Liturgie
Der Begriff „Liturgie“ ist vom altgriechischen Wort leiturgia („öffentlicher Dienst“) abgeleitet und bezeichnet den festgelegten Ablauf des Gottesdienstes – die Worte, Handlungen und Gesten, die in ihm vorkommen.
Gottesdienst als doppelter Dienst
Der Gottesdienst geschieht in zwei Richtungen: Einerseits ist er Gottes Dienst am Menschen – durch Predigt, Sakramente und Segen. Andererseits ist er der Dienst des Menschen vor Gott – durch Gesang, Gebet und Bekenntnis.
Der Gottesdienst gründet in der geschichtlichen Selbstoffenbarung Gottes. Er will an dieses Heilshandeln erinnern und es zugleich in Wort und Sakrament unmittelbar erfahrbar machen.
Die Kernelemente
- Predigt: Das Wort Gottes aus dem Heiligen Geist vermittelt und erhält das göttliche Leben.
- Sakramente: Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung und Heiliges Abendmahl, durch die der Gläubige das Heil Gottes erfährt.
- Gebet: Das Gespräch mit Gott und die Antwort des Menschen auf Gottes Zuwendung.
- Geistliche Lieder: Sie bringen die Gemeinschaft zum Ausdruck und geben dem Gottesdienst einen festlichen Rahmen.
- Schlusssegen: Der dreieinige Segen begleitet die Gläubigen in den Alltag.
Formen und Dauer des Gottesdienstes
Die Neuapostolische Kirche kennt zwei Gottesdienstformen: den Gottesdienst mit Sakramentsspendung (Hauptgottesdienst) und den Wortgottesdienst ohne Sakramentsspendung.
- Sonntags- und Feiertagsgottesdienst: rund 60 Minuten
- Wochentagsgottesdienst: rund 45 Minuten
Haltung im Gottesdienst
Die Geistlichen halten den Gottesdienst im Bewusstsein der Gegenwart Gottes, sprechen klar und halten Blickkontakt mit der Gemeinde. Zu den gemeinschaftlichen Gebeten erhebt sich die Gemeinde und schließt die Augen.