm 103,8–13 – Gottes Barmherzigkeit.
Hosea 11,1–9 – Gottes Liebe zu seinem Volk trotz Untreue.
Micha 7,18–19 – Gott vergibt Schuld.
Lukas 19,10 – „Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.“
2. Korinther 5,17–20 – Versöhnung mit Gott.

Zusammenfassung
Ein jüngerer Sohn fordert sein Erbe vorzeitig, verlässt seinen Vater und verschwendet alles. Als er verarmt und Hunger leidet, kehrt er reumütig nach Hause zurück. Sein Vater nimmt ihn voller Freude und ohne Vorwürfe wieder auf. Der ältere Bruder ärgert sich über dieses Fest, doch der Vater erklärt, dass Freude über die Rückkehr des Verlorenen wichtiger ist als der Ärger über dessen Vergangenheit.

Kernaussage
Gott nimmt jeden Menschen, der ehrlich zu ihm umkehrt, mit Liebe, Vergebung und Freude an – unabhängig von seiner Vergangenheit.

Personen & Symbolik
Der Vater → steht für Gottes bedingungslose Liebe und Vergebung.
Der jüngere Sohn → steht für den Menschen, der sich von Gott entfernt und umkehrt.
Der ältere Sohn → steht für Menschen, die zwar äußerlich treu sind, sich aber schwer damit tun, anderen Gnade zu gönnen.

Schlüsselvers
„Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.“ (Lukas 15,24)

2 Minuten Bibelkunde – Gleichnisse Jesu (5)

10. Juli 2026

Zweites Gleichnis der Dreierreihe über das Verlorene. Es vertieft dieselbe Botschaft wie das verlorene Schaf und bereitet das Gleichnis vom verlorenen Sohn vor.

Gleichnis vom verlorenen Groschen

Bibelstellen
Lukas 15,8-10

Querverweise
Lukas 19,10 – Jesus sucht und rettet die Verlorenen.
Jesaja 62,3 – Gottes Volk ist kostbar in seinen Augen.
1. Petrus 1,18–19 – Der hohe Wert des Menschen vor Gott.

Zusammenfassung
Eine Frau besitzt zehn Silbermünzen. Als sie eine verliert, zündet sie eine Lampe an, kehrt das Haus und sucht sorgfältig, bis sie die Münze findet. Danach ruft sie ihre Freundinnen zusammen, um sich mit ihnen zu freuen. Jesus vergleicht diese Freude mit der Freude der Engel Gottes über einen Menschen, der umkehrt.

Kernaussage
Jeder Mensch ist für Gott unendlich wertvoll, und seine Umkehr löst große Freude im Himmel aus.

Personen & Symbolik
Die Frau → Gott, der das Verlorene beharrlich sucht.
Der Groschen → der wertvolle Mensch.
Das Licht und das Suchen → Gottes sorgfältiges und liebevolles Handeln.
Die Freude über das Finden → Freude der Engel und Gottes über die Umkehr.

Schlüsselvers
„So, sage ich euch, herrscht Freude vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der umkehrt.“ (Lukas 15,10)

2 Minuten Bibelkunde – Gleichnisse Jesu (4)

9. Juli 2026

Heute und in den kommenden Tagen betrachten wir jene 3 Gleichnisse, anhand derer Jesu Bilder über das Verlorene zeigt.

Gleichnis vom verlorenen Schaf

Bibelstellen
Lukas 15,3-7
Matthäus 18,10-14

Querverweise
Hesekiel 34,11–16 – Gott sucht seine verstreuten Schafe.
Psalm 23 – Der Herr als guter Hirte.
Johannes 10,11–16 – Jesus ist der gute Hirte.
Jesaja 53,6 – „Wir gingen alle in die Irre wie Schafe.“

Zusammenfassung
Ein Hirte besitzt hundert Schafe. Als eines verloren geht, lässt er die neunundneunzig zurück und sucht so lange, bis er das verlorene Schaf findet. Voll Freude trägt er es heim und feiert mit seinen Freunden. Jesus erklärt, dass im Himmel ebenso große Freude über einen Sünder herrscht, der umkehrt.

Kernaussage
Gott sucht aktiv jeden einzelnen Menschen und freut sich über jede Umkehr.

Personen & Symbolik
Der Hirte → Jesus bzw. Gott, der den Menschen sucht.
Das verlorene Schaf → der Mensch, der sich von Gott entfernt hat.
Die Freude über das Wiederfinden → Freude Gottes und des Himmels über die Umkehr eines Menschen.

Schlüsselvers
Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen. (Lukas 15,7)

Tag der persönlichen Seelsorge

8. Juli 2026

Jesus war ein besonderer Seelsorger. Dies zeigte sich in so vielen unterschiedlichen Aspekten, dass man sie kaum aufzuzählen vermag. Schon der erste Ruf zur Nachfolge war eine Sonderform der Seelsorge, die Seligpreisungen ebenso. Menschen wurden plötzlich in einer Form angesprochen und von Jesu Wirken berührt, wie sie es zuvor nicht kannten.

„Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen!“; so erging es auch den Emmausjüngern. Nachdem sie sich ihre Last von der Seele gesprochen haben, hinein in Jesu Herz, konnten sie feststellen: „Brannte nicht unser Herz, da er mit uns redete?“ – vielleicht erging es auch jenen Seelen so, die Jesus zwischen Kreuzigung und Auferstehung besuchte.

Und nun? Jeder Christ ein Missionar, jeder Christ ein Seelsorger. Darf ich einladen, heute noch einen Telefonhörer in die Hand zu nehmen und jemanden anzurufen, der am Herzen liegt? Einen Freund, der einem wichtig ist; eine betagte Glaubensschwester oder ein Bruder, der schon geraume Zeit nicht mehr die Gottesdienste besuchen konnte; ein treues Gotteskind, dass mit Dingen kämpft, die zu Abstand von Gott führten; einen Bruder, eine Schwester, die mit uns konfirmiert worden sind; eine Mutter, einen Vater oder Bruder, eine Schwester, bei der/dem es Zeit ist, sich endlich zu versöhnen … wir stellen unter Beweis, dass wir Gott lieben, wenn wir das auch mit unserem Nächsten tun.

„Ich hab an Dich gedacht, Du fehlst mir. Es tut mir leid, was geschehen ist. …“

Herzlichst,

CP

Gottes Antwort auf die Angst

7. Juli 2026

Als Israel voller Furcht vor Gottes Richterstuhl steht, geschieht das Wunderbare: Gott verurteilt sein Volk nicht. Er spricht ihm Mut zu, durch seine Hilfe, Kraft und Nähe. 

„Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“ Dieses Bibelwort aus Jesaja 41,10 legte der damalige Stammapostelhelfer Helge Mutschler der Predigt am Mittwoch, 20. Mai 2026 in Erica West (Südafrika) zugrunde. 

Das Wort beziehe sich auf eine besondere Situation des Propheten Jesajas in einer Zeit großer Unsicherheit. Der assyrische König habe ein Land nach dem anderen erobert: „Überall waren Flüchtlinge und arme Menschen.“ Die Zukunft sei sehr ungewiss erschienen. Gott habe Jesaja dann in einer Prophezeiung einen Gerichtssaal gezeigt, in dem er alle Völker der Welt einberufen habe. „Und dann sprach Gott von seinem Thron: ‚Nun werde ich über euch richten.‘“ Zitternd, voller Furcht sei das kleine Israel vor ihn getreten. 

Ein Wort, das trägt 

„Dann geschieht das große Wunder. Gott verurteilte sein Volk nicht.“ Er sei öffentlich für sein Volk eingetreten und habe das Bibelwort aus Jesaja 41,10 gesprochen. Das sei das Evangelium im Alten Testament, das sei der liebende und fürsorgliche Gott. „Sein Licht war bereits im Alten Testament erkennbar. Das ist Jesus Christus“, untermauerte der Stammapostelhelfer. Er richte und verurteile nicht, sondern leiste Beistand und schenke Trost: „Fürchtet euch nicht.“ 

Mit dem Sündenfall sei die Angst in die Welt gekommen und habe sich überall ausgebreitet: in den Ländern, in der Gesellschaft, in der Gemeinde, in den Herzen. „Von Zeit zu Zeit wissen wir nicht, was wir tun sollen und wie wir mit dieser Angst umgehen sollen.“ Gott, der Allmächtige, kenne jeden in seinen Lebensumständen und in seiner Angst. „Er sagt: ‚Fürchte dich nicht, und ich gebe euch fünf Gründe gegen die Angst.‘“ 

Sicherheit in unsicheren Zeiten 

Die fünf Gründe gegen die Angst seien: 

  • Ich bin bei euch: „Wir sind jeden Tag von der Liebe unseres himmlischen Vaters umgeben“, betonte Helge Mutschler in Bezug auf Psalm139. Jeden Morgen aufs Neue wolle Gott gemeinsam mit jedem einzelnen durch die Probleme gehen. 
  • Ich bin euer Gott: Gott sei ein wahrer Gott – kein Götzenbild –, der alles tun könne und geschaffen habe; für ihn sei alles möglich. Er sei kein Gott der Ferne, er sei ein persönlicher Gott. „Ich wünsche mir, dass ihr diesem Gott vertrauen könnt.“ 
  • Ich werde euch stärken: Gott schenke Kraft in Zeiten der Schwäche und Erschöpfung. „Ich wünsche euch, dass euer persönlicher Gott euch stärkt, damit ihr mit Flügel wie ein Adler fliegen könnt“, erläuterte Stammapostelhelfer Mutschler in Anlehnung an Jesaja 40,31. Um neue Souveränität zu erlangen und über Mauern springen zu können. 
  • Ich werde euch helfen: Im Kampf gegen das Böse, die Sünde, die Versuchung, wolle Gott dem Menschen beistehen. In diesem Kampf sei man oft hilflos, doch die Hilfe komme vom Kreuz. Jesus gehe an den Ort, „wo unsere Sünde ist, unser Schmerz, wo sogar unser Tod ist, um uns zu helfen, die Sünde zu überwinden.“ 
  • Ich stütze euch mit meiner gerechten rechten Hand: Gott wolle jeden Einzelnen ehren, denn für ihn sei jeder kostbar. Daher biete er seine rechte, gerechte, starke Hand – den Ehrenplatz – an, um Halt und Sicherheit zu geben sowie vor dem Absturz zu bewahren. Der Tag komme, an dem Jesus Christus wiederkomme und „uns, als seiner Braut, seine rechte Hand reichen wird und zu uns allen sagen wird: ‚Nun lasst uns in mein Reich gehen. Meine Braut, ich liebe dich so sehr.‘“ 

Quelle: nac.today

2 Minuten Bibelkunde – Gleichnisse Jesu (3)

6. Juli 2026

Das Gleichnis vom Senfkorn

Bibelstellen
Matthäus 13,31–32
Markus 4,30–32
Lukas 13,18–19

Querverweise
Hesekiel 17,22–24 – Gott lässt aus einem kleinen Zweig einen mächtigen Baum wachsen.
Daniel 4,7–18 (bzw. 4,10–22 je nach Bibelzählung) – Der große Baum als Bild für ein umfassendes Reich.
Matthäus 17,20 – Der Glaube so klein wie ein Senfkorn kann Großes bewirken.
Sacharja 4,10 – „Wer verachtet den Tag kleiner Anfänge?“

Zusammenfassung
Jesus vergleicht das Reich Gottes mit einem Senfkorn, das zunächst unscheinbar und klein erscheint. Nachdem es gesät wurde, wächst es zu einer großen Pflanze heran, sodass sogar die Vögel in ihren Zweigen Schutz finden. Das Gleichnis verdeutlicht, dass Gottes Reich oft verborgen und unauffällig beginnt, sich jedoch durch Gottes Wirken zu etwas Großem und weitreichendem entfaltet.

Kernaussage
Gottes Reich beginnt oft klein und unscheinbar, wächst aber durch Gottes Kraft zu einer umfassenden Wirklichkeit, die vielen Menschen Leben, Hoffnung und Schutz schenkt.

Buchauszug aus „Die Päpstin“
(Dialog des Kindes Johanna und des Gelehrten Aesculapius)
A: Hast Du auch verstanden, was Du da gelesen hast?
J: Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinem Garten säte, und es wuchs und wurde ein Baum. Und die Vögel des Himmels wohnten in den Zweigen des Baumes.
A: Was glaubst du, ist gemeint mit dem Senfkorn, Kind?
J: Der Glaube vielleicht, den man ins Herz sät, wie das Senfkorn in den Garten und hegt man die Pflanze, wird ein großer Baum daraus. Aber vielleicht verkörpert es auch die Kirche, auch sie begann wie ein Senfkorn, klein und in Dunkelheit. Doch dank Jesu und der Apostel ist sie in die Höhe gewachsen.
A: Und die Vögel, die in den Zweigen nisten?
J: Sie sind die Gläubigen, die in der Kirche Errettung finden. Das Senfkorn ist aber auch wie Jesus Christus, denn so wie einen Samen begrub man ihn, und gleich einem Baum wuchs er wieder empor, als er wieder auferstanden ist.

(Donna W. Cross, „Die Päpstin“, ISBN 978-3352009518)

Nur in Jesus Christus ist wahres Heil

5. Juli 2026

Apostelgeschichte 4,12
(aus Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat)

Vorbereitung auf den Tag der Gnade

4. Juli 2026

Am Sonntag, 5. Juli 2026, feiern neuapostolische Christen einen besonderen Gottesdienst, in dem an Seelen der Verstorbenen gedacht wird. Dieser Gottesdienst geht über das reine Gedenken hinaus. Es handelt sich vielmehr um einen Tag, an dem wir dem allewigen Gott in unserer Fürbitte diese Seelen anbefehlen, um Gnade und Spendung von Sakramenten bitten.

Worauf gründet sich dieser Glaube?*

Fürbitte für diese Seelen

Schon aus der Zeit des Alten Bundes ist der Glaube bezeugt, dass man Toten Wohltaten erweisen und damit dazu beitragen könne, ihnen ihr Los zu erleichtern: In 2. Makkabäer 12 wird von Juden berichtet, die Götzen gedient hatten und in einem Kampf gefallen waren. Für diese flehte man um Tilgung ihrer Sünde und sammelte Geld, mit dem Opfertiere für ein Sühneopfer gekauft werden sollten. Dies tat man aus der Überzeugung, dass Tote dereinst auferstehen würden.
Die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten ist seit jeher fundamentaler Bestandteil der christlichen Lehre. Damit verbindet sich auch die Überzeugung, dass Fürbitte für Verstorbene erforderlich ist und sich für sie auswirkt.
Ebenso verhält es sich mit der Sakramentsspendung für Verstorbene. Biblischer Ausgangspunkt ist 1. Korinther 15,29: In Korinth wurden Lebende für Tote getauft. Diese aus dem Heiligen Geist gewirkte Praxis wurde von den Aposteln der Neuzeit wieder aufgenommen. Es entwickelten sich die heute üblichen Gottesdienste für Entschlafene.
Neuapostolische Christen treten in Fürbitte für Entschlafene ein: Sie bitten den Herrn, er möge den Seelen helfen, die unerlöst in die jenseitige Welt gegangen sind.

Mitwirken der Toten in Christus

In 2. Makkabäer 15,11-14 ist dargelegt, dass auch Verstorbene Fürbitte leisten können: „Er [Judas Makkabäus] sagte ihnen auch von einer Erscheinung, die glaubwürdig war; davon bekamen alle Mut. Und das war die Erscheinung: Onias, der frühere Hohepriester, […] streckte seine Hände aus und betete für die ganze Gemeinde der Juden. Danach erschien ihm ein würdiger, alter Mann, und um ihn war ein wunderbarer, herrlicher Glanz. Und Onias sagte zu Judas: Dies ist Jeremia, der Prophet Gottes, der deine Brüder sehr lieb hat und stets für das Volk und die heilige Stadt betet.“ Ebenso berichtet die Schrift davon, dass die Geister und Seelen der Gerechten den Herrn preisen und loben können: „Ihr Geister und Seelen der Gerechten, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!“ (St zu Dan 3,62).
Die Toten und die Lebenden in Christus bilden eine Gemeinschaft, gemeinsam gehören sie zum Erlösungswerk des Herrn. Im Jenseits wie im Diesseits werden sie in seinem Sinn wirken, also bei Gott Fürbitte für Unerlöste einlegen.
Auch das Geschehen auf dem Berg der Verklärung bestärkt in der Überzeugung vom Wirken erlöster Seelen im Jenseits (Lk 9,30.31).

Heilsvermittlung an Verstorbene

Nach 1. Petrus 3,18-20 erfuhren die in der Sintflut Umgekommenen von Jesus Christus besondere Zuwendung: Er verkündigte ihnen nach seinem Opfertod im Totenreich das Evangelium. Dass die Entschlafenen zum „Leben im Geist“ der Verkündigung des Evangeliums bedürfen, sagt auch 1. Petrus 4,6: „Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise das Leben haben im Geist.“

Jesus Christus ist Herr über Tote und Lebende; sein Evangelium gilt beiden gleichermaßen. Es liegt im Willen Gottes, dass allen Menschen geholfen wird (1Tim 2,4-6; Joh 3,16), das heißt, Gottes Heilswille ist universal. Zuwendung von Heil geschieht durch die Predigt, die Vergebung der Sünden und die Sakramente. Dies alles ist auch den Entschlafenen zugedacht. Für sie gilt wie für die Lebenden, dass der Glaube an Jesus Christus unerlässlich zur Erlangung des Heils ist. Die Erlösung geschieht einzig durch Jesus Christus.

Den Auftrag Jesu, das Evangelium zu verkündigen, die Sünden zu vergeben und die Sakramente zu spenden, erfüllen die Apostel an Lebenden wie an Toten. Sie handeln an Christi statt und in seinem Namen. Wie Jesus Christus sein Opfer auf Erden brachte, so geschieht auch Heilsvermittlung durch die Apostel auf Erden. Da Sakramente stets eine sichtbare Seite haben, können sie auch nur im Bereich des Sichtbaren vollzogen werden. Die Wirkung der Sakramente als wesentliche Elemente der Heilsvermittlung ist für Lebende und Tote gleich.

Die Spendung der Heiligen Wassertaufe, der Heiligen Versiegelung und des Heiligen Abendmahls für Entschlafene geschieht, indem die jeweilige sichtbare Handlung an Lebenden vorgenommen wird (siehe 8 und 12.1.13). Die Heilswirkung kommt hierbei nicht den Lebenden, sondern einzig den Entschlafenen zugute.
Verstorbene, die durch die Heilige Wassertaufe und die Heilige Versiegelung die Wiedergeburt aus Wasser und Geist erfahren haben, sind den in Christus Gestorbenen (1Thess 4,16) gleichgestellt.

* Auszug aus dem Katechismus der Neuapostolischen Kirche

2 Minuten Bibelkunde – Gleichnisse Jesu (2)

3. Juli 2026

Das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter

Bibelstelle
Lukas 10,25-37

Querverweise
3. Mose (Levitikus) 19,18
Micha 6,8
Jakobusbrief 2,14-17

Zusammenfassung
Ein Mann wird auf dem Weg von Jerusalem nach Jericho überfallen. Ein Priester und ein Levit sehen ihn, gehen jedoch vorbei. Erst ein Samariter – aus Sicht der Juden ein Außenseiter – hilft dem Verletzten, versorgt ihn und bezahlt sogar seine weitere Pflege.
Jesus macht deutlich, dass wahre Nächstenliebe keine Frage der Herkunft oder Religion ist. Entscheidend ist, dem Menschen in Not mit Barmherzigkeit zu begegnen.

Kernaussage
Liebe zeigt sich im konkreten Handeln.


2 Minuten Bibelkunde – Gleichnisse Jesu (1)

2. Juli 2026

Das Gleichnis vom Seemann

Bibelstellen
Matthäus 13,1-23
Markus 4,1-20
Lukas 8,4-15

Querverweise
Jesaja 55,10-11 (Gottes Wort bringt Frucht)
Hebräer 4,12 (Das Wort Gottes ist lebendig.)
Jakobus 1,21-25 (Das Wort aufnehmen und danach handeln.)

Zusammenfassung
Jesus beschreibt einen Sämann, dessen Saat auf vier verschiedene Böden fällt: auf den Weg, auf felsigen Boden, unter die Dornen und auf guten Boden. Nur der gute Boden bringt reiche Frucht hervor.Jesus erklärt seinen Jüngern selbst die Bedeutung des Gleichnisses. Der Same steht für Gottes Wort. Die unterschiedlichen Böden symbolisieren die verschiedenen Reaktionen der Menschen darauf. Manche hören es, verstehen es aber nicht, andere nehmen es nur oberflächlich an, wieder andere lassen sich von Sorgen oder Reichtum ablenken. Nur wer Gottes Wort bewahrt und danach lebt, bringt bleibende Frucht hervor.

Kernaussage
Nicht die Botschaft ist unterschiedlich, sondern das Herz des Hörers entscheidet darüber, ob Gottes Wort Frucht bringt.

Mit Beständigkeit ans Werk

1. Juli 2026

Eine Aufgabe für (Bezirks-)Apostel oder für alle Christen?

Richard Fehrs ungewöhnliches Vermächtnis

30. Juni 2026

Jeden Sonntag begleitet ‚Richard F‘ etwa 20 Glaubensgeschwister zum Gottesdienst. Sie werden zuhause abgeholt und fahren dann gemeinsam in die Gemeinde Delta. Namensgeber für das etwa acht Meter lange Motorboot in Argentinien ist der frühere, internationale Kirchenleiter, Stammapostel Richard Fehr (1939–2013). Im Kirchendienst ist das kleine, weiße Schiff mit kräftigem Außenbordmotor bereits seit dem 17. August 2002. Sonntag für Sonntag schippern mit ihm bis zu 18 Gottesdienstteilnehmer im Landkreis Tigre – etwa 30 Kilometer entfernt von der Metropole Buenos Aires (Argentinien) – zusammen zu ihrer Kirche. 

Ein zweites Boot, auf dem bis zu 55 Personen Platz finden, trägt den Namen „Maranatha“, übersetzt: „Unser Herr kommt“. In großen, schwarzen Buchstaben steht der Leitspruch von Stammapostel Fehr auf der Backbord- und Steuerbordseite. Die Bootsführer sind ausgebildete Gemeindemitglieder der Gemeinde, allen voran der Gemeindevorsteher, Priester Miguel D’Addario.

Über das Wasser zum Gottesdienst

„Für die Gemeindemitglieder beginnt die Fahrt zum Sonntagsgottesdienst um 7.30 Uhr“, erklärt Viviana Aloy, nac.today-Korrespondentin in Südamerika. „Die Familien warten frühmorgens vor ihrer Wohnung auf die Ankunft eines dieser Boote, um dann gemeinsam in die Kirche zu fahren.“ Die Fahrt geht über einige der 350 Flüsse und Bäche in der Region Delta: unter anderem über den Tigre, den Luján und den Abra Vieja.

Die 20 Kinder der Gemeinde genießen auf der sonntäglichen Flussfahrt einen besonderen Luxus: „Sie bekommen auf dem Schiff ihr Frühstück gereicht“, berichtet Schwester Aloy. Das entspannt den Sonntagmorgen bei den Familien zu Hause. 

Vor der Kirchentüre liegt die Anlegestelle

Das Kirchengebäude in Delta ist ein typischer Bau der Region aus Ziegeln und Holz. Aufgrund der Nähe zum Ufer ist das Gebäude auf Hartholzsäulen gegründet, für die man Quebracho- und Curupayholz verwendet. Die besondere Lage der Kirche am Abra Vieja ist vorteilhaft, aber auch herausfordernd, wenn der Wasserstand allzu sehr steigt oder fällt. Bei sehr niedrigem Wasserstand ist eine Fahrt in den Kanälen und Seitenarmen der Flüsse nur noch mit dem kleinen Boot möglich, dann muss ‚Richard F‘ mehrfach fahren. 

Dass die Glaubensgeschwister mit dem Schiff recht komfortabel zum Gottesdienst kommen, gewährleistet auch eine Besonderheit der Gemeinde Delta: Sie ist eine der wenigen neuapostolischen Kirchen, die eine eigene Anlegestelle für Boote besitzt. Die Gottesdienstteilnehmer können so aus dem Boot aussteigen und direkt in die Kirche hochlaufen*. 

Wasserspritzer und Wellen

„Wer da fährt nach hohem Ziel, lern am Steuer ruhig sitzen …“, zitierte Stammapostel Fehr bei seinem Amtsantritt am 22. Mai 1988 in Fellbach (Deutschland). Ganz bestimmt hatte er damals noch nicht das kleine weiße Boot vor Augen, dass nun über viele Jahre hinweg in Südamerika die Geschwister zum Gottesdienst bringt und das seinen Namen trägt. Allen voran und mit ruhiger Hand: der Kapitän und Priester.

Quelle: nac.today

Quelle (Karten & Kirchenfoto): Google Maps & Google Street View 2026 (oder sollte es hier „River View“ heißen?)

Gott ist viel größer, als wir denken können

29. Juni 2026

18 Minuten für die Seele

Stammapostel i.R. Jean-Luc Schneider in Bensheim, 21.12.2025

Die Brücke

28. Juni 2026

Welche Funktion hat eine Brücke? Folgende Definition ist wohl allgemein gültig: Eine Brücke ist „ein Bauwerk zur Führung von Verkehrswegen oder Leitungsrohren über Hindernisse“ (Straßen, Eisenbahnen, Flüsse)

In der Beziehung Gottes zu den Menschen existiert seit dem Sündenfall ein Bruch. Viele Hindernisse haben sich zwischen Gott und den Menschen aufgetürmt. Der Mensch ist dadurch immer mehr in die Gottferne gerückt.

Gott liebt aber die Menschen, möchte alles Ungute überbrücken, sie zu sich ziehen, ihnen nahe sein und sie erretten. Jesus hat es in Johannes 3,16.17 wie folgt beschrieben: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.“

Zwei weitere Aussagen beschreiben Jesus als Brückenbauer zwischen Gott und den Menschen: „Alles, was mir der Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen“ (Johannes 6,37).

Und: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich“ (Johannes 14,6).

Jesus wurde zu einem Brückenbauer zwischen Gott und den Menschen. Sein Leben, sein Tod, seine Auferstehung und Himmelfahrt, die Sakramente, die er gestiftet hat, sind ein Beweis dafür. Er ist durch sein Leben und Sterben zu einem Vorbild geworden, das zeigt, wie Brücken von Mensch zu Mensch gebaut werden können, wenn die Menschen ein Leben führen, das sich an Jesus orientiert.

Jesus selbst war es, der einst allen ein „Kommt her zu mir …“ zugerufen hat verbunden mit der liebevollen Einladung, von ihm zu lernen und sanftmütig und demütig zu werden (vgl. Matthäus 11,28 ff.). Immer wieder, auch in unseren Tagen, sucht er die Nähe zu den Menschen und bemüht sich, Beziehungen zu ihnen herzustellen und damit eine Brücke zu bauen, sodass seine Botschaft die Herzen erreicht, erfasst und verwandelt. Wer diese Einladung annimmt, wird die Erfüllung der Verheißung erleben: „… so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen“ (Matthäus 11,29).

Buchauszug: „Zwischen Gott und den Menschen – Jesus der Brückenbauer“, Mag. Rudolf Kainz, ISBN 978-3943980813

So fürchte ich kein Unglück

27. Juni 2026

Psalm 23,4

Wenn ich Angst habe, vertraue ich dir. 

„Ich fürchte kein Unglück …“ – wie konnte David so etwas sagen? Das lag daran, dass er wusste, wohin er seinen Blick wenden musste: „Denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich“ (Psalm 23,4). 
Statt sich an die anderen Schafe zu halten, wandte David sich lieber an den Hirten. Statt auf seine Probleme zu starren, blickte er fest auf Stecken und Stab. Weil er wusste, auf was er schauen musste, konnte David sagen: „Ich fürchte kein Unglück.“ 
[…]
Und auch der Verfasser des Hebräerbriefes rät uns dazu: „Wir wollen den Wettlauf bis zum Ende durchhalten, für den wir bestimmt sind. Dies tun wir, indem wir unsere Augen auf Jesus gerichtet halten, von dem unser Glaube vom Anfang bis zum Ende abhängt“ (Hebräer 12,1-2). 
Schätzen wir nicht die Höhe des Berges ab, sondern sprechen wir mit dem, der ihn bewegen kann. Statt die Welt auf unseren Schultern zu tragen, reden wir mit demjenigen, der das ganze Universum trägt. Hoffnung ist nicht weiter als einen Blick entfernt. 

Glaube vertraut auf das, was das Auge nicht sehen kann.

  • Die Augen sehen den brüllenden Löwen. Der Glaube sieht Daniels Engel. 
  • Die Augen sehen die Stürme. Der Glaube sieht Noahs Regenbogen. 
  • Die Augen sehen Riesen. Der Glaube sieht Kanaan. 
  • Deine Augen sehen deine Fehler. Dein Glaube sieht deinen Erlöser. 
  • Deine Augen sehen deine Schuld. Dein Glaube sieht sein Blut 
  • Deine Augen sehen dein Grab. Dein Glaube sieht eine Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. 
  • Deine Augen sehen in den Spiegel und sehen einen Sünder, einen Versager, einen Wortbrüchigen. Aber im Glauben siehst du in den Spiegel und erblickst dich selbst als den verlorenen, der mit einem kostbaren Gewand bekleidet ist und den Ring der Gnade an seinem Finger und den Kuss des Vaters auf seinem Gesicht trägt.

Buchauszug: Geborgen in Gottes Arm – Ermutigungen aus Psalm 23, Max Lucado, ISBN 978-3775146371

Schreiben des Stammapostels

26. Juni 2026

Die Sprache des Herzens

Liebe Geschwister,
es sind nun einige Wochen vergangen, seit ich zum Stammapostel ordiniert worden bin. Ich bin euch aus tiefem Herzen für eure Gebete, eure Unterstützung sowie für alle lieben Gedanken und Grüße dankbar.

Seid gewiss: Ich bete für euch alle.

Auch dieses Pfingsten bedeutete für uns viel mehr als ein Wechsel in der Kirchenleitung. Im Mittelpunkt stand das Gedenken an die Ausgießung des Heiligen Geistes und an all das, was er tut. Er lenkt unseren Blick auf Jesus Christus, und damit auf die Wahrheit, die uns Halt gibt und Orientierung schenkt. In Jesus erkennen wir, wer Gott für uns ist: nicht fern, nicht schweigend, nicht gleichgültig, sondern der Gott, der kommt, der sich erniedrigt und Mensch wird, um bei uns zu sein.

Er teilt unser Leben und unser Leiden, und selbst dort, wo Hass, Gewalt und Verachtung herrschen, antwortet er mit Liebe: „Vater, vergib ihnen.“ Wer so auf Christus blickt, dem wird das Wort unseres Jahresmottos zur Zusage: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“

In einer Zeit, in der viele Menschen verunsichert, besorgt und ängstlich sind, ist das die göttliche Antwort des Trösters, denn die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Möge die Liebe Christi unsere Herzen berühren,damit die Angst ihre Macht verliert. Du bist von Gott geliebt, gewollt und unendlich wertvoll, so wie dein Nächster.

Pfingsten schenkt die Sprache des Herzens, eine Sprache, die verbindet, aufrichtet und Frieden stiftet. Wo diese Sprache gesprochen wird, beginnt etwas vom Himmel schon auf Erden.

In herzlicher Verbundenheit

Euer

Helge Mutschler

Gedanken des Vorstehers

25. Juni 2026

Liebe Gemeindemitglieder, geschätzte Besucher dieser Seite,

Mit großer Demut habe ich die Beauftragung zur Gemeindeleitung angenommen. Damit geht für mich nicht nur eine Vielzahl administrativer Aufgaben einher, es ist eine besondere Verpflichtung, in Gedanken, Wort und Taten Vorbild zu sein. Dies ist wohl die größte Herausforderung aber zugleich eine seelische Fortbildung, die zu einer persönlichen Weiterentwicklung führen wird.

„Ja, mit Gottes Hilfe!“ – mit diesen Worten, die auch Stammapostel Richard Fehr anlässlich der Beauftragung zu seinem hohen Amt aussprach, bin ich in diese Aufgabe getreten. So ist mir auch bewusst, dass ich nichts zu bringen habe, „alles Herr bist Du!„. Darüberhinaus werde ich auch Eure Hilfe, liebe Gemeindemitglieder, benötigen, denn wir sind auf dem Weg zu einem hohen Ziel. Die Wiederkunft Christi ist das höchste Glaubensziel aller Christen (Johannes 14,3 · Apostelgeschichte 1,11 · Matthäus 24,29-44 u.a.). Darauf bereiten wir uns vor.

Anlässlich der Einweihung des neuen Kirchengebäudes der Gemeinde Steyr sprach Apostel Matthias Pfützner über die Bedeutung der Gemeinschaft sowie über die Innen- und Außenwirkung der Kirche:

Die Kirche hat nur dann dauerhafte Außenwirkung, wenn sie Innenwirkung hat. Das liegt an jedem Einzelnen in der Gemeinde. Wenn erlebbar wird, wie ihr in Liebe, in Zuneigung und Freundschaft einander begegnet und einander vergebt, wie Gott uns allen vergibt, wenn erlebbar wird, dass ihr euren Blick in die Zukunft richtet und nicht auf die Vergangenheit, wenn erlebbar wird, dass ihr aus dieser Kirche hinaus geht als die, denen Gott begegnet ist, dann hat Kirche Innenwirkung und auch dauerhaft Außenwirkung. Jeder und jede Einzelne ist dafür mitverantwortlich.

Wenn wir bereit und in der Lage sind, diese Gedanken in die Praxis umzusetzen, werden wir heute schon „Freuden ernten, die uns kein Zeitgeist raubt“ * und sind bereit für das Kommen des Herrn. Suchen wir im Heute die Nähe Jesu, dann finden wir Einheit in unserer Gemeinde, in der gesamten Christenheit. Denn unser Heiland Jesus Christus möchte, dass wir bei ihm sind:

„Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast.“ (aus Johannes 17,24).

Herzlichst,

CP

* aus dem Gesangsbuch „Bewahr dem Herrn die Treue“, Strophe 3, alte Ausgabe

Gottes Antwort auf die Angst

24. Juni 2026

„Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“ Dieses Bibelwort aus Jesaja 41,10 legte der damalige Stammapostelhelfer Helge Mutschler der Predigt am Mittwoch, 20. Mai 2026 in Erica West (Südafrika) zugrunde. 

Das Wort beziehe sich auf eine besondere Situation des Propheten Jesajas in einer Zeit großer Unsicherheit. Der assyrische König habe ein Land nach dem anderen erobert: „Überall waren Flüchtlinge und arme Menschen.“ Die Zukunft sei sehr ungewiss erschienen. Gott habe Jesaja dann in einer Prophezeiung einen Gerichtssaal gezeigt, in dem er alle Völker der Welt einberufen habe. „Und dann sprach Gott von seinem Thron: ‚Nun werde ich über euch richten.‘“ Zitternd, voller Furcht sei das kleine Israel vor ihn getreten. 

Ein Wort, das trägt 

„Dann geschieht das große Wunder. Gott verurteilte sein Volk nicht.“ Er sei öffentlich für sein Volk eingetreten und habe das Bibelwort aus Jesaja 41,10 gesprochen. Das sei das Evangelium im Alten Testament, das sei der liebende und fürsorgliche Gott. „Sein Licht war bereits im Alten Testament erkennbar. Das ist Jesus Christus“, untermauerte der Stammapostelhelfer. Er richte und verurteile nicht, sondern leiste Beistand und schenke Trost: „Fürchtet euch nicht.“ 

Mit dem Sündenfall sei die Angst in die Welt gekommen und habe sich überall ausgebreitet: in den Ländern, in der Gesellschaft, in der Gemeinde, in den Herzen. „Von Zeit zu Zeit wissen wir nicht, was wir tun sollen und wie wir mit dieser Angst umgehen sollen.“ Gott, der Allmächtige, kenne jeden in seinen Lebensumständen und in seiner Angst. „Er sagt: ‚Fürchte dich nicht, und ich gebe euch fünf Gründe gegen die Angst.‘“ 

Sicherheit in unsicheren Zeiten 

Die fünf Gründe gegen die Angst seien: 

  • Ich bin bei euch: „Wir sind jeden Tag von der Liebe unseres himmlischen Vaters umgeben“, betonte Helge Mutschler in Bezug auf Psalm139. Jeden Morgen aufs Neue wolle Gott gemeinsam mit jedem einzelnen durch die Probleme gehen. 
  • Ich bin euer Gott: Gott sei ein wahrer Gott – kein Götzenbild –, der alles tun könne und geschaffen habe; für ihn sei alles möglich. Er sei kein Gott der Ferne, er sei ein persönlicher Gott. „Ich wünsche mir, dass ihr diesem Gott vertrauen könnt.“ 
  • Ich werde euch stärken: Gott schenke Kraft in Zeiten der Schwäche und Erschöpfung. „Ich wünsche euch, dass euer persönlicher Gott euch stärkt, damit ihr mit Flügel wie ein Adler fliegen könnt“, erläuterte Stammapostelhelfer Mutschler in Anlehnung an Jesaja 40,31. Um neue Souveränität zu erlangen und über Mauern springen zu können. 
  • Ich werde euch helfen: Im Kampf gegen das Böse, die Sünde, die Versuchung, wolle Gott dem Menschen beistehen. In diesem Kampf sei man oft hilflos, doch die Hilfe komme vom Kreuz. Jesus gehe an den Ort, „wo unsere Sünde ist, unser Schmerz, wo sogar unser Tod ist, um uns zu helfen, die Sünde zu überwinden.“ 
  • Ich stütze euch mit meiner gerechten rechten Hand: Gott wolle jeden Einzelnen ehren, denn für ihn sei jeder kostbar. Daher biete er seine rechte, gerechte, starke Hand – den Ehrenplatz – an, um Halt und Sicherheit zu geben sowie vor dem Absturz zu bewahren. Der Tag komme, an dem Jesus Christus wiederkomme und „uns, als seiner Braut, seine rechte Hand reichen wird und zu uns allen sagen wird: ‚Nun lasst uns in mein Reich gehen. Meine Braut, ich liebe dich so sehr.‘“ 

Quelle: nac.today